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Alter Traum in neuer Gestalt? Von der gedruckten zur digitalen Enzyklopädie

06.04.2009
Die Enzyklopädie der Neuzeit, ein Gemeinschaftsunternehmen des KWI und des Verlags J.B. Metzler ist mit dem Erscheinen des achten Bandes zur Hälfte fertiggestellt.

Aus diesem Anlass diskutieren Wissenschaftler am 22. April 2009, um 18.15 in Essen mit Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Paris, über die Bedeutung digitaler Medien für das kulturelle Erbe, eine Frage, deren Aktualität angesichts des Zusammensturzes des Historischen Archivs in Köln auf dramatische Weise deutlich geworden ist.

Seit Mai 2005 sind acht Bände der Enzyklopädie der Neuzeit erschienen, der zuletzt erschienene reicht von "Manufaktur" bis "Naturgeschichte". Damit ist dieses Gemeinschaftsunternehmen des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und des Stuttgarter Verlags J.B.Metzler, das zu den größten Publikationsprojekten der gegenwärtigen deutschen Geschichtswissenschaft zählt, zur Hälfte fertiggestellt.

In etwa 4.000 alphabetisch geordneten Artikeln erschließt die Enzyklopädie die europäische Geschichte der Neuzeit in ihrer zunehmenden globalen Verflechtung. Alle wesentlichen Entwicklungen in Politik und Recht, Wirtschaft und Gesellschaft, Naturwissenschaften und Kultur, Religion und Künsten, Umwelt und Technik werden berücksichtigt. Im Jahre 2012 wird das Werk mit dem Erscheinen des 16. Bandes abgeschlossen sein.

Das KWI nimmt den erfolgreichen Abschluss der ersten Etappe des Unternehmens zum Anlass, nach der kulturellen Bedeutung von Enzyklopädien in den europäischen Gesellschaften seit der Frühen Neuzeit zu fragen. Darüber hinaus werden im Rahmen der Veranstaltung aber auch die mit der Ausbreitung digitaler Medien verbundenen aktuellen Herausforderungen für die bisherigen Formen wissenschaftlichen Arbeitens und Publizierens zum Thema gemacht.

Nach Friedrich Jaegers einführender Präsentation der Enzyklopädie der Neuzeit wird Gudrun Gersmann in ihrem Vortrag zunächst den historischen Bogen von den großen Enzyklopädie-Projekten des 18. Jahrhunderts bis zu den digitalen Wissenschaftsmedien unserer Gegenwart schlagen. In der anschließenden Diskussion wird sie gemeinsam mit Claus Leggewie, Holger Simon und Manfred Thaller der Frage nachgehen, welche Bedeutung digitale Medien bei der Speicherung unseres kulturellen Erbes zukünftig spielen werden und welche institutionellen und politischen Implikationen sie besitzen.

Referentin:
Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Paris
Moderation:
Prof. Dr. Friedrich Jaeger, Geschäftsführender Herausgeber der Enzyklopädie der Neuzeit
Podium:
Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Paris
Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen
PD Dr. Holger Simon, Privatdozent am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln

Prof. Dr. Manfred Thaller, Professor am Institut für Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung an der Universität zu Köln

Datum: 22. April 2009, 18:15 Uhr
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen
Die Veranstaltung ist öffentlich.
Kontakt:
Magdalena Schaeffer, Pressesprecherin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI),

Tel. 0201 7204 -152, magdalena.schaeffer@kwi-nrw.de.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-196.html.
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.

Magdalena Schaeffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.kulturwissenschaften.de

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