Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Trickkiste" der Geotechnik: Experten diskutieren Bauen unter der Erde

25.03.2008
In den Großstädten der Welt wird es immer enger. Will man die Infrastruktur verbessern, müssen immer mehr Baumaßnahmen unter der Erde stattfinden.

Gefragt sind dann Geotechniker, die mit ihrem Wissen dazu beitragen, dass das städtische Leben ungestört abläuft, auch wenn Bauleute unter bestehenden Gebäuden arbeiten. "Sondermaßnahmen bei der Erstellung innerstädtischer Infrastrukturbauten" stehen im Mittelpunkt des 23. Christian Veder Kolloquiums, zu dem sich rund 400 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft ab Donnerstag, 27. März 2008, an der TU Graz treffen.

Viele Städte bieten ab dem Frühling eine beeindruckende Kulisse für die Leistungen von Bauingenieuren: Riesige Baugruben klaffen im Stadtbild und höhlen mitunter sogar den Raum unter angrenzenden Gebäuden aus. Tunnelbauprojekte dagegen laufen weitgehend unbemerkt unter der Erde ab, während das städtische Leben an der Oberfläche weitergeht.

"Verbesserungen der Infrastruktur in dicht bebauten Gebieten stellen für die Geotechnik besonders große Herausforderungen dar. Insbesondere unterirdische Bauwerke wie Unterführungen oder U-Bahnstationen können bestehende Gebäude gefährden. Das zu verhindern, ist Aufgabe der Geotechnik", erklärt Helmut Schweiger vom Institut für Bodenmechanik und Grundbau der TU Graz. Gemeinsam mit seinen Kollegen der beiden anderen geotechnischen Institute der TU Graz - dem Institut für Felsmechanik und Tunnelbau sowie dem Institut für Angewandte Geowissenschaften - organisiert er die Tagung, die sich mit besonderen Maßnahmen bei innerstädtischen Infrastrukturprojekten befasst.

... mehr zu:
»Bodenmechanik »Geotechnik

Mit Düsenstrahl- und Vereisungsverfahren

Damit unterirdische Baustellen keinen Schaden an bestehenden Gebäuden verursachen oder der Boden einer Baustelle nicht unter der Last eines neuen Gebäudes nachgibt und dadurch umstehende Bauten beschädigt, greifen Geotechniker ständig in die "Trickkiste" moderner, bauingenieurwissenschaftlich fundierter Methoden.

"Beim Düsenstrahlverfahren etwa wird der Boden in einem Bohrloch mit einem Hochdruckstrahl aufgeschnitten und gleichzeitig Zementsuspension eingebracht. Dadurch entstehen Säulen, die den Boden stabilisieren und Lasten aus Gebäuden tragen können", erläutert Schweiger. "Ein weiteres Verfahren ist das Vereisen: Dabei wird das in den Poren des Bodens vorhandene Wasser gefroren. Zunächst bilden sich Frostzylinder, dann wächst eine Eiswand, die schließlich einen festen Frostkörper bildet."

Schweiger selbst arbeitet an Methoden der numerischen Simulation, also an Modellierungs-Werkzeugen am PC, die etwa bei der Einschätzung der möglichen Verformung von Böden helfen. Im Rahmen des Grazer Expertentreffens werden auch Bauvorhaben in Wien, Istanbul, Sidney oder Leipzig präsentiert.

Christian Veder Kolloquium
Zeit: 27. bis 28. März 2008
Ort: TU Graz, Petersgasse 16, HS P1
http://www.cvk.tugraz.at
Rückfragen:
Ao.Univ.-Prof. Helmut Schweiger
Institut für Bodenmechanik und Grundbau
Email: helmut.schweiger@tugraz.at
Tel: 0316 873 6234

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.cvk.tugraz.at

Weitere Berichte zu: Bodenmechanik Geotechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen
25.05.2018 | Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung

nachricht Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien
24.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics