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Mit "Heincke" und "Uthörn" zum Wissenschaftssommer

23.08.2002


Schule an Bord: Die "Heincke", Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung


Der Wissenschaftssommer in Bremen ist der Höhepunkt des Jahres der Geowissenschaften. Vom 22. bis zum 28. August werden in Bremen zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Ereignisse dazu einladen, sich ein Bild von moderner Forschung zu machen und am Dialog darüber teilzunehmen. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven ist mit dabei.


Start in Bremerhaven
Am 23. August legen "Heincke" und "Uthörn", Forschungsschiffe des AWI, ab zu einer besonderen Ausfahrt. Wasserchemie und Wasser als Ökosystem sind die Themen, mit denen sich zwei Schülergruppen an Bord auf ihrem Weg von Bremerhaven nach Bremen beschäftigen werden. Am Bremer Weserbahnhof ist dann "Open Ship" für alle Gäste des Wissenschaftssommers. Das AWI ist außerdem beteiligt an den Attraktionen in der Unteren Rathaushalle, auf dem Bahnhofsvorplatz, und in der "Langen Nacht der Wissenschaften" am Samstag, den 24. August, auf dem Domshof in Bremen.

Unterricht an Bord
Die 22 Schülerinnen und Schüler des AWI-Schulprojektes bearbeiten im Rahmen ihres Unterrichts die Frage, ob das Ökosystem Wattenmeer gefährdet ist. Eine mögliche Gefährdung ist die Überdüngung (Eutrophierung). Eine erhöhte Nährstoffkonzentration im Wasser, die meist aus Düngungen von Ackerböden stammt, sorgt für einen verstärkten Algenwuchs. Wenn die Algen dann in großen Mengen absterben, wird beim Abbau des Materials sehr viel Sauerstoff verbraucht. Sauerstoff aber ist eine wichtige Grundlage für das Leben im Wasser. Auf dem Weg nach Bremen wollen die Jugendlichen von Bord der "Heincke" aus an festgelegten Stationen mit einer so genannten CTD-Rosette Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen entnehmen und den Sauerstoff- und Nährstoffgehalt bestimmen.
Der Grundkurs Chemie der 12. Klasse am Niedersächsischen Internatsgymnasium in Bad Bederkesa lernt gerade die Gesetze der Elektrochemie kennen. Sie werden von Bord der "Uthörn" mit dem Kippschöpfer Wasserproben aus der Weser entnehmen, aus Salzgehalt und Temperatur in verschiedenen Tiefen Leitfähigkeiten bestimmen und die Proben später an ihrer Schule weiter untersuchen.

Open Ship
In Bremen heißt es dann "Alles klar zum Entern". Eine Poster-Ausstellung auf der "Heincke" stellt die Schiffe, das AWI und die Arbeit an Bord dar. Musik und Kunst aus dem AWI, Polareis-Getränke und eine Fisch-Schau mit Atlantikfischen auf Eis bieten einen unterhaltsamen und lehrreichen Aufenthalt für Groß und Klein. Gerade die vielseitigen und unterschiedlichen Persönlichkeiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler machen die moderne Polar- und Meeresforschung aus. Deshalb sind Mitarbeiter des AWI an Bord, um auch im persönlichen Gespräch ihre Eindrücke und ihre Arbeiten zu beschreiben. Bis Sonntag ist die "Heincke" von 11 - 18 Uhr zu besichtigen, am Samstag, in der "Langen Nacht der Wissenschaften", sogar bis 24 Uhr.

AWI beim Wissenschaftssommer
In der "Langen Nacht der Wissenschaften" steigt auf dem Domshof eine große Party. Eine Multimediaschau zeigt Eindrücke aus dem Ewigen Eis. Moderne Technik verbindet die anwesenden Gäste mit den Menschen, die dort wissenschaftlich arbeiten: Es gibt eine Live-Schaltung zur Koldewey-Station in der Arktis, ein Telefonat mit der "Polarstern", die im Nordpolarmeer unterwegs ist. Die Überwinterer der Neumayer-Station in der Antarktis, die dort bei -30 Grad und bereits wieder einigen Stunden Tageslicht unter dem Eis ausharren und arbeiten, berichten live und telefonisch von ihrem Alltag zwischen Pinguinen und Polarlicht. Die Auricher Schülerinnen und Schüler, die im Januar und Februar diesen Jahres auf der "Polarstern" in die Antarktis mitgefahren sind, haben eine Ausstellung über ihre Arbeit vorbereitet. Das Forschungsschiff "Heincke" ist an diesem Abend bis 24 Uhr geöffnet und mit kostenlosen Shuttlebussen am Weserbahnhof erreichbar.

Diskussion über Klimawandel
"Klimawandel - was können wir dafür?" heißt das brisante Thema einer Podiumsdiskussion, die am Montag, den 26. August, um 20 Uhr im Konsul-Hackmann-Haus (CVJM) stattfindet. Prof. Dr. Jörn Thiede, Direktor des AWI, diskutiert mit Prof. Dr. Burghard Flemming vom Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven und Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung über die Ursachen der globalen Erwärmung, Möglichkeiten des Eingreifens und die Erfordernisse, sich an eine veränderte Umwelt anzupassen.

Kino: "Ice Age" mit wissenschaftlicher Begleitung
Dieser Zeichentrickfilm für Kinder spielt während der Eiszeit vor 20.000 Jahren und zeigt die Abenteuer von Manny, dem Mammut, Sid, dem Faultier und Diego, dem Säbelzahntiger. Prof. Dr. Jörn Thiede wird eine kurze Einführung zum Thema Eiszeit geben und nach dem Film für Fragen zur Verfügung stehen. Es gibt zwei Vorführungen im Cinemaxx Bremen, am 25. August um 11 Uhr und um 16.30 Uhr.

Die Erde: Kunstwerk und Expedition
"Kunstwerk Erde": Auf dem Bahnhofsvorplatz zeigt die Helmholtz-Gemeinschaft, der auch das AWI angehört, zwanzig große Satellitenbilder von verschiedenen Gebieten der Erde. Solche Aufnahmen dienen wissenschaftlichen Zwecken, und sie zeigen unsere Erde in überraschend schönen Farben und Perspektiven. Die Ausstellung ist bis zum 28.8. täglich geöffnet und nachts beleuchtet.

"Expedition Erde" heißt eine Ausstellung in der Unteren Rathaushalle. Verschiedene Institute und Universitäten aus Norddeutschland, darunter das AWI, zeigen hier geowissenschaftliche Forschung aus der Nähe. Gletscher, Erosion und Moorbildung schufen im Laufe von Jahrhunderten die Landschaft Nordwestdeutschlands. Vulkanausbrüche und wandernde Kontinentalplatten weisen darauf hin, dass der Erdboden bei weitem nicht so fest und sicher ist, wie man es im Alltag erlebt. Die Einstrahlung der Sonne, die sich immer wieder verändert, bewirkt globale Klimaänderungen, aber es gibt auch andere Einflüsse. Vorträge, Filme und Anleitung zum "Selbermachen" ergänzen die Ausstellung. Wissenschaftler führen durch die Ausstellung. Sie ist noch bis zum 3. September von 8 - 18 Uhr zu besuchen (Sonntags ab 10 Uhr).

Dipl.-Phys. Claudia Ratering | idw

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