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Gipfeltreffen der Urpflanzenforscher aus aller Welt

01.09.2008
Seit Samstag, 30. August, ist die Universität Bonn sieben Tage lang Gastgeber für ein Treffen von fast 900 Urpflanzenforschern aus der ganzen Welt. Erstmals treffen sich Paläobotaniker und Palynologen (Pollenforscher) bei einem internationalen Kongress, um gemeinsam neue Forschungsergebnisse zu diskutieren.

Das Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn hat die Tagung zusammen mit der Universität Münster möglich gemacht.

Naturwissenschaftler aus ganz Europa, Amerika, Australien oder Asien reisen in diesen Tagen nach Bonn. Ihr gemeinsames Ziel ist eine historische Zusammenkunft an der Universität Bonn. Vom 30. August an referieren und diskutieren fast 900 Paläobotaniker und Palynologen eine Woche lang über die Pflanzenwelt.

Abgerundet wird diese Begegnung durch zahlreiche Exkursionen beispielsweise in die Sonderausstellung "Devon im Rheinland" im Goldfuss-Museum der Uni Bonn, in die Vulkaneifel sowie Stadtführungen in Bonn und Köln.

Professor Dr. Thomas Litt vom Steinmann-Institut hat die Veranstaltung zusammen mit Kollegen der Universität Münster ins Leben gerufen. Bisher trafen sich die beiden Disziplinen alle vier Jahre zumindest kurz hintereinander und auf dem gleichen Kontinent. "Wir waren schon in China, Argentinien oder den USA, aber das erste gemeinsame Treffen haben wir dieses Mal hier bei uns in Bonn realisieren können", freut sich die Bonner Paläobotanikerin und Mit-Organisatorin des Kongresses, Dr. Carole Gee.

Die Zahl der Anmeldungen spricht für sich: 870 Wissenschaftler kommen mit neuen Forschungsergebnissen. Auch viele Studierende nehmen an dem Treffen der führenden Fachleute teil, ermöglicht durch Reisebeihilfen und geringe Tagungsgebühren. Sogar ein "Sir" wird an der Universität Bonn einen Hauptvortrag für seine Kollegen halten: Sir Peter Crane, ehemaliger Direktor der Royal Botanic Gardens Kew in London, jetzt Professor für Paläobotanik in Chicago.

Palynologie beschäftigt sich mit mikroskopisch kleinem Blütenstaub wie Pollen und Sporen, sowohl von heute lebenden als auch versteinerten Pflanzen. Hier trifft diese Wissenschaft dann auch die Paläobotanik - die Lehre der fossilen Pflanzen. Die Pollenanalyse hat sich mittlerweile zu einer der wichtigsten Methoden für die Paläoklimaforschung entwickelt. Diesen Aspekt wird Jonathan Overpeck in einem Hauptvortrag vorstellen.

Der Professor an der Universität von Arizona war federführender Autor des Kapitels "Paläoklima" im 5. Bericht des Weltklimarates der UNO 2007. Weiteres Highlight des Kongresses für Gee: "Die Stammesgeschichte der Pflanzen ist sehr schwer zu rekonstruieren, da meist nur einzelne Teile versteinert sind, Blätter, Pollen oder Holz, selten das ganze Gewächs," erklärt die Wissenschaftlerin. Aber um die Evolution nachvollziehen zu können, brauchen die Forscher die ganze Pflanze, deren Merkmale sie mit heute existierenden Arten vergleichen.

"Es gibt mittlerweile so viele Infos über versteinerte Pflanzen auf der ganzen Welt, dass man die Einzelteile zusammenfügen kann, um eine ganze Pflanze aus der Urzeit zu rekonstruieren," freut sich Gee. Und so präsentiert sie selbst auf dem Kongress wieder einen Zweig in dem großen Stammbaum der Pflanzen.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Litt
Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie
der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2736
E-Mail: t.litt@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www,uni-bonn.de
http://www.paleontology.uni-bonn.de/congress08/index.htm

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