Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ETH Science City halbiert CO2-Ausstoss

17.04.2007
Die ETH Zürich reduziert den CO2-Ausstoss in Science City (ETH-Standort Hönggerberg) innerhalb von zehn Jahren um 50%. Um dieses Ziel zu erreichen, wird ab 2008 ein dynamisches Erdspeichersystem aufgebaut. Diese und weitere Massnahmen sind Teil eines umfassenden Energie- und Nachhaltigkeitskonzepts für Science City.

"Hochschulen tragen in Fragen der Nachhaltigkeit eine ganz besondere Ver-antwortung. Dies gilt nicht nur für Forschung und Lehre. Hochschulen sind auch gefordert, ihren Campus und dessen Betrieb nach Prinzipien der Nachhaltigkeit zu planen und zu führen und den CO2-Ausstoss zu reduzieren", erklärte Gerhard Schmitt, Vizepräsident der ETH Zürich für Planung und Logistik, am Dienstag vor den Medien. Da sich der ETH-Standort Hönggerberg zu Science City entwickelt und die zentrale Heizanlage ersetzt werden muss, bietet sich die Chance, die Frage der Nachhaltigkeit exemplarisch anzugehen.

Das Energiekonzept Science City ging für die Energieversorgung von verschiedenen Szenarien aus. Dabei zeigte sich, dass ein dynamisches Erdspeichersystem auf dem Hönggerberg mittel- und langfristig das effizienteste und flexibelste Konzept darstellt, um den CO2-Ausstoss um mindestens 50% zu reduzieren. Damit werden die Ziele des Kyoto-Protokolls weit übertroffen und die CO2-Emissionen liegen unterhalb der Forderungen der 2000-Watt-Gesellschaft. Der Bau eines Erdspeichersystems kostet rund 11.5 Mio. Franken. Das jährliche Einsparungspotenzial gegenüber den heutigen Energiekosten wird auf 1.5 Mio. Franken geschätzt.

Gemeinsam mit rund 500 Personen aus den Quartieren, der Politik, der Verwaltung, von Natur- und Umweltschutzorganisationen sowie von Verkehrs- und Energiefachstellen entwickelte die Projektleitung das Grundkonzept für eine umfassende nachhaltige Entwicklung von Science City. Diese Arbeit bildete zusammen mit dem Energiekonzept und dem Masterplan Science City die Grundlage eines Wettbewerbs, den die ETH Zürich im Oktober 2006 international ausschrieb. Die Teilnehmenden waren eingeladen, aus den vorliegenden Elementen ein umfassendes Konzept für die nachhaltige Gestaltung von Science City zu entwerfen. Dieses sollte alle drei Dimensionen der integrierten Nachhaltigkeit (Ökologie, Gesellschaft, Wirtschaft) berücksichtigen.

Von den 16 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen empfahl die Jury drei zur Weiterbearbeitung und prämierte sie mit je 10'000 Franken. Dabei handelt es sich um die Arbeiten von Studierenden der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, eines Teams des Instituts für Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Fachhochschule Winterthur sowie eines Teams der drei Planungsunternehmen Feld4, sa_partner und Thomas Bürki GmbH.

Die Erkenntnisse aus dem Energiekonzept und dem Wettbewerb wird die ETH Zürich in den kommenden Jahren sowohl in Science City wie auch an ihrem Standort im Zentrum umsetzen. Zudem beginnt sie, zusammen mit der Yale University in den USA, der University of Cambridge in England und der Australian National University in Canberra, einen internationalen Standard zur Definition nachhaltiger Hochschulgebiete zu erarbeiten. Seit Beginn des Projekts Science City verfolgt die ETH Zürich das Ziel, ihren Standort Hönggerberg zum Vorbild eines nachhaltigen Campus zu entwickeln. Dabei sieht sie Nachhaltigkeit nicht als eine Summe von Einzelmassnahmen, sondern als steuerndes Element, das in die gesamte Entwicklung integriert ist. Die jetzt beschlossenen Konzepte stehen am Ende eines zweijährigen Prozesses und geben den Weg in die Umsetzung frei.

Science City - Hochschulcampus und Stadtquartier

Seit 2003 entwickelt die ETH Zürich ihren Standort Hönggerberg kontinuierlich zur Science City, einem Hochschulcampus, der zugleich ein Stadtquartier ist. Science City versteht sich als Knotenpunkt von Hochschule und Gesellschaft, verbindet Ansprüche von Wissenschaft, Wirtschaft und Bevölkerung. Science City ist ein Modell der Hochschule der Zukunft. Die Entwicklung und Gestaltung von Science City folgt daher auch dem Prinzip einer integrierten Nachhaltigkeit. Die Umgestaltung des ETH-Standorts Hönggerberg zu Science City verläuft schrittweise und soll bis im Jahr 2011 abgeschlossen sein.

Franziska Schmid | idw
Weitere Informationen:
http://www.sciencecity.ethz.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie