Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wildtiere tropischer Regenwälder als Einnahmequelle für die ländliche Bevölkerung

11.08.2008
Göttinger Wissenschaftler: Wildtierbewirtschaftung soll einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten

Die Jagd nach Wildtieren ist für weite Teile der Bevölkerung Westafrikas wichtiger Teil der Lebenssicherung, sie bedroht jedoch die Tierbestände tropischer Regenwälder.

Mit dem Aufbau einer kommunalen Wildtierbewirtschaftung befasst sich ein Forschungsprojekt am Zentrum für Naturschutz der Universität Göttingen. Die Experten unter der Leitung von Dr. Matthias Waltert untersuchen mit Hilfe eines sozio-ökonomisch und ökologisch ausgerichteten Modells, unter welchen Bedingungen Wildtiere nachhaltig genutzt werden können.

In Zusammenarbeit mit der Landbevölkerung sollen daraus Strategien entwickelt werden, die sowohl die Tierressourcen schützen als auch einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Kooperationspartner sind Wissenschaftler in Kamerun und Nigeria. Die dreijährigen Arbeiten haben im August 2008 begonnen und werden von der VolkswagenStiftung mit rund 550.000 Euro gefördert.

Die Nutzung von Wildfleisch im tropischen Regenwald dient nicht nur der Gewinnung von proteinhaltigen Nahrungsmitteln, sondern erschließt zugleich auch zusätzliche Einnahmequellen. Dies gilt insbesondere für Waldantilopen wie die kleinen Ducker. "Der Buschfleischhandel ist ein entscheidender lokaler Wirtschaftsfaktor der armen ländlichen Bevölkerung.

Eine unkontrollierte Jagd führt jedoch zu einem Rückgang der Tierpopulationen, so dass damit auf lange Sicht die Lebensgrundlage der Dorfbewohner bedroht ist", erläutert Dr. Waltert. "Ziel einer kommunalen Wildtierbewirtschaftung ist es, sowohl den Lebensunterhalt der Menschen zu verbessern als auch die bestehenden Ökosysteme zu schützen."

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen lokale Dorfgemeinschaften und ihre Institutionen im nigerianischen Oban Hills-Regenwald und in Gebieten um den angrenzenden Korup-Nationalpark in Kamerun. Für diese Regionen werden die Wissenschaftler mit Hilfe von Geoinformationssystemen Simulationen durchführen: Sie sollen zeigen, wie sich mögliche Veränderungen im Jagdverhalten, in der Landnutzung oder in der Bevölkerungsdichte auf die Lebenssituation der Menschen und die Tierbestände auswirken.

Die Intergration sozial- und naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse bildet dabei die Basis für kommunal ausgerichtete Entwicklungsstrategien.

Kontaktadresse:
Dr. Matthias Waltert
Georg-August-Universität Göttingen, Zentrum für Naturschutz
Von-Siebold-Straße 2, 37075 Göttingen, Telefon (0551) 39-22313
e-mail: mwalter@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/~ubns
http://www.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Nur die Spitze des Eisbergs / Monitoring-Programme unterschätzen den Einfluss des Menschen
16.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie