Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moskitos bedrohen Fauna der Galapagos-Inseln

02.06.2009
Importierten Stechmücken schmeckt Schildkrötenblut

Galapagos-Riesenschildkröten werden von importierten Stechmücken bedroht, die Geschmack am Blut der Reptilien gefunden haben. Forscher der University of Leeds warnen nun in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PNAS vor dem zunehmenden Tourismus. Denn die zufällig eingeschleppten Insekten könnten nämlich auch Krankheiten mitbringen, gegen die die Schildkröten und Leguane nicht immun sind.

Die größten Landschildkröten der Erde, die bis zu 130 Zentimeter lang und bis zu 300 Kilogramm schwer werden können, sind auf den Inseln endemisch. Auf den Galapagos-Inseln konnten die Tiere aufgrund des Fehlens natürlicher Feinde so groß werden. Die Flora und Fauna der zu Ecuador gehörenden Inseln sind ein gutes Lehrbeispiel der Evolution.

Vor etwa 200.000 Jahren sind die ersten Stechmücken auf die Inseln gelangt. Doch die einzigen Säugetiere, die es auf den Inseln gab, waren Seelöwen. "Die Moskitos haben nach Nahrung gesucht und offensichtlich Geschmack am Blut der Schildkröten und Leguane gefunden", so Studienautor Arnaud Bataille von der University of Leeds. Vergleiche des Erbguts zwischen den Mücken am Festland und auf den Inseln zeigten deutlich, dass die Unterschiede ähnlich groß sind wie zwischen verschiedenen Arten. Gemessen an der Zahl der Unterschiede, dürften die beiden Gruppen seit mehr als 100.000 Jahren voneinander getrennt sein.

Insgesamt kennt man auf den Galapagos-Inseln drei verschiedene Stechmücken. Zwei davon wurden erst vor wenigen Jahren auf die Inseln gebracht. "Vermehrter Tourismus bedeutet auch ein größeres Risiko für dort lebende Tiere, eine bisher unbekannte Erkrankung zu bekommen", so die Forscher. Dass die Angst der Wissenschaftler nicht unbegründet ist, zeigen bereits Beispiele. Insgesamt konnten Forscher der ansässigen Darwin Foundation http://www.darwinfoundation.org 480 eingeschleppte wirbellose Tiere identifizieren. Darunter befinden sich auch zwei Feuerameisen-Arten, die endemischen Leguane bedrohen. Auch die immer größere Zahl an Haustieren wie Katzen, Hunde, Ziegen, Ratten, Schweine, Pferde, Esel, Hühner und Enten setzen der lokalen Fauna zu. Die Ziegen-Population auf der Insel Isabela etwa war vor zehn Jahren auf bis zu 125.000 Tiere gewachsen. Sie konkurrieren mit den 15.000 Riesenschildkröten um Nahrung und um Nistplätze. Katzen bedrohen das Überleben von Vogelarten.

Tourismus ist für die Galapagos-Inseln ein sehr lukrativer Geschäftszweig geworden. Experten fordern immer wieder, die Zahl der Besucher zu reglementieren. Die ecuadorianische Regierung hat nun veranlasst, dass Flugzeuginnenräume und Schiffsladungen mit Insektiziden besprüht werden müssen, um die Einschleppung von weiteren Arten zu verhindern. 2005 hatten die Besucherzahlen erstmals die 100.000-Marke überschritten. Mehr Touristen bedeuten jedoch mehr Personal, mehr Schiffs- und Flugverkehr, mehr Müll und mehr Platzverbrauch. Zusätzlich dazu kommt die steigende Armut im Mutterland. Dies hat in der Vergangenheit viele Ecuadorianer dazu veranlasst, ins Naturparadies zu siedeln und dort am Tourismus mitzuverdienen.(pressetext berichtete http://pressetext.at/news/090117004/ )

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fbs.leeds.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie