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Workshop: Zellkulturen als Alternative zu Tierversuchen und klinischen Prüfungen

12.02.2002


4. Internationaler Workshop und Intensiv-Kurs "Zellkulturen und in-vitro Modelle für die Absorption und Applikation von Medikamenten":
20. Februar bis 1. März 2002, Campus Saarbrücken,
Fachrichtung Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie

Der Saarbrücker Campus wird vom 20. Februar bis zum 1. März 2002 zum vierten Mal zum Treffpunkt für Experten der Biowissenschaften und Pharmazie. Auf Einladung von Professor Dr. Claus-Michael Lehr und Dr. Ulrich Schäfer vom Lehrstuhl für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie tauschen sich Forscher über die neuesten Erkenntnisse in der Entwicklung von Zellkulturen aus. Ziel von Prof. Lehr und seinem Team ist es, für Experten und für den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Saarbrücker Campus ein regelmäßiges Forum zur Diskussion von sowohl den Grundlagen als auch den neuesten Entwicklungen auf diesem wichtigen Gebiet der Arzneimittelforschung zu eröffnen.

Im Zentrum des wissenschaftlichen Austauschs, zu dem diesmal über 200 Gäste aus Europa, USA, Japan und Afrika erwartet werden, stehen Fragen rund um den Transport von Medikamenten im Körper. Diesen Transport versucht der Körper eigentlich zu verhindern, da er sich vor fremden Substanzen schützen muss. Zu diesem Zweck hat er verschiedene Barrieren wie Haut oder (Magen- und Darm-) Schleimhäute aufgebaut, die potenzielle Krankheitserreger überwinden müssen. Genau diese Barrieren aber erschweren oft den effizienten Einsatz von Medikamenten. Um die genauen Mechanismen der Wirkung, eventuelle schädliche Nebenwirkungen und vor allem die notwendige Dosierung zu ermitteln, konnte die pharmazeutische Industrie lange nicht auf Tierversuche verzichten.

Dem Team von Prof. Lehr gelang vor einigen Jahren erstmals die erfolgreiche "Züchtung" von menschlichen Lungenzellen. An solchen und anderen Gewebekulturen, die im Reagenzglas ("in-vitro") über mehrere Tage bis hin zu einigen Wochen "lebendig" bleiben, kann nun ganz genau die Wirkung bzw. der Transport von verschiedenen Substanzen erforscht werden. Da es sich dabei um menschliche Zellen handelt, können die Ergebnisse im Gegensatz zum Tierversuch leichter auf die späteren Patienten übertragen werden. Bis dahin ist allerdings noch viel Arbeit zu leisten, und die Modelle sind zusammen mit den Zulassungsbehörden zu standardisieren. Da jedoch in kurzer Zeit sehr viel mehr Substanzen getestet werden können, als dies im klassischen Tierversuch oder durch klinische Prüfungen an Probanden bzw. Patienten möglich wäre, sind solche Methoden der pharmazeutischen Biotechnologie durchaus auch von wirtschaftlichem Interesse. Einige alternative Testverfahren sind bereits auf europäischer Ebene zwingend vorgeschrieben, u.a. für die Überprüfung von Kosmetika.


Neben dem wissenschaftlichen Austausch liegt ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung bei dem Intensivkurs zum Erlernen der neuen Methoden. Mit Unterstützung des EU-Programmes SOKRATES kommen Doktoranden von über 40 pharmazeutischen Hochschulinstituten des sog. GALENOS-Netzwerks aus ganz Europa und auch Übersee nach Saarbrücken, um im praktischen Teil grundlegende Arbeitstechniken zu erlernen. Ziel von Prof. Lehr und seinen europäischen Kollegen ist die Entwicklung eines gemeinsamen Curriculums, das zum Erwerb einer europaweit anerkannten und einheitlichen Zusatzqualifikation für pharmazeutische Wissenschaftler auf dem Gebiet des "Advanced Drug Delivery" führen wird.

Unterstützt wird der 10-tägige Kurs unter anderem von nationalen und internationalen Organisationen wie der International Association for Pharmaceutical Technology (APV), der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), der European Federation for Pharmaceutical Sciences (EUFEPS) und der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz -und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch im BgVV (ZEBET).
Der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi hat die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen.


Fragen beantworten Ihnen

Prof. Dr. Claus-Michael Lehr
Dr. Ulrich Schäfer
Tel.: 0681-302-2039
E-Mail: biopharm@mx.uni-saarland.de

Hochschul- Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/cellcourse2002

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