Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutz jetzt Beine machen

17.10.2005


Treibhausgas-Ausstoß weltweit bis 2050 halbieren - Umweltbundesamt schlägt konkrete Maßnahmen vor


Das Umweltbundesamt (UBA) erwartet von der neuen Bundesregierung, den Klimaschutz mutig voranzutreiben: "Je länger sich wirksame Gegenmaßnahmen weltweit hinauszögern, desto höher werden die Risiken und Schäden des Klimawandels - zum Beispiel durch extreme Wetterereignisse. Unter einer großen Koalition bieten sich gute Möglichkeiten, Deutschland wirtschaftlich zu modernisieren und die Abhängigkeit von der Einfuhr teurer fossiler Rohstoffe zu verringern", sagt Prof. Andreas Troge, Präsident des UBA heute anlässlich der Veröffentlichung der Klimaschutz-Konzeption "Die Zukunft in unseren Händen - 21 Thesen für eine Klimaschutzpolitik des 21. Jahrhunderts" des Amtes. Das Credo des UBA: Eine gefährliche Störung des komplexen Klimasystems ist noch zu verhindern. Das UBA beschreibt auf 173 Seiten unter anderem, mit welchen Maßnahmen und Instrumenten das zum Beispiel in den Bereichen Verkehr und Energieerzeugung zu schaffen ist. Die 21 Thesen des UBA zum Klimaschutz sind im Internet unter www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/index.htm erhältlich.

Viele Studien zu bereits eingetretenen und noch zu erwartenden Klimaänderungen belegen, wie sensibel das Klima auf den vom Menschen mit verursachten Treibhauseffekt reagiert. Bis heute sind die Temperaturen weltweit im Durchschnitt bereits um 0,7 Grad Celsius (°C) gegenüber 1900 gestiegen. Das UBA empfiehlt, diesen Anstieg langfristig auf höchstens 2°C zu begrenzen. Dazu ist die Konzentration der klimawirksamen Gase in der Atmosphäre mittelfristig auf dem heutigen Niveau sowie langfristig sogar darunter zu stabilisieren. Weltweit sind dazu die Emissionen der Treibhausgase bis zum Jahr 2050 in etwa zu halbieren.


Industriestaaten - wie Deutschland - sind wegen ihrer - auch schon in der Vergangenheit verursachten - hohen Emissionen und großen Wirtschaftskraft verpflichtet - sowie in der Lage -, einen besonderen Beitrag zur notwendigen Emissionsminderung zu leisten. Das vom Europäischen Rat im März diesen Jahres vorgeschlagene Ziel, bis zum Jahr 2020 15 bis 30 Prozent weniger klimawirksame Emissionen auszustoßen, betrachtet das UBA nur als ausreichend, falls sich die Industriestaaten am oberen Rand der Vorschläge orientieren. Bis zum Jahr 2050 sind sogar Emissionsminderungen der Treibhausgase um mindestens 80 Prozent in den Industriestaaten nötig. Auch die Schwellen- und Entwicklungsländer müssen mittelfristig zum Klimaschutz beitragen: Das UBA schlägt dazu ein Vier-Stufen-Modell vor, das für die heutigen Entwicklungsländer - zeitlich und nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit sowie nach Treibhausgasausstoß pro Kopf gestaffelt - unterschiedliche Verpflichtungen vorsieht.

Für Deutschland zeigen Analysen: Es ist sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich tragfähig, bis zur Mitte des Jahrhunderts den Energieverbrauch zu halbieren und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis zu 80 Prozent zu senken. Dafür ist Energie besser zu nutzen und rationeller einzusetzen. "Wir sollten das aus den Energieträgern herausholen, was in ihnen steckt", so UBA-Präsident Troge. Wichtig sei zudem, den eingeschlagenen Kurs zum Ausbau der Erneuerbaren Energien fortzusetzen - bis 2050 sollten Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie mindestens die Hälfte zu unserem Energieverbrauch beitragen.

Um die vorhandenen technischen Potentiale auszuschöpfen, sind in den nächsten 25 Jahren viele Maßnahmen in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft nötig. Die UBA-Klimschutzkonzeption beschreibt die dafür notwendigen Instrumente der EU sowie des Bundes, der Länder und Kommunen.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Emission Energieverbrauch Klimaschutz Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie