Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drachenburg seit gestern Feuer und Flamme für den Umweltschutz

13.03.2002


Bundespräsident eröffnete neue Dauerausstellung zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland - DBU förderte mit fast einer Million Euro



Die Vorburg des Schlosses Drachenburg in Königswinter ist seit gestern offiziell Feuer und Flamme für den Umweltschutz. Bundespräsident Johannes Rau eröffnete eine neue Dauerausstellung, mit der in einem der ältesten Naturschutzgebiete in Deutschland ein Ort des Sammelns, der wissenschaftlichen Forschung und der öffentlichen Information zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland entstanden ist. Die "Stiftung Naturschutzgeschichte" als Träger versteht dieses Projekt nicht als historisches Museum, sondern als lebendigen Ort, an dem geschichtliches Wissen bewahrt, aufgearbeitet und in den gesellschaftlichen Dialog um eine naturverträgliche und nachhaltige Zukunftsentwicklung in Deutschland eingebracht werden soll. Zu den Rednern der Einweihungsfeier gehörte auch Prof. Dr. Hans Tietmeyer, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die das Projekt mit fast einer Million Euro unterstützte.

... mehr zu:
»DBU »Kuratorium »Naturschutz


Zu umweltbewusstem Verhalten befähigen

Anlässlich der Ausstellungseröffnung betonte Tietmeyer gestern, das Kuratorium der DBU habe sich 1997 zu einer Förderung dieses ambitionierten Projektes entschieden, weil Menschen durch Umweltinformation und -bildung Qualifikationen erwerben sollten, die sie zu einem umweltbewussten Verhalten befähigten und anregten. Ziel von Umweltbildung müsse es sein, ökologische Systeme in ihrer Vernetztheit und Komplexität besser zu verstehen und so auch den Zusammenhang zwischen Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft und Politik zu erkennen.

Um gezielte Umweltkommunikation bemüht

Umweltbildung könne und müsse in verschiedenen Bereichen stattfinden. Neben der mehr oder weniger "unbewussten" Umweltbildung im Alltag durch Familie und Medien hätten sich gerade in den letzten Jahren verstärkt Umweltzentren und Museen, aber auch Naturschutzorganisationen, Zoologische Gärten oder Nationalparkhäuser um eine gezielte Umweltkommunikation bemüht.

In Deutschland bisher keine Einrichtung dieser Art

Allerdings habe bislang in Deutschland keine Einrichtung existiert, die sich ausdrücklich mit den Wechselwirkungen der Geschichte des Natur- und Umweltschutzes einerseits und den gesellschaftspolitischen und kulturellen Entwicklungen in Deutschland andererseits auseinander gesetzt und diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe. Doch gerade durch die systematische Aufbereitung und öffentlich zugängliche Präsentation dieser Grundlagen und Erkenntnisse könnten die Wurzeln, Wege und Ziele von Umwelt- und Naturschutz im Bewusstsein der Menschen noch stärker als bisher verankert werden.

Innovativer und modellhafter Ansatz

Die neuartige Museumskonzeption sehe einen Dreiklang aus Archiv, Museum und Forum zur Präsentation des vorhandenen Wissens und gewonnener Erkenntnisse im Bereich der Natur- und Umweltschutzgeschichte vor. Aus Sicht der DBU werde mit der Verknüpfung dieser drei Hauptelemente ein innovativer und modellhafter Ansatz verfolgt. Er könne sich positiv auf Erkenntnisfortschritt, Präsentation und Vermittlung des vorhandenen Wissens auswirken und zugleich der Öffentlichkeit ermöglichen, Fragen der Geschichte von Mensch und Umwelt besser einzuschätzen und zu bewerten.

Keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen

Besonders wichtig erscheine in diesem Zusammenhang, dass die Einrichtung sich nicht als Konkurrenz für bestehende Umweltbildungsstätten und Akademien oder für Bildungsarbeit der Natur- und Umweltschutzverbände verstehe. Im Gegenteil: Wichtige, auch an anderer Stelle bereits erfolgreich durchgeführte Bildungs-, Forschungs- und Vermittlungsarbeit auf dem Gebiet der Natur- und Umweltschutzgeschichte könnten und sollten in Königswinter zusammengeführt und in Kooperation mit in Frage kommenden Institutionen und Verbänden weiterentwickelt werden.

Kristallisationspunkt für nationale und internationale Bildungsarbeit

Damit bestehe die große Chance, diesen Standort mittelfristig zu einem Kristallisationspunkt für nationale und internationale Bildungs- und Archivierungsarbeit im Bereich der Umweltgeschichte zu entwickeln. So schwierig es auch sein möge, Umweltschutz könne auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn die Mehrheit in der Bevölkerung ihn mittrage. Mit dem umgesetzten Konzept könne an diesem Ort ein wichtiger Beitrag zu diesem Ziel geleistet werden.

Dauer- und Wechselausstellungen

Mit Dauer- und Wechselausstellungen, Vortragsreihen, Symposien, Diskussionsveranstaltungen, Exkursionen und Printmedien eröffne das Museum allen Interessierten die Möglichkeit, sich mit entwicklungsgeschichtlichen Aspekten der Natur- und Kulturlandschaft, der ökologischen Verträglichkeit von Technologien und Industrien oder den Ursprüngen von Landschaftswahrnehmung und Landschaftsveränderung zu befassen.

Neuartiges, virtuelles Archiv

Diese und weitere Elemente des Gesamtkonzeptes, wie die moderne didaktische Konzeption der Ausstellung, das neuartige "virtuelle" Archiv und das schlüssige, zielgruppenspezifische Umweltbildungskonzept, hätten das Kuratorium der DBU bewogen, dieses Vorhaben zu fördern. Die Geschichte des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland sei im Vergleich zu anderen Ländern sehr vielseitig, wechselvoll und auch politisch höchst interessant. Daher sei sie es wert, umfassend aufgearbeitet, dokumentiert und auch nutzbar gemacht zu werden. Das Archiv, Forum und Museum fülle dabei eine erhebliche Lücke im Institutionen- und Instrumentariensystem des Natur- und Umweltschutzes.

Breites Spektrum potenzieller Besucher

Die Besonderheit des Standortes sei dabei zugleich Chance und Herausforderung, neue, innovative Vermittlungs- und Kommunikationsformen, die ein möglichst breites Spektrum potenzieller Besucher ansprechen, zu erproben. Mit der Sammlung, Präsentation und Vermittlung von einschlägigen Informationsmaterialien und Forschungsergebnissen könne an dieser Stelle ein wichtiger Beitrag für die innovative Fortschreibung dieses Wissensbereiches geleistet werden.

| DBU

Weitere Berichte zu: DBU Kuratorium Naturschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen
15.08.2017 | Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie