Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Halbleitern sind "Defekte" durchaus erwünscht

09.07.2001


21. Internationale Konferenz über Defekte in Halbleitern vom 16.-20. Juli in Gießen

Nach 27 Jahren findet die "International Conference on Defects in Semiconductors" in diesem Jahr zum ersten Mal wieder in Deutschland statt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno K. Meyer (Universität Gießen) und Prof. Dr. J.-Martin Spaeth (Universität Paderborn) wird sie vom 16. bis 20. Juli 2001 in den Räumen des Fachgebiets Physik an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Heinrich-Buff-Ring 14-20, 35392 Gießen) veranstaltet. Eröffnet wird die "21. Internationale Konferenz über Defekte in Halbleitern" (ICDS 21) am Montag, den 16. Juli 2001, um 9 Uhr im Großen Hörsaal der Physik von Prof. Meyer.

Die internationale Konferenz über Defekte in Halbleitern ist eine der wichtigsten Konferenzen auf dem Gebiet der Halbleiterphysik. Halbleiter sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken, da sie unsere ganze "elektronische" Umgebung erst möglich machen. Von der Quarz-gesteuerten Uhr über den PC bis zum Mobiltelefon: Entscheidend sind bei all diesen Geräten die Halbleiterbauelemente vor allem aus Silizium, aber auch aus anderen Halbleitern, wie Galliumarsenid für Mobiltelefone oder für die Optoelektronik, in Zukunft allerdings auch Galliumnitrid und Siliziumkarbid für die Herstellung von UV-Lasern bzw. elektronischen Leistungsbauelementen.

Ganz reine Halbleiter sind für all dies allerdings gar nicht zu gebrauchen. Man muss sie mit bestimmten Fremdatomen versehen ("dotieren"), damit sie die gewünschten Eigenschaften zeigen. Diese Verunreinigungen, die in äußerst kleinen Konzentrationen beigegeben werden, stellen gewissermaßen Unregelmäßigkeiten der reinen Halbleiter-Kristallgitter dar und werden deswegen als Defekte bezeichnet. Somit ist das Studium der Defekte in Halbleitern auch technologisch ein sehr wichtiges Forschungsgebiet, auf welchem international die großen Elektronik-Firmen sowie zahlreiche Universitäten und Forschungsinstitute tätig sind, und das teilweise mit erheblichem Aufwand an Personal und Apparaturen. Dabei wird heute auch immer mehr das sogenannte "Defect Engineering" betrieben, d.h. die maßgeschneiderte Herstellung von Halbleitern ganz bestimmter erwünschter Eigenschaften, nachdem die Rolle gewisser Defekte grundsätzlich verstanden ist.

Die ICDS 21 bringt Experten auf dem Gebiet der Forschung an Halbleiterdefekten aus allen Industrieländern zusammen. Die Veranstalter freuen sich besonders darüber, dass es ihnen gelungen ist, die internationale Tagung nach 27 Jahren wieder nach Deutschland zu holen (1974 fand sie in Freiburg statt). Gegenüber der letzten Tagung 1999 in Berkeley/USA erlaubt die zentrale Lage Deutschlands die Teilnahme von erheblich mehr Wissenschaftlern aus den osteuropäischen Ländern, wo nach wie vor das Arbeitsgebiet Halbleiterdefekte intensiv bearbeitet wird. Ein Zentrum dieser Arbeiten in Deutschland bildet der Forschungsschwerpunkt Materialforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Physik.

An der Gießener Tagung nehmen etwa 340 Delegierte aus 39 Ländern mit starken Kontingenten aus Deutschland (80), USA (35), Japan (50), Großbritannien (20) und den GUS-Staaten (50) teil. Im Vordergrund der diesjährigen Tagung stehen neben den Forschungsarbeiten um das Silizium, dem immer noch wichtigsten Halbleiter, solche, die mit der zukünftigen Herstellung von Laser-Licht im blauen und ultravioletten Spektralbereich zusammen hängen (Galliumnitrid, Zinkoxid), einer eminent wichtigen Entwicklung für eine zukünftige Kommunikationstechnologie mit Lichtfasern, aber auch zur energiearmen Erzeugung beliebig farbigen Lichtes für generelle Anwendungen (z.B. großflächige Displays, Weißlichtquellen). Weiterhin stehen Entwicklungen bei den Materialien für die Hochfrequenz- und Hochleistungselektronik (Mobilfunk) auf dem Tagungsprogramm, und nicht zu vergessen: Probleme bei Solarzellenmaterialien.

Die Veranstalter erwarten von der Tagung wichtige neue Impulse für Forschung und industrielle Anwendungen und auch, "dass junge Physiker sich verstärkt für dieses Forschungsgebiet interessieren, was besonders unser Land zunehmend bitter nötig hat".

Kontaktadressen:

Prof. Dr. Bruno K. Meyer
I. Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 14-20
35392 Gießen
Tel.: 0641/99-33100
Fax: 0641/99-33109
E-Mail: Bruno.K.Meyer@physik.uni-giessen.de

Prof. Dr. J.-Martin Spaeth
Fachbereich Physik
Warburgerstr. 100 a
33098 Paderborn
Tel.: 05251/60-2742
Fax: 05251/60-3247
Spaeth@physik.uni-paderborn.de

Christel Lauterbach | idw

Weitere Berichte zu: Mobiltelefon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie