Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel beeinflusst biologische Vielfalt spürbar

06.09.2004


Bundesamt für Naturschutz legt Literaturstudie vor



Nachdem der Klimawandel durch Temperaturerhöhungen und CO2-Zunahme in der Atmosphäre bereits messbar ist, lässt er sich auch an Pflanzen und Tieren in der heimischen Natur nachweisen: Pflanzen blühen und fruchten früher, Zugvögel ziehen im Winter nicht mehr fort und die Bewohner der Meere verändern ihr Wanderungsverhalten.

... mehr zu:
»Auswirkung »Klimawandel »Kuckuck


Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Auswertung von 1.000 Literaturzitaten, die das Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Göttingen für das Bundes-amt für Naturschutz (BfN) vorgenommen hat. Viele Arten reagieren demnach bereits auf die Klimaveränderungen, indem sie ihr Verhalten verändern, ihren Lebensrhythmus anpassen oder sich ihre Verbreