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Computer: vom Gegner zum Partner der Umwelt?

20.06.2007
Umweltforschungzentrum nutzt Interesse Jugendlicher an moderner Technik, um sie an die Natur heranzuführen
"Vom Computer zur Natur": In dem Internetprogramm können Jugendliche sich erst in den "Steckbriefen" verschiedener Tiere informieren und dann in Simulationen ausprobieren, wie sich Störungen der Umwelt auf das Leben "ihres" ausgewählten Tiers auswirken.

Osnabrück „Der Junge sitzt ja nur noch vorm Rechner und geht gar nicht mehr raus an die frische Luft,“ so klagen manche Eltern heute. Vergessen wird dabei, dass man die „Jugend von heute“ möglicherweise einfach nur anders ansprechen muss, damit sie sich mit der Natur beschäftigten. Den Computer dabei nicht als Konkurrenten für die Natur, sondern als Partner zu verstehen – das ist der Ansatz, den das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Umweltbildungsprojekt verfolgt. Im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der DBU wurden heute im Rahmen der Tagung „Biologische Vielfalt und moderner Lebensstil“ erste Ergebnisse präsentiert. Unter anderem dabei: ein Simulationsprogramm für das Internet, mit dem Schüler die „Rote Mauerbiene“ erst digital kennen lernen können, um sie dann in der Realität zu schützen.

"Vom Computer zur Natur"

„Wir greifen die Jugendlichen bei ihrer Freude an der Arbeit mit dem Computer und bringen sie so in die Natur. Das am PC Gelernte soll schließlich praktisch umgesetzt werden,“ so Dr. Karin Ulbrich vom UFZ. Dafür entwickele das Zentrum momentan die Bildungssoftware „Vom Computer zur Natur“. Das Programm werde unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben – analog zu den verschiedenen Altersstufen. Es baue auf wissenschaftlich fundierten, ökologischen Simulationsmodellen auf und beschäftige sich mit vier Themenbereichen: Biologie und Ökologie, Freilanduntersuchungen, Modellierung und Simulation sowie Praktischer Naturschutz.

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Wie lebt, was bedroht die Rote Mauerbiene?

In dem bald über das Internet zugänglichen Programm könne man zum Beispiel am Leben der „Roten Mauerbiene“ teilhaben und verschiedene Umgebungen simulieren. „Dadurch wird sehr deutlich, welche Auswirkungen Störfaktoren, wie zum Beispiel zu frühes Mähen von Wiesen, haben können,“ so Ulbrich. Ähnliches werde für Laubfrösche, Erdkröten und Ameisenbläulinge angeboten. „Das Programm ist damit für den normalen Biologie-Unterricht genauso geeignet wie für Spezialkurse, Facharbeiten, Praktika oder Projekttage,“ erklärt Ulbrich weiter.

Abgestimmte praktische Aktionen in der Natur

Die Daten für das Programm habe die Universität Halle zur Verfügung gestellt. Außerdem betont Ulbrich die Bedeutung der Zusammenarbeit mit vier Umweltbildungszentren für das Projekt: „Dort finden nicht nur Lehrerseminare statt, sondern werden zum Beispiel auch Nisthilfen für die Bienen angelegt.“ Jugendliche könnten so das Nistverhalten beobachten und auswerten. Ganz entscheidend dabei sei, dass die praktischen Projekte genau auf das Programm „Vom Computer zur Natur“ abgestimmt seien. Im Schulungszentrum Halle-Franzigmark wurde zum Beispiel ein „Wildbienen-Lehrpfad“ gestaltet und von Schülern eines örtlichen Gymnasiums ein Amphibienteich angelegt. Ähnliches passiere auch in Benediktbeuern, Papenburg und Wetzlar. Für Ulbrich einige erste von vielen Schritten in die richtige Richtung: „In Richtung Natur!“

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 22380):
Dr. Karin Ulbrich, UFZ Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig, Telefon: 0341 235-5315, Telefax: 0341 235-2534

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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