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Was schadet mehr? Partikelfilter oder Feinstpartikel

23.09.2005


Experte kritisiert Filter als "Sauberes Image ohne Gesundheitsvorteil"



Was schadet unserer Umwelt mehr? Der Partikelfilter, der nur Russpartikel bis einer bestimmten Größe bzw. Kleinheit von max. 0,1 Mikrometer Teilchengröße und damit die sichtbaren Bestandteile im Abgas aus Dieselmotoren abscheidet oder die Feinstpartikel, die in jedem Verbrennungsprozess teilweise als kanzerogene Stoffe ungehindert in die freie Atmosphäre emittiert werden. Gerhard Fleischhacker, Entwickler und Forscher von CEF-Austria: "Das Problem dabei ist: Der Partikelfilter und der Feinststaub sind kohärente Faktoren", erklärt Fleischhacker.



"Der Feinststaub in der freien Atmosphäre, ist in Abhängigkeit vom Emittenten - in der Korngröße zumeist kleiner als drei Mikrometer und kann demnach auch als Schwebestaub oder Aerosol bezeichnet werden", meint der Forscher. Derzeit werde nur nach der Gesamt-Masse aller Teilchen in einem Kubikmeter Luft oder Gas unterschieden. Der gesetzlich definierte Grenzwert schreibt vor, dass der Teilchendurchmesser aller Partikel kleiner als zehn Mikrometer (PM 10) sein muss. In den USA liegt dieser Grenzwert bei 2.5 Mikrometer (PM 2,5). "Die Einhaltung dieser Grenzwerte ist technisch eine Herausforderung, die große Probleme bereitet. Letztendlich ist es auch messtechnisch schwierig, geringe Teilchenkonzentrationen bei geringem Teilchengrößen mit ausreichender Messgenauigkeit nachzuweisen", führt der Experte aus. Der Gesetzgeber ist daher nach dem Stand der Technik derzeit nur befugt, die Beschränkung der Teilchengesamtmasse in einem bestimmten Gas- oder Luftvolumen, als Grenzwert zu definieren oder festzulegen. "In einem bestimmten Luft- oder Gasvolumen sind aber verhältnismäßig wenig große massebehafteten Teile enthalten, aber ungleich viele kleine Russ-Teilchen oder Feinststaub bzw. Aerosole - die Gesundheitskiller schlechthin", so Fleischhacker.

Die großen Staub- oder Russpartikel mit Teilchengrößen mehr als drei Mikrometer sind mit dem freien Auge gerade noch erkennbar. "Die größeren Partikel, die sich nach kurzer Zeit in der freien Atmosphäre als Deposition abgelagern und können demnach die Atemluft nur mehr untergeordnet beeinträchtigen", erklärt Fleischhacker im pressetext-interview. Die feinen Staub- oder Russpartikel, die kleiner als drei Mikrometer sind, und nicht mehr sichtbar sind, stellen jedoch die größere Gefahr dar. "Vor allem bei der Verbrennung in Motoren, insbesondere Dieselmotoren, werden mit dem Abgas unverhältnismäßig viele Feinstpartikel emittiert". Als besonders problematisch bezeichnet der Forscher die gesetzliche Regelung von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Diese sage nichts über die Teilchenzahl der in die freie Atmosphäre vorhandenen Feinstpartikel oder lungengängigen Aerosole aus.

"Es ist Stand der Technik, das zur Abscheidung von Feinstpartikeln Partikelfilter ein untaugliches Mittel sind, weil die Filtertechnik dafür generell nicht geeignet ist", sagt Fleischhacker. Dem Hersteller eines Partikelfilters sind hinsichtlich des freien Filter- Durchströmquerschnittes physikalische Grenzen gesetzt. Teilchen bis zu einer minimalen Korngröße von 0,1 Mikrometer können teilweise noch mit Hilfe von Adhäsionskräften an das Filtermedium abgelagert werden, um nach dem Zuwachsen des Filters abgebrannt zu werden. "Dieser Abbrand führt aber vom Regen in die Traufe, da die zusätzliche Bildung von kanzerogenen Stoffen wie Dioxinen eine nicht gewollte Konsequenz der Filterreinigung oder besser gesagt des Abbrandes sein kann", so Fleischhacker. "Der Partikelfilter erhöht damit nur die schädliche Wirkung der Feinstpartikel. Er verleiht unserer Umwelt nur eine sauberes Image aber keine Gesundheit", so Fleischhacker abschließend.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cefaustria.at

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