Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohnformen der Zukunft: TU-Studierendenprojekt "one2one" präsentiert Prototypen in der Grazer Innenstadt

28.02.2008
Wenn immer mehr Menschen alleine wohnen und Leben und Arbeit immer flexibler gestalten, dann stellt dies neue Herausforderungen an den modernen Wohnbau. Immer mehr, immer kleinere Wohnformen werden benötigt.

Aufgabe der Architektur wird zunehmend sein, Wohnraum auf ein Minimum zu reduzieren und dennoch allen Anforderungen an modernes Wohnen zu erfüllen.

Architektur-Studierende der TU Graz entwarfen und gestalteten gemeinsam mit Lehrveranstaltungsleiter Peter Schreibmayer ein Semester lang solche Wohnformen der Zukunft. Heute, Donnerstag, 28. Februar 2008, präsentieren die Studierenden ihr Projekt der Öffentlichkeit. Drei realisierte Prototypen für das "Wohnen der Zukunft" sind ab 7. März 2008 am Grazer Mariahilferplatz zu sehen.

"one2one" bedeutet in der Architektursprache, dass etwas im Maßstab eins zu eins, also in "wahrer" Größe, umgesetzt wird. Dieses Ziel verfolgten auch 18 Architektur-Studierende der TU Graz ein Semester lang: Sie überlegten, wie sich Wohnraum möglichst weit minimieren lässt, aber dennoch alle für modernes Wohnen notwendigen Funktionen erfüllt und zugleich lebenswert bleibt.

... mehr zu:
»Wohnform

Diese "Minimalwohnobjekte" sollen Platz für bis zu zwei erwachsene Personen bieten. Ihre Ideen realisieren die Studierenden Anfang März mitten in der Grazer Altstadt in Echtgröße, wo ihre "Wohnformen der Zukunft" dann auch vor den kritischen Augen der Passanten wahre Größe beweisen müssen.

Erlebbares Bauen

Eine Besonderheit von "one2one" ist, dass im Rahmen des Projektes geplant und auch gebaut wird: "Die Studierenden entwerfen die Projekte nicht nur, sie führen sie auch zu Ende. Das Projekt bewegt sich damit deutlich über die sonst übliche Planungsphase hinaus, indem es Bauen erlebbar macht und damit eine entscheidende Brücke in die Praxis schlägt", erklärt TU-Rektor Hans Sünkel. Die Prototypen entstehen im öffentlichen Raum und werden damit zumindest für einige Tage Bestandteil des städtischen Lebens in Graz. "Unsere Studierenden stellen so ihre Kreativität und Leistungsbereitschaft öffentlich unter Beweis", so Rektor Sünkel über das Projekt, das in enger Kooperation mit der heimischen Baustoffindustrie durchgeführt wird.

Minimiertes Daheim

Vorgabe an die Studierenden war, den verfügbaren Wohnraum auf einen unteren Extremwert zu reduzieren. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Wohnen zu minimieren, ohne jene Eigenschaften zu gefährden, die Wohnen zu einer existenziellen Lebensqualität machen", erläutert Lehrveranstaltungsleiter Peter Schreibmayer vom Institut für Architekturtechnologie der TU Graz, der mit seiner Idee auch den derzeit praktizierten Luxuswohnbau in Frage stellen möchte. "Wenn wir nicht bald passende Lösungen für minimiertes Wohnen finden, droht ein gewaltiges Wohnungsdefizit. Wohnungen für mehrere Millionen Menschen könnten fehlen", verweist Schreibmayer auf den ernsten Hintergrund seiner Idee.

Eine Idee, drei Konzepte

Gefragt waren unkonventionelle und innovative Lösungen, die zugleich rasch und kostengünstig umzusetzen sind. Die Studierenden arbeiteten in drei Teams, das Ergebnis sind die Projekte "deLux", "doka" und "skin(g)span". "deLux" ist als magisch schimmernder Wohnwürfel konzipiert, in dem die Grenzen zwischen Bauwerk und Möbel verschwimmen. Die Idee zu "doka" zeichnet sich durch die mögliche Mehrfachnutzung aus: Bewegliche Schiebeelemente verändern sowohl die Funktion als auch die Qualität des Raumes. Bei "skin(g)span" steht der Gedanke der "Vielfalt des Gemeinsamen" im Vordergrund: Mit einem einzigen modularen Element entsteht architektonische Vielfalt - vom freistehenden Einzelobjekt bis zur hoch verdichteten Wohnanlage.

Bildmaterial bei Nennung der Quelle "TU Graz" honorarfrei verfügbar unter:
http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/one2one/index.htm
"one2one"
Projektpräsentation:
Termin: Donnerstag, 28. März 2008, 19 Uhr
Ort: TU Graz, Rechbauerstraße 12, Tiefparterre, Hörsaal 2
Vernissage der Ausstellung der Prototypen im Maßstab 1:1:
Termin: Freitag, 7. März 2008, 16 Uhr
Ort: Haus der Architektur, Palais Thinnfeld, Mariahilferstrasse 2
Dauer der Ausstellung: 7. bis 16. März 2008
Ort: Graz, Mariahilferplatz
Rückfragen:
Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Peter Schreibmayer
Institut für Architekturtechnologie
Email: schreibmayer@at.tugraz.at
Tel: +43 (0) 316 873 6302
Mobil: +43 (0) 650 46 27 913

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at
http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/one2one/index.htm

Weitere Berichte zu: Wohnform

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“
15.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor
15.12.2017 | inter 3 Institut für Ressourcenmanagement

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alexa und Co in unserem Kopf: Wo die Stimmerkennung im Gehirn sitzt

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chemiker der Uni Graz nutzen Treibhausgas zur Herstellung eines Wirkstoffs gegen Schlafkrankheit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zusammenarbeit von Fraunhofer und Universität in Würzburg bringt Medizinforschung voran

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie