Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch-brasilianisches Verbundprojekt will Umweltmanagement im Hafenbereich verbessern

22.11.2007
Terramare-Wissenschaftlerin aus Brasilien zurück

Seit kurzem ist Dr. Daniela Brepohl zurück in Wilhelmshaven. Sie hat in Brasilien zusammen mit Prof. Dr. Gerd Liebezeit zahlreiche Proben im Hafenbereich der Stadt Paranaguá genommen, die aktuell untersucht werden. Ziel der Terramare-Forscher im Rahmen eines vom bmb+f unterstützten Projektes ist es, die Einflüsse hafenbedingter Aktivitäten auf Wasser- und Sedimentqualität zu untersuchen.

Ende Oktober kam die Deutsch-Brasilianerin Daniela Brepohl aus Brasilien zurück. Aktuell untersucht die Chemische Ozeanografin Sedimentproben, die sie zusammen mit Terramare-Leiter Prof. Gerd Liebezeit im Hafenbereich der brasilianischen 130 000-Einwohner-Stadt Paranaguá genommen hat. Ziel ist es, die Einflüsse der hafenbedingten Aktivitäten auf Wasser- und Sedimentqualität zu erfassen. Die Wissenschaftler arbeiten im Rahmen eines übergeordneten, vom Bundesforschungsministerium unterstützten und von der Universität Kiel koordinierten deutsch-brasilianischen Gemeinschaftsvorhabens. Das Projekt wird verbesserte Strategien entwickeln, um eine besonders unter Umweltaspekten nachhaltige brasilianische Hafenwirtschaft zu gewährleisten. Auch für deutsches Küstenzonenmanagement könnten die Ergebnisse hilfreich sein.

In erster Linie Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Kadmium und Zink, chlorierte Schadstoffe (PCB) und sogenannte Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind es, denen sich die Terramare-Forscher widmen. Herausfinden wollen sie vor allem, wo die Quellen für diese Stoffe zu finden sind, also etwa an Land oder auf den Schiffen, und wo sie letztendlich bleiben. Das könnten womöglich die Küstenbereiche oder die die etwa 300 Quadratkilometer große Paranaguá-Bucht säumenden und teilweise durch Nationalparks geschützten Mangrovenzonen sein (zum Vergleich: der Jadebusen an der deutschen Nordseeküste hat eine Fläche von etwa 190 Quadratkilometern).

... mehr zu:
»Umweltmanagement

160 Greiferproben vom Boden der Paranaguá-Bucht haben Brepohl und Liebezeit inzwischen zusammengetragen, die aufwändig durchgesiebt und extrahiert werden müssen. Dazu kommen noch einmal fast ebenso viele Wasserproben. "Die Korngrößenbestimmungen der Sedimentproben haben wir abgeschlossen," so Brepohl. Sie erlauben u.a. Rückschlüsse etwa auf Strömungsverhältnisse. Auch über die Schadstofffracht lassen sich Vermutungen anstellen. Jetzt sollen zunächst die hafennah gewonnenen Proben auf Umweltkontaminanten untersucht werden. "Wenn alles gut geht, erhalten wir hier die stärkeren Signale", so Brepohls Arbeitshypothese, wobei freilich - sich teilweise gegenseitig beeinflussende - Faktoren wie etwa die Korngrößen der Bodenablagerungen und Strömungen auch zu erst einmal unerwarteten Ergebnissen führen können, wie sie einschränkt. An besonders geeigneten Positionen sollen im kommenden Frühjahr Kernbohrungen durchgeführt werden. "Damit wollen wir herausfinden, wie sich die Belastungssituation über die Zeit entwickelt hat", erläutert Professor Liebezeit: "Bei einer Bohrtiefe von einem Meter und einem durchschnittlichen Sedimentaufwuchs von drei, vier Millimetern decken wir damit einen Zeitraum von etwa 250 bis 300 Jahren ab".

Bis zum Beginn der nächsten Kampagne sollen alle aktuellen Proben analysiert sein. "Wir sind davon abhängig, denn nur so können wir entscheiden, wo es sinnvoll ist, die Bohrkerne zu ziehen", erläutert Brepohl weiter. Zeit haben die Wissenschaftler noch bis Anfang Februar 2008. "Mitte Februar," konkretisiert die Ozeanografin, "nach dem brasilianischen Karneval," wie sie augenzwinkernd hinzufügt, "nehmen wir die nächsten Proben". Dann sollen neben Bohrkernen im Paranaguá-Gebiet auch Proben für Vergleichswerte aus einem durch Hafenwirtschaft nahezu unbeeinflußten Bereich in der etwa 50 Kilometer südlich dieses Ästuars gelegenen Guaratuba-Bucht gewonnen werden.

Kontakte:
Prof. Dr. Gerd Liebezeit
E-Mail: Gerd.Liebezeit@terramare.de
Tel.: +49 (04421) 944 - 100
Fax: +49 (04421) 944 - 199
Dr. Daniela Christine Brepohl
E-Mail: Daniela.Brepohl@terramare.de
Tel.: +49 (04421) 944 - 207
Fax: +49 (04421) 944 - 199
Forschungszentrum Terramare
Zentrum für Flachmeer-, Küsten und Meeresumweltforschung e.V.
Schleusenstr. 1
26382 Wilhelmshaven

Dr. Sibet Riexinger | idw
Weitere Informationen:
http://www.terramare.de/
http://harbours.wtz-brasilien.org/

Weitere Berichte zu: Umweltmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics