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Auftakt zum Solar World Congress in Kassel

29.08.2011
Der weltgrößte Wissenschaftskongress zu Solarenergie und
-architektur ist am Montag in Kassel offiziell eröffnet worden. Rund 700 Wissenschaftler werden sich noch bis Freitag mit Fragen rund um die Energieversorgung der Zukunft befassen.

„Die Debatten um Klimawandel und `peak oil´, aber auch die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima haben die Bedeutung der erneuerbaren Energien erhöht und ihre Entwicklung in einer Weise beschleunigt, die vor zehn Jahren niemand vorhersehen konnte“, sagte Kongresspräsident Prof. Dr. Klaus Vajen von der Universität Kassel.

Bereits im vergangenen Jahr sei auf der Basis der Photovoltaik weltweit eine Leistung von 40 Gigawatt installiert gewesen. Dazu kämen weitere jeweils 200 Gigawatt Leistung aus thermischer Solarenergie und Windenergie. Der Kongress biete den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energie eine Plattform, um sich über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen auszutauschen. Die Konferenz gebe darüber hinaus Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die Gelegenheit, mögliche künftige Strategien zu debattieren.

“Wir werden derzeit Zeugen einer echten weltweiten Energierevolution”, sagte Dr. David S. Renné, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Solarenergie (ISES): „Industriestaaten und Entwicklungsländer setzen gleichermaßen auf den beschleunigten Einsatz erneuerbarer Energietechnologien, während sie Energiesparmaßnahmen und Methoden nachhaltiger Energieversorgung fördern.“ In den vergangenen 30 Jahren habe sich der weltweite Einsatz der Photovoltaik pro Jahr annähernd verdoppelt. Zugleich seien die Kosten mit jeder Verdoppelung der installierten Leistung um 20 oder mehr Prozent gesunken.

Ähnlich positive Trends ließen sich bei anderen erneuerbaren Energietechnologien beobachten. Dabei könne der Nutzen einer Wirtschaft, die auf erneuerbaren Energien basiere, bereits gezeigt werden, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern der Erde. „Diese Technologien schaffen Tausende von Jobs und geben der lokalen Wirtschaft die Chance, sich neu aufzustellen“, betonte Renné. Doch trotz dieser positiven Schritte bleibe noch vieles zu tun.

Die globale Kohlendioxid-Konzentration steige trotz der verzweifelten Warnungen vor den Klimafolgen weiter an, sagte der ISES-Präsident. In weiten Teilen der Erde gebe es keine sichere Energieversorgung. Fast 1,4 Milliarden Menschen lebten weiterhin ohne jeden Zugang zu modernen Energiedienstleistungen. Nicht zuletzt konkurrierten viele Länder weiterhin weltweit um traditionelle Energieträger.

„Unsere Vision ist es, allen Menschen den Zugang zu sauberer Energie zu ermöglichen, selbst den Ärmsten der Welt”, sagte Renné: „Wir wissen, dass unsere Technologie dazu bereit und diese Vision realistisch ist.“ Klar sei aber auch, dass dieses Ziel nur erreicht werden könne, wenn der politische Wille vorhanden sei sowie staatliches und privates Kapital mobilisiert werde: „Und wir wissen auch, dass alle Ebenen der Gesellschaft zusammenarbeiten müssen.“ Der diesjährige Weltsolarkongress gebe viele Beispiele für Initiativen, die in diese Richtung gehen.

Der Solar World Congress 2011 findet noch bis zum 2. September in Kassel statt. Ausrichter ist die Universität Kassel in Kooperation mit der International Solar Energy Society (ISES). Der Kongress beschäftigt sich mit sechs Themenfeldern:

* Heizen und Kühlen mit Sonnenenergie,
* Solararchitektur,
* Regenerative Stromversorgung,
* Energieversorgung ländlicher Gebiete,
* Ressourcenbewertung,
* Regenerative Energien und Gesellschaft.
Auf dem Solar World Congress treffen alle zwei Jahre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der weltweit wichtigsten Forschungsinstitute und Universitäten zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich der regenerativen Energien auszutauschen. Auch für Unternehmen der Solarbranche ist der Weltkongress ein wichtiger Treffpunkt.
In drei großen Plenarveranstaltungen am 30. und 31. August sowie am 1. September werden u. a. die führenden internationalen Wissenschaftsorganisationen, Industrievertreter und Regierungsvertreter miteinander diskutieren und das Zusammenwirken der regenerativen Energien

auf globaler Ebene – auch unter Berücksichtigung von Entwicklungs- und Schwellenländern – in den Fokus stellen.

Erstmals werden auf einem Solar World Congress besondere Angebote für Studentinnen und Studenten gemacht. Außerdem wird ein internationaler Doktoranden-Workshop stattfinden. Darüber hinaus hat die Universität Kassel Stipendien an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Entwicklungsländern vergeben. Durch diese Angebote können Informationen ausgetauscht werden und sich Netzwerke bilden. Im Rahmen des Begleitprogramms ist u. a. am 31.8. eine abendliche Diskussion führender deutscher Energiepolitiker mit jeweils kleinen Gruppen von Kongressteilnehmern vorgesehen.

Info
Prof. Dr. Klaus Vajen
Universität Kassel
Fachbereich Maschinenbau
Institut für Thermische Energietechnik
Solar- und Anlagentechnik
Tel.: +49/561/804-3891
E-Mail: vajen(at)uni-kassel.de
Dr. Guido Rijkhoek
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49/561/804-2217
Mobil: +49/170/9123210
E-Mail: rijkhoek(at)uni-kassel.de
Annette Ulbricht M. A.
Universität Kassel
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49/561/804-2474
E-Mail: ulbricht(at)uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

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