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Brasilien: Fonds zum Amazonasschutz gegründet

05.08.2008
21 Mrd. Dollar für den Klimaschutz

Der brasilianische Präsident Luis Inacio Lula da Silva hat einen internationalen Fonds zum Schutz des Amazonas gestartet.

Aus diesem sollen nach Vorstellungen von da Silva Projekte finanziert werden, die den Bewohnern des Amazonas Alternativen zum flächendeckenden Roden aufzeigen soll. "Dieser Fonds hat aufgrund seiner internationalen Verankerung auch sehr gute Chancen ein Meilenstein im Schutz des Amazonas zu werden", sagt Bernhard Obermayr, Waldexperte bei Greenpeace, gegenüber pressetext.

Denn im Gegensatz zu Vorgängerprojekten stehe hier nicht die brasilianische Regierung alleine mit ihrer Idee, sondern habe bereits zahlreiche internationale Hilfszusagen erhalten. "Wichtig ist, dass dieses Mal auch NGOs und lokale Gruppen vor Ort in die Planung mit einbezogen wurden. Denn diese wissen am besten, was für die Region gut ist", so Obermayr weiter.

Bis 2021 soll der Fonds über insgesamt 21 Mrd. Dollar verfügen, mit denen nachhaltige und umweltschützende Projekte realisiert werden. Dabei steht für Greenpeace an vorderster Stelle, dass nicht noch mehr Infrastrukturadern durch den Regenwald gezogen werden. "Wenn erst einmal eine Straße da ist, dann dauert es nicht lange, bis Plantagen-Mogule Gebiete rechts und links dieser roden, um dort Soja und Co. anzubauen", führt Obermayr aus.

Nur wenn nicht mehr skrupellose Geschäftsleute den Regenwald ausbeuten, sei eine Symbiose zwischen Mensch und Wald wieder möglich. Dabei betonte Obermayr, dass der Wald durchaus ein Lebensraum für den Menschen war und ist und das auch bleiben sollte. Denn bei ökologischer und nachhaltiger Nutzung könnten sowohl Wald als auch der Mensch sehr gut nebeneinander auskommen.

Im Gegensatz zu Vorgängerprojekten schätzt Obermayr auch die Erfolgschancen für das Gelingen dieses Projektes sehr hoch ein. "Der Waldschutz ist in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum der Klimadebatte geworden", meint er. Von daher schaue jetzt auch die Weltgemeinschaft auf die Länder, in denen es Regenwald gibt. "Doch wir dürfen diese Länder nicht alleine lassen. Das ist ein globales Problem, das man nicht nur auf Brasilien oder die anderen Regenwald besitzenden Länder abschieben darf", so Obermayr.

Denn der Raubbau an den natürlichen Ressourcen gehe von der ganzen Welt aus. So steige der Bedarf nach Biospritprodukten, die auf dem fruchtbaren Regenwaldboden angebaut werden, stetig. Gleiches gilt für edle Hölzer. "Brasilien ist im Gegensatz zum Kongo zum Beispiel aber ein aufstrebendes Land, das diese Herausforderungen - gemeinsam mit der Staatengemeinschaft - meistern kann", ergänzt Obermayr.

"Den Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes werden wir sicher nicht in einem Monat gewinnen. Das ist ein langfristiger Prozess", betont Carlos Minc, brasilianischer Umweltminister. Er versprach, dass seine Regierung nicht nur die illegalen Brandrodungen eindämmen wolle, sondern allen Bewohnern des Regenwaldes ein besseres Leben garantiere. "Und dafür braucht man viel Geld. Denn das Überwachen von Schutzgebieten, das Durchsetzen von Gesetzen, der Aufbau einer guten Justiz kostet viel Geld", so Waldexperte Obermayr. Präsident da Silva fügte in seiner Regierungserklärung zum neuen Fonds an: "Durch diesen Fonds können wir bei internationalen Verhandlungen erhobenen Hauptes den Raum betreten."

Erik Staschöfsky | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at

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