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Salzburg AG - Weltneuheit: 1. erdgasbetriebene Pistenraupe aus Salzburg

11.03.2005


Die Salzburg AG entwickelte gemeinsam mit dem adc Lungau eine Weltneuheit: Die erste erdgasbetriebene Pistenraupe im alpinen Bereich. Dazu kommen der Aufbau einer mobilen Erdgastankstelle sowie der erdgasbetriebene Ski-Doo. Erdgas als Kraftstoff ist nun auch für den Einsatz im alpinen Bereich eine umweltfreundliche Alternative.

Innovationen, made in Salzburg



Eine umfangreiche Konzeptstudie des adc Lungau (alpine driving center Lungau) im Auftrag der Salzburg AG hatte im Juni 2004 die Machbarkeit des Einsatzes von Erdgasfahrzeugen im alpinen Bereich ergeben. Parallel dazu hatte die Salzburg AG ein Konzept für die Erdgasversorgung von alpinen Gebieten mittels einer mobilen Erdgastankstelle (Containersystem) entwickelt. "Zu Beginn 2004 hatten wir die Idee, Erdgas als Kraftstoff auch im alpinen Bereich einzusetzen. Nach einer technischen Machbarkeitstudie und der Suche nach optimalen Projektpartnern, beschlossen wir, eine erdgasbetriebene Pistenraupe herzustellen und eine mobile Tankstelle zu konstruieren", erläutert Dr. Arno Gasteiger, Sprecher des Vorstands der Salzburg AG. "Der Zeitplan war knapp gesetzt, so beschlossen wir die beim adc Lungau vorhandene Pistenraupe vom Typ Kässbohrer Pistenbully mit einem neuen serienmäßigen Erdgasmotor auszustatten. Zusätzlich wurde ein neuer Motorschlitten (Ski-Doo) vom Typ Bombardier-Rotax mit einer Erdgasanlage nachgerüstet", ergänzt DI Christian Schyr vom adc Lungau.

Umweltfreundlich durch Schadstoffreduktion

"Mit dieser Innovation ist Salzburg einmal mehr eine ökologische Region, die für eine bessere Luft für alle Salzburgerinnen und Salzburger, für alle Touristen und für unsere Natur sorgt" betont LH-Stv. und Aufsichtsrats-Vorsitzender der Salzburg AG, Dr. Othmar Raus. Erdgas als Kraftstoff gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zur Entlastung der Umwelt bietet sich das Naturprodukt Erdgas als idealer Kraftstoff an, wobei die Verbrennung fast vollkommen ruß- und partikelfrei erfolgt. "Die schädlichen Abgase sind im Vergleich zu Diesel und Benzin auf ein Minimum reduziert. Der Anteil von CO, CO_ und NOx wird durch den Umstieg auf Erdgas deutlich gesenkt", erklärt Raus erfreut. "Ein Ziel der EU ist es, bis 2020 10 Prozent des Treibstoffes mit Erdgas abzudecken. Bei Erreichung dieses Ziels würde man alleine in Österreich 250.000 Tonnen CO2 einsparen und 7.000 Tonnen NOx", ergänzt Gasteiger. "Durch das günstige Wasserstoff/Kohlenstoffverhältnis verschieben sich die Verbrennungsprodukte von CO und Co_ zu H_O. Der Erdgasmotor arbeitet leiser als Benzin- oder Dieselmotoren, diese Gründe wirken sich in einem touristisch erschlossenen Gebiet natürlich als sehr vorteilhaft aus. Erdgasfahrzeuge weisen zudem eine geringere Höhenempfindlichkeit und ein besseres Kaltstartverhalten als Dieselaggregate auf", erklärt Schyr.

Motorschlitten und Pistenraupe

Der serienmäßige Motorschlitten wurde durch Ergänzung mit zwei Erdgastanks und Modifikation des Motormanagements auf einen bivalenten Betrieb umgerüstet. Die Pistenraupe war zuvor mit einem Mercedes-Benz Dieselmotor ausgerüstet. Als neues Aggregat wurde ein Erdgasmotor der Firma Iveco ausgewählt, hierbei handelt es sich um einen Otto-Gasmotor, welcher serienmäßig in Stadtbussen eingesetzt wird. "Würde man im Land Salzburg alle Pistenraupen, die derzeit im Einsatz sind, auf Erdgas umstellen - das wären ca. 100 Stück - so könnte man 1.600 Tonnen CO2, 45 Tonnen NOx und 7 Tonnen Partikel einsparen", betont Raus.

