Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hirntumoren auf der Spur

03.04.2008
10. Internationale Arbeitstagung des Konsortiums für Epidemiologie von Hirntumoren im Deutschen Krebsforschungszentrum.

Hirntumoren gehören zum Glück zu den eher seltenen Tumorarten. Im Durchschnitt erkranken pro Jahr sieben von 100 000 Menschen an einem Meningiom oder einem Gliom, in Deutschland sind das etwa 5600 neue Fälle pro Jahr. Das seltene Auftreten der Hirntumoren erschwert jedoch das Auffinden von Risikofaktoren.

"Daher ist es für die epidemiologische Forschung auf diesem Gebiet unerlässlich, sich international zu vernetzen. Nur so können kritische Fallzahlen erreicht werden, die den Rückschluss auf eine bestimmte Ursache für einen Hirntumor zulassen", erklärt Dr. Brigitte Schlehofer aus der Arbeitsgruppe Umwelt-Epidemiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums, die das Treffen der rund 60 Spezialisten aus den USA, aus Kanada, verschiedenen europäischen Ländern und Israel organisiert hat. Beginn ist am Samstag, dem 5. April, das Treffen endet am Montagmittag, dem 7. April 2008.

Während Meningiome, die von den Hirnhäuten ausgehen, in der Regel gutartig sind, ist der Verlauf bei den bösartigen Gliomen ungleich dramatischer: Nur die Hälfte der betroffenen Patienten überlebt das erste Jahr nach der Diagnose. Die Tumoren, die aus den Stütz- bzw. Nährzellen des Gehirns hervorgehen, sind oft resistent gegenüber Chemo- oder Strahlentherapie. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso wichtiger, die Ursachen und Risiken für die Hirntumoren zu erkennen, um ihr Auftreten möglichst von vornherein zu verhindern.

... mehr zu:
»Gliom »Hirntumor

Ziel des ausdrücklich als "Arbeitstreffen" bezeichneten Meetings ist es, den Stand der aktuellen Forschung zu diskutieren und darauf aufbauend neue Projekte zu planen: Trotz vielfältiger Studien sind außer ionisierender Strahlung und, seltener, genetisch bedingter Prädisposition derzeit für Hirntumoren keine Risikofaktoren konsistent nachgewiesen. Diskutiert wird neben chemischen Substanzen, Metallen und Umweltfaktoren auch ein Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen, wie z.B. der Epilepsie. Doch die bisher vorliegenden, oft kleinen Studien verfügen nicht über die notwendige Signifikanz, um einen vermuteten Risikofaktor zu bestätigen. Erst wenn mehrere Studien in dieselbe Richtung weisen, gilt ein Verdacht als begründet.

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt des Treffens sind kindliche Hirntumoren. Denn wenngleich die meisten Hirntumoren erst im höheren Alter auftreten, gibt es doch eine Häufung im Kindes- und Jugendalter. Bei Kindern stellen die Hirntumoren sogar 20 Prozent aller bösartigen Erkrankungen dar. Die Experten gehen davon aus, dass die Ursachen hier anderswo zu suchen sind als bei Erwachsenen, vermutet werden genetische Einflüsse. Der Leiter des Deutschen Kinderkrebsregisters an der Universität Mainz, Dr. Peter Kaatsch, wird neue Daten zu kindlichen Hirntumoren in Deutschland präsentieren, ebenfalls vorgestellt werden Daten zu kindlichen Hirntumoren aus Schweden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter www.dkfz.de/pressemitteilungen

Dr. Stefanie Seltmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968

Dr. Stefanie Seltmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Weitere Berichte zu: Gliom Hirntumor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von festen Körpern und Philosophen
23.02.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Spannungsfeld Elektromobilität
23.02.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

„Molekularer Schraubstock“ ermöglicht neue chemische Reaktionen

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Internationale Forschungskooperation will Altersbedingte Makuladegeneration überwinden

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Workshop zu flexiblen Solarzellen und LEDs auf der Energiemesse „New Energy“

23.02.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics