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Wie Notfälle in der Medizin beherrscht werden

12.04.2002


Internationale Tagung in Heidelberg / Anästhesisten diskutieren neue Strategien

Wie werden Notfälle in der modernen Medizin beherrscht? Mit diesem Thema befasst sich das 12. Internationale Heidelberger Anästhesie Symposium, das vom 12. bis 14. April in der Heidelberger Stadthalle stattfindet. Veranstalter ist die Klinik für Anästhesiologie der Universität Heidelberg; rund 400 Ärztinnen und Ärzte werden erwartet. Neben praktischen Übungen der Notfallmedizin und Anästhesie steht das gesamte moderne Notfallmanagement und seine neuesten Entwicklungen auf dem Programm - von der Versorgung des Unfallopfers, der Vorbereitung auf die Narkose, bis zur Behandlung der akuten Schmerzen nach einer Operation, und der Versorgung unheilbar kranker Patienten mit chronischen Schmerzen in ihrer häuslichen Umgebung.

Meist sind es Anästhesisten, die sich als Notärzte um die Patienten vor Ort kümmern. Für die Erstversorgung zeichnen sich neue Entwicklungen ab, etwa durch Medikamente, die den Blutdruck stabilisieren, und die Unterkühlungs-Behandlung Schwerverletzter, die auf der Tagung diskutiert werden. Immer schwieriger wird die Therapie von akuten Vergiftungen, da häufig zu Modedrogen und gefährlichen Mixturen gegriffen wird.

Auch die Narkose kann gelegentlich Notfallmaßnahmen erfordern, wenn auch Zwischenfälle in der modernen Anästhesie selten sind. Nach neueren Untersuchungen geht man davon aus, dass durchschnittlich einer von 200.000 Patienten alleine durch die Narkose zu Tode kommt. Etwa zwei Drittel der anästhesiologischen Zwischenfälle sind auf menschliche Fehler oder Organisationsversagen zurückzuführen, bei einem Drittel hat die Technik versagt.

Die Heidelberger Anästhesisten haben in Anlehnung an die Strategien der Luftfahrt ein Risikomanagement entwickelt, das diese menschlichen Fehler minimiert. Gemeinsam mit Psychologen der Universität Heidelberg bieten sie bei der Tagung ein Training an, das die Fehlerquelle der mangelhaften Kommunikation im OP aufarbeiten soll. Medizinische und praktische Kenntnisse werden zudem mit dem inzwischen etabliertem "Heidelberger Anästhesie und Notfallsimulator" (HANS) erlernt. Diese per Computertechnik gesteuerte Spezialpuppe verfügt über menschenähnliche Funktionen. Wie in einem Flugsimulator können medizinische Krisensituationen lebensecht inszeniert werden, so dass HANS zum wertvollen Trainingsinstrument für Anästhesisten, Intensiv- und Notfallmediziner aber auch für den Medizinstudenten geworden ist.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/anaes/aktuell/ihas.htm

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