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Weltkongress für Angewandte Linguistik

07.08.2008
Fühlen wir uns als Europäer oder in erster Linie als Deutsche, Franzosen, Polen oder Italiener?

Wie wirkt sich die eigene Kultur auf unsere Gespräche aus? Können so genannte Randgruppen die Integration voranbringen? Antworten auf diese und weitere Fragen beschäftigen Ende August renommierte Forscher beim 15. Weltkongress für Angewandte Linguistik (AILA 2008) an der Universität Duisburg-Essen und im CCE Essen.

Unter dem Titel "Mehrsprachigkeit: Herausforderungen und Chancen" wird es wird es über 100 Symposien, mehr als 800 Einzelvorträge und etwa 80 Postervorträge geben. Schirmherr Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW, spricht bei der Eröffnungsveranstaltung am 24. August in Essen ein Grußwort.

Im Herzen des Ruhrgebiets treffen sich vom 24. bis zum 29. August rund 2000 Delegierte, darunter Neville Alexander. Der Sprach- und Literaturwissenschaftler gehört zu den angesehensten Intellektuellen Südafrikas. Er kämpfte fast vier Jahrzehnte gegen die Apartheid und arbeitete nach der Regierungsübernahme Mandelas an der Bildungspolitik des Landes mit. Kein leichtes Unterfangen bei mehr als zehn gesprochenen Sprachen und unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen. Neben Neville Alexander wird es weitere Plenarsprecher wie Jim Cummins (Kanada), Shi-Xu (China), Konrad Ehlich (Deutschland) und Claire Kramsch (USA) geben.

Dieser Kongress gilt weltweit als das bedeutendste Ereignis 2008 in der gesamten Sprachwissenschaft. Er fördert den Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft, denn er widmet sich lebensnahen Bereichen wie der Kommunikation in und von Unternehmen und Verwaltungen, der Medienkommunikation sowie der Verständigung zwischen Experten und Laien. Das zentrale Thema, die Mehrsprachigkeit, wird dabei aus zwei Blickwinkeln betrachtet: dem europäischen Aspekt und der regionalen Perspektive.

So befassen sich u.a. Einzelvorträge mit der europäischen Identität. Europa als multilinguale und multikulturelle Region hat einen starken Einfluss auf die aktuelle Forschung. Dies greift AILA 2008 auf und widmet sich einem der Kernthemen: dem Lernen von Fremdsprachen und dem Leben in vielsprachigen Umwelten. Dabei soll die polyglotte Tradition des Kontinents nicht nur als Herausforderung, sondern auch als kultureller Reichtum und als Schlüssel zur Integration verstanden werden.

Was die regionale Perspektive angeht, so blickt z. B. das Ruhrgebiet auf über 300 Jahre Immigrationsgeschichte zurück, geprägt durch die Vermischung von Kulturen - Sprachenvielfalt ist hier tägliche Routine. Heute befindet sich die Region im Wandel und begreift den industriellen Rückbau als Chance. Das Revier steckt voller Leben und ist deshalb ein besonders geeigneter Rahmen für diesen Fachkongress.

Lernende gezielt unterstützen

Die Experten untersuchen auch, wie sich die Mehrsprachigkeit auf den Alltag in Kindergarten, Schule und Universität, am Arbeitsplatz, in den Medien und den politischen Institutionen weltweit auswirkt. Einige Workshops befassen sich gezielt mit der Unterstützung von Schülern mit Migrationsgeschichte. Zweifellos gehören die wissenschaftlich fundierte Förderung von Menschen, die Sprachen lernen, und eine faire Sprachenpolitik zu den wichtigsten Aufgaben, die sich im Bildungssystem gegenwärtig stellen.

Der Kongress soll in erster Linie als Austausch- und Diskussionsplattform für Wissenschaftler, Praktiker und politische Repräsentanten dienen. Er wird von der deutschen Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) zusammen mit dem Weltverband der Angewandten Sprachwissenschaft AILA (Association Internationale de Linguistique Appliquée), der Universität Duisburg-Essen, dem Congress Center Essen (CCE) und weiteren Kooperationspartnern aus Wirtschaft und kommunaler Verwaltung organisiert. Der AILA gehören Organisationen aus über 30 Ländern und mehr als 8000 Einzelpersonen an.

Katrin Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duisburg-essen.de/
http://www.aila2008.org

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