Einsatzgebiet der "Erdgas-Neuheiten"

Das Einsatzgebiet der Pistenraupe, des Motorschlitten sowie der mobilen Tankstelle ist die Handling- und Versuchsstrecke des adc Lungau im Gemeindegebiet von Tweng auf einer Seehöhe von 1.200 m. Auf dem ca. 10 ha großen Gelände werden in dieser Wintersaison ca. 2,5 km Handlingkurse und 25.000 qm Dynamikflächen präpariert. Dabei beträgt die durchschnittliche Präparierungsdauer mit der Pistenraupe rund 4 Stunden pro Tag. Das Auffüllen des Tanks erfolgt durch das am Handlingkurs aufgestellte mobile Erdgas-Trailersystem der Salzburg AG. Der Motorschlitten wird seit Anfang des Jahres in Saalbach-Hinterglemm gestestet. Ein zweiter Ski-Doo wird von den Hinterglemmer Bergbahnen umgerüstet und ist bis Saisonende im Testbetrieb.

Bisherige Ergebnisse

Die Motorleistung entspricht den Erwartungen und ist im Vergleich zum Dieselmotor gleichwertig. Die durchschnittliche Reichweite bei einer Nutzung beider Druckflaschenbündel mit insgesamt 600 kg Erdgas beträgt 9 Stunden. Es war auch bei Außentemperaturen bis minus 20 Grad problemlos möglich, den Erdgasmotor ohne spezielle Maßnahmen wie Kühlwasservorwärmung zu starten. Des Weiteren sind die Abgasreduktionen des Iveco Motors enorm. "Zusammenfassend kann man sagen, dass die beiden umgerüsteten Fahrzeuge sich in der Einsatzerprobung bewährt und die Erwartungen voll erfüllt haben", betont Gasteiger.

Vorteile auf einen Blick

  • Enorme Schadstoffreduktion
  • Wirtschaftlich
  • Geringer Höhenempfindlichkeit
  • Besseres Kaltstartverhalten
  • Motor arbeitet leiser

Mobile Erdgastankstelle

Durch die Entwicklung einer mobilen Erdgastankstelle ist die Salzburg AG jetzt in der Lage auch in jenen alpinen Gebieten, in welchen sich keine Erdgasleitung befindet, Erdgas als Kraftstoff anzubieten. Da Erdgas keine Gefährdung für das Grundwasser darstellt, ist die mobile Erdgastankstelle gerade im alpinen Bereich eine umweltfreundliche Alternative zu Dieseltankstellen.

Autos und Tankstellen in Serie

Erdgasfahrzeuge werden inzwischen in Serie produziert. Ohne den Tankstellen-Ausbau kann sich hierzulande allerdings kein Markt für Erdgasfahrzeuge entwickeln. Im Bundesland Salzburg gibt es derzeit 8 Erdgas-Zapfsäulen. Das Tankstellen-Netz soll noch heuer auf 12 Stationen ausgeweitet werden. "Mit der Umsetzung ist die komplette Durchfahrt durch das Bundesland Salzburg mehr als gewährleistet", betont Gasteiger.

Projektpartner und technische Daten

Auftraggeber: Salzburg AG
Projektabwicklung: adc Lungau Antriebstechnik GmbH, Mariapfarr
Konzept: Institut für Produktentwicklung, Universität Karlsruhe
Konstruktion: tech-solute GmbH, Karlsruhe
Erdgasmotor: Iveco Motors, Neckarsulm
Gasflaschen: SKS Griesmaier KEG, Neuhofen
Gasanlage: Holzer GmbH, Weiz
Abgasmesstechnik: AVL List GmbH, Graz

Sigi Kämmerer | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.erdgas-fahrzeug.at
http://www.salzburg-ag.at

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