Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3-2-1-Zero für die Weltraumroboter Phobos und Deimos

04.11.2013
Auf spannender Mission: TU Chemnitz gehört zu den zehn Teams, die vom 11. bis 12. November 2013 am "SpaceBot Cup" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt teilnehmen

Roboter sind heutzutage allgegenwärtig - auf der Erde und im All. Die mit Hightech vollgepackten Helfer übernehmen vielfältige Jobs. Die Weltraumrobotik gilt längst als Schrittmachertechnologie auch für terrestrische Anwendungen von der Medizintechnik bis zu Fahrerassistenzsystemen.

Für die Entwicklung neuartiger Roboter werden deshalb ständig kreative Köpfe gesucht. Vor diesem Hintergrund lobte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in diesem Jahr einen Wettbewerb aus - den "SpaceBot Cup", dessen Finale am 11. und 12. November 2013 in einer Supercrosshalle in Rheinbreitbach bei Bonn stattfindet. Die Robotik-Experten der Technischen Universität Chemnitz sind eines von zehn Teams, die mit ihren Weltraumrobotern daran teilnehmen.

Der Wettbewerb wird finanziell vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt. Jedes Team erhielt 50.000 Euro, um innerhalb von sieben Monaten ein robustes und intelligentes robotisches System zu entwickeln. "Unsere Roboter sollen beim Finale von einer Landezone aus ein zerklüftetes Gelände ähnlich einer Marsoberfläche erkunden, drei definierte Objekte finden, unter erschwerten Bedingungen transportieren und sie zusammenbauen", erläutert Prof. Dr. Peter Protzel, Inhaber der Professur Prozessautomatisierung der TU Chemnitz. "Zur Lösung der Aufgabe setzen wir auf ein Team von zwei identischen Robotern am Boden und einem Quadrocopter in der Luft, die auch zusammenarbeiten sollen. Das unterscheidet unser Konzept zum Beispiel von den aktuellen Missionen auf dem Mars, bei denen immer ein Roboter auf sich allein gestellt ist." Die Rahmenbedingungen beschreibt er wie folgt: "Die maximal 100 Kilogramm schweren Roboter sollen mittels Kameras und anderer Sensoren ein 28 mal 36 Meter großes Gelände mit Steigungen und Geröll autonom und ohne GPS erkunden und alle Transport- und Montageaufgaben innerhalb von nur einer Stunde erledigen. Es gibt eine simulierte Bodenstation, die aber keinen Sichtkontakt zu den Robotern hat und nur in zwei fünfminütigen Zeitfenstern Kommandos an die Roboter senden kann. Die bei Raumfahrt-Missionen üblichen Ausfälle und Verzögerungen der Kommunikationskanäle werden ebenfalls simuliert."

Die Konkurrenz ist groß, denn zu den Teams gehören unter anderem auch erfahrene Robotik-Experten der TU Berlin, der TU Braunschweig, des Forschungszentrums für Informatik Karlsruhe oder des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Bremen. Eine Jury aus Vertretern der Raumfahrtindustrie, der Robotik-Anwender und der Wissenschaft wird die Leistungen der Roboter bewerten und insbesondere den erreichten Autonomiegrad beurteilen. Die Sieger können ihre Lösungen anschließend auf den Fachmessen Automatica in München und ILA 2014 in Berlin medienwirksam präsentieren. Das DLR Raumfahrtmanagement hält zusätzlich einen Sonderpreis bereit.

Das Robotic-Team der Professur Prozessautomatisierung der TU Chemnitz geht guter Dinge als sechstes Team beim Finale an den Start. "Allein die Teilnahme am SpaceBot Cup ist für uns eine ideale Gelegenheit, um sehr viele Aspekte aus unserer Robotik-Forschung zu kombinieren und in einer spannenden Mission zusammenzuführen", sagt Teamleiter Dr. Niko Sünderhauf. Dies sei gleichzeitig auch die größte Herausforderung, denn beim SpaceBot Cup reiche es nicht aus, wenn einzelne Komponenten oder Algorithmen gut funktionieren, sondern alles müsse integriert werden und als Gesamtsystem zuverlässig arbeiten. "Insgesamt ist der SpaceBot Cup für uns auf jeden Fall das spannendste Projekt des Jahres", so Sünderhauf. Und vielleicht fließt ein Teil des Chemnitzer Know-hows auch in eine der kommenden Erkundungsmissionen von Robotern auf Mars oder Mond mit ein. Die beiden Bodenroboter haben bereits einen planetaren Bezug – zumindest namentlich. Die TU-Tüftler tauften sie nach den beiden Monden des Mars auf Phobos und Deimos. Na, dann: 3-2-1-Zero!

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Peter Protzel, Inhaber der Professur Prozessautomatisierung, Telefon 0371 531-33442, E-Mail protzel@etit.tu-chemnitz.de, und Dr. Niko Sünderhauf, Telefon 0371 531-35596, E-Mail niko.suenderhauf@etit.tu-chemnitz.de

Weitere Informationen zum Projekt (inklusive Videos):
http://www.tu-chemnitz.de/etit/proaut/forschung/spaceBotCup.html

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/etit/proaut/forschung/spaceBotCup.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von festen Körpern und Philosophen
23.02.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Spannungsfeld Elektromobilität
23.02.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics