Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

20 Jahre Tiefe Geothermie in Deutschland|Von der Wärme zum Strom.7.Geothermische Fachtagung in Waren

11.04.2002


Vor rund zwanzig Jahren begann mit den ersten Forschungsarbeiten in Waren / Müritz die auch für Deutschland die Ära der Nutzung der Tiefen Geothermie für die Wärmeversorgung. Inzwischen geht es darum, diese Entwicklung auch für die Erzeugung von elektrischem Strom voranzutreiben. Ein Forschungsprogramm des Bundes unterstützt eine Reihe von interessanten Vorhaben. Damit und mit dem gesamten Spektrum der Entwicklung der Erdwärmenutzung wird sich 7. Geothermischen Fachtagung befassen, die in diesem Jahr an den Ausgangspunkt nach Waren zurückkehrt.

20 Jahre Tiefe Geothermie in Deutschland - Von der Wärme zum Strom. 7. Geothermische Fachtagung in Waren / Müritz

Wenn man einmal von solchen Anlagen absieht, die vornehmlich balneologischen Zwecken dienten, begann die Ära der geothermischen Heizwerke Anfang der 80er Jahre in Waren an der Müritz. Bereits 1980 hatte man dort mit intensiven Arbeiten zur Nutzung der geothermischen Ressource begonnen. 1981 wurde eine erste Bohrungsdublette - noch zu Forschungszwecken - abgeteuft. 1982 starteten die erfolgreichen Testreihen zur Förderung und Reinjektion - die Geburtsstunden der modernen tiefen Geothermie in Deutschland. Im Ergebnis führten diese 1984 zur Inbetriebnahme der ersten geothermischen Heizzentrale. Die Anlage wurde bis Mitte der 90er Jahre grundlegend saniert. In die 1986 abgeteufte zweite Reinjektionsbohrung wird seit 16 Jahren erfolgreich ausgekühltes Thermalwasser reinjiziert - unter vergleichbaren geologischen Bedingungen eine weltweit einmalige technische Leistung. Das umfangreiche Know-how, welches beim Betrieb der Anlage angesammelt wurde, ist für die Weiterentwicklung der Geothermie in Deutschland insgesamt von großer Bedeutung gewesen.

Auf der Basis der damaligen grundlegende Forschungsergebnisse konnte die Technologie zur Nutzung warmer oder heißer Tiefenwässer für die Wärmeversorgung in den folgenden beiden Jahrzehnten ständig verbessert werden. Sie führten zu weiteren neuen geothermischen Heizwerken (Neubrandenburg, Neustadt-Glewe im Norden oder Erding, Straubing oder Simbach / Braunau im Süden) mit denen heute Tausende von Wohneinheiten mit umweltfreundlicher Wärme versorgt werden. In Unterschleißheim bei München befindet sich derzeit eine weitere Anlage in Bau. Die aus dem Anlagenbetrieb und den begleitenden Forschungsarbeiten gewonnen Erkenntnisse sowie Verbesserungen in der Turbinentechnik führten u a. zu dem Ergebnis, dass Thermalwasserressourcen zumindest in einigen Regionen auch für die Erzeugung von Strom genutzt werden können. Daraus entstand als erstes Pilotvorhaben das ORC-Kraftwerk in Altheim/Oberösterreich. ORC-Turbinen können bereits bei Temperaturen ab 100 °C eingesetzt werden und eröffneten der Geothermie auch außerhalb der klassischen (vulkanisch gebundenen) Regionen neue Perspektiven.

Parallel zu dem in Waren angestoßenen Aufbruch, entwickelte sich mit der sogenannten Hot-Dry-Rock-Technologie (HDR) ein weiterer Forschungszweig, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Energie aus der Tiefe für die Stromversorgung unabhängig von Thermalwasser- oder Dampflagerstätten nutzen zu können. In diesem Bereich gelang den europäischen Forschungsgruppen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die entscheidenden Durchbrüche.

Es zeigte sich dann auch, dass beide Entwicklungslinien, Strom aus Thermalwasser und Hot-Dry-Rock, voneinander profitieren können. Diese mündeten schließlich 2001 in ein ambitioniertes Forschungsprogramm zur geothermischen Stromerzeugung im Rahmen des Zukunfts-Investitions-Programms (ZIP) der Bundesregierung, das von den Ministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Bundesumweltministerium getragen wird. Mit der Aufnahme geothermischen Stroms in das Erneuerbare-Energien-Gesetz ergab sich gleichzeitig für mögliche Investoren eine sichere wirtschaftliche Basis zur Realisierung von geothermischen Kraftwerken.

Dies alles war für die Geothermische Vereinigung Grund genug mit der

7. Geothermischen Fachtagung vom 06.-08.11.2002

an den Ursprungsort nach Waren zurückzukehren.

Diese Fachtagungen finden im zweijährigen Turnus statt und befassen sich mit dem gesamten Spektrum der Nutzung der Erdwärme.

Das Thema der Tagung

20 Jahre Tiefe Geothermie in Deutschland

ist zunächst eine Gelegenheit Bilanz zu ziehen und das Erreichte kritisch zu bewerten. Vor allen Dingen aber ist es aber wie immer auch der Anlass, neue Entwicklungen, Trends und Zukunftsperspektiven zu präsentieren und zu diskutieren.
Call for Papers

Die Geothermische Vereinigung ruft daher dazu auf, Beiträge zu dieser Tagung anzumelden und entsprechende Kurzfassungen (Abstracts) einzureichen. Die Veranstalter behalten sich vor, eine Auswahl zu treffen bzw. alternativ eine Präsentation als Poster anzubieten.

Es können Vorträge zu allen geothermischen Themenbereichen eingereicht werden, insbesondere jedoch zu

Technologien, Projekte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geothermischer Stromversorgung
Exportperspektiven, Projektmanagement, Finanzierungen
Neue Forschungsvorhaben, Forschungsergebnisse
Betriebserfahrungen
Speichertechnologien
Wirtschaftliche und technologische Trends in der oberflächennahen Geothermie
Entwicklungen in der Bohrtechnik, Messverfahren
Neue Projekte
Neue technologische Entwicklungen
Innovative Projektideen, Konzepte und Projektskizzen

Letzter Eingangstermin ist der 04.05.2002

Programmausschuss
Dipl.-Geol. Claudia Holl-Hagemeier
Prof. Dr. Horst Rüter
Dr. Burkhard Sanner

Geschäftsstelle der Tagung

7. Geothermische Fachtagung
c/o Geothermische Vereinigung
Gartenstr. 36
49744 Geeste

Tel.: +49 (0)5907 545
Fax: +49 (0)5907 7379
E-Mail: info@geothermie.de

Werner Bussmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.geothermie.de

Weitere Berichte zu: Geothermie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten