Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Funktionen der Vielfalt verstehen

16.05.2008
DFG-geförderte Biodiversitätsforschung präsentiert sich bei der UN-Konferenz COP 9

Die biologische Vielfalt ist eine unverzichtbare Grundlage unseres Lebens. Sie sichert materielle und kulturelle Bedürfnisse des Menschen und sorgt für die Stabilität von Ökosystemen.

Weltweit ist jedoch ein zum Teil dramatischer Rückgang der Arten zu beobachten, der vor allem auf die menschliche Landnutzung und den Klimawandel zurückgeführt wird. Hier ist die Forschung gefragt: Um die Zusammenhänge zwischen Umweltveränderungen, Klimawandel und Artenverlust besser zu verstehen, ist es dringend erforderlich, die Rolle der Biodiversität in Ökosystemen genauer zu untersuchen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt daher nicht nur Fördermittel für Projekte zur funktionellen Biodiversitätsforschung bereit, sondern bemüht sich auch, die Bedeutung der Forschung in den Debatten zur Biodiversität zu stärken - zum Beispiel bei der am 19. Mai startenden UN-Konferenz COP 9 in Bonn.

Bei der Ausstellung "Millionen Arten zu leben - Forschung für die biologische Vielfalt", auf der sich begleitend zur COP 9 die Biodiversitätsforschung Deutschlands darstellt, präsentieren auch DFG-geförderte Projekt die Ziele dieser Forschung: die Erfassung der Artenvielfalt, ih-ren Erhalt sowie ihre nachhaltige Nutzung. Die "Biodiversitäts-Exploratorien" etwa untersuchen an drei Standorten in Deutschland naturnahe Ökosysteme - Wälder, Wiesen und Weiden - und verbinden experimentelle und beobachtende Untersuchungen.

Das Projekt "Jena-Experiment" hingegen untersucht die Funktion der Biodiversität auf der Basis von künstlich geschaffenen Grünlandsystemen, in denen einzelne Faktoren gezielt verändert werden können. Wie die Verteilung von Arten wiederum in verschiedenen Höhenzonen einer Bergregion aussieht, untersucht ein Projekt aus Bayreuth, das sich mit der Biodiversität am Kilimandscharo beschäftigt.

Dass der Erhalt der Artenvielfalt immer auch in Einklang mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen einer Region gebracht werden muss, ist vor allem in Entwicklungsländern eine Herausforderung und ebenfalls Thema der Ausstellung. Die Forschergruppe "Ecuador" leistet seit 2001 zu diesen Fragen einen wichtigen Beitrag: Sie untersucht sowohl natürliche als auch durch menschliche Nutzung gestörte Bergwaldregionen und will aus den Ergebnissen dieser vergleichenden Forschung Vorschläge für eine nachhaltige Nutzung und Verbesserung der Lebenssituation für die Bergbevölkerung der Anden entwickeln. Auch der Göttinger Sonder-forschungsbereich "STORMA" befasst sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Hier stehen die tropischen Regenwälder Indonesiens im Mittelpunkt, die in den vergangenen 50 Jahren vor allem durch Rodung fast um die Hälfte geschrumpft sind. Gemeinsam mit Partnern vor Ort erforschen die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Folgen der Entwaldung und suchen nach nachhaltigen Wirtschaftsformen für die Zukunft.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Deutsche Naturwissenschaftliche Forschung e.V. und Diversitas Deutschland.

Die Biodiversitätsforschung steht in engem Zusammenhang mit dem "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" (CBD), das 1992 als völkerrechtliches Abkommen in Rio de Janeiro unterzeichnet wurde und dem Deutschland 1994 als Vertragspartei beigetreten ist. Das Abkommen hat zum Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten, ihre Bestandteile nachhaltig zu nutzen und eine gerechte Aufteilung der Vorteile daraus zu erreichen. Diese Ziele gelten auch für die Forschung und werden in den Förderentscheidungen der DFG sehr ernst genommen. Um die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Planung und Antragsvorbereitung von CBD-relevanten Forschungsprojekten zu unterstützen, hat die DFG entsprechende Hinweise erarbeitet.

Anlässlich der UN-Konferenz hat die DFG eine Broschüre zur Biodiversitätforschung herausgegeben. Unter dem Titel "Biodiversity Research" fasst sie die wichtigsten Aufgaben und Ansätze der Biodiversitätsforschung aus der Perspektive der DFG zusammen und stellt eine Auswahl einschlägiger DFG-geförderter Projekte vor.

Fragen zur Förderung der Biodiversitätsforschung in der DFG beantwortet Dr. Roswitha Schönwitz, Tel. +49 228 885-2362, Roswitha.Schoenwitz@dfg.de.

Hinweis für Redaktionen:
Rezensionsexemplare der Broschüre "Biodiversity Research" können in der DFG-Geschäftsstelle unter Michael.Hoenscheid@dfg.de angefordert werden. Eine deutschsprachige Version der Broschüre erscheint im Sommer 2008.
Ort und Öffnungszeiten der Ausstellung "Millionen Arten zu leben - Forschung für die biologische Vielfalt":
Plaza der Vielfalt, Nähe Robert-Schumann-Platz, 53175 Bonn, Stand Nr. 30.
19.-26. Mai 2008, Mo-Fr 13-15 Uhr und 18-20 Uhr; 27.-30. Mai 10-20 Uhr.

Dr. Jutta Rateike | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: Biodiversität Biodiversitätsforschung CoP Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Konferenz zur Digitalisierung
19.04.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht 124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus
19.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics