Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

50 Mio. Umweltflüchtlinge befürchtet

11.10.2005


UN-Universität warnt vor weiträumiger Boden-Degradation


Ersten Schätzungen von Experten der United Nations High Commission For Refugees UNHCR zufolge, werden an die 50 Mio. Menschen in den kommenden fünf Jahren zu "Umweltflüchtlingen" werden. Die Gründe dafür liegen in der zunehmenden Zerstörung der Umwelt und der Infrastruktur. Um diese Ursachen zu erforschen und Lösungen zu finden, hat die UN-Universitäteine Konferenz "Measuring The Unmeasurable", die ab morgen, Mittwoch, in Bonn stattfindet, anberaumt.

Bei der Konferenz, soll diskutiert werden, wie Regionen am besten vor den Umweltgefahren bewahrt werden können und wie man die Regionen und ihre Gefährdung messbar machen kann. "Dazu werden Experten aus dem vom Tsunami betroffenen Regionen in Sri Lanka anreisen und aufzeigen inwieweit die Infrastruktur wieder hergestellt werden konnte und welche Ansätze es nach der verheerenden Katastrophe gibt", so Jörn Birkmann vom Institute for Environment and Human Society an der UN-Universität im pressetext-Interview. Brinkmann ist Mitveranstalter der Konferenz, zu der mehr als 55 internationale Experten aus 17 Ländern über Konzepte diskutieren werden. "Dabei steht die Krisenprävention im Vordergrund", erklärt der Wissenschaftler.


Die Definition des Terminus "Vulnerabilität" ist ein zentraler Punkt der Veranstaltung. Birkmann hält die Zahl der Flüchtlinge, die von der UNHCR genannt werden für "vorstellbar". Es komme vielfach darauf an, wie die lokale Bevölkerung den Druck zu spüren bekommt und ob Migration ein Ansatzpunkt oder lediglich eine Verzweiflungstat sei. "Bodendegradation ist ein großes Problem. Die Ursachen sind Naturkatastrophen oder fortschreitende Wüstenbildung durch Abholzung", erklärt Birkmann. Nach ersten Untersuchungen fordern solche Umweltbedingungen mindestens ebenso viele Probleme wie politische Krisen und soziale Ungerechtigkeiten, so der Experte abschließend. Wie problematisch die Katastrophenvorsorge eigentlich ist, zeigte sich am Hurrikan Katrina. Und das obwohl diese Naturkatastrophe ein industrialisiertes Land getroffen hat.

"In ärmeren Regionen ist einer der wesentlichen Gründe um das Land zu verlassen die Boden-Degradation und zunehmende Verwüstung. Ursachen dafür liegen in der nicht nachhaltigen Bodennutzung, Klimaveränderung und zu großem Bevölkerungswachstum", erklärt der Experte Janos Bogardi. Ein zweiter Punkt sei die Gefahr der Überflutungen. Die Ursachen dafür, nehmen Experten an, liegen in der globalen Erwärmung. Nach Angaben von des World Disaster Report von 1999, wird die Zahl der Umweltflüchtlinge bis 2010 auf fünf Mio. Menschen ansteigen. Allein in diesem Jahr verursachten Umweltkatastrophen mehr Flüchtlinge als alle bewaffneten Konflikte. Die verminderten Erträge in der Landwirtschaft, Trockenheit, Heuschreckenplagen, Überflutungen und Abholzung haben 25 Mio. Menschen dazu veranlasst, ihren Lebensraum zu verlassen. Der Großteil wanderte in urbane Gebiete ab. Nach Meinung der UNU brauchen solche Flüchtlinge einen besseren Schutz als sie ihn heute haben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ehs.unu.edu

Weitere Berichte zu: Abholzung Naturkatastrophe Überflutungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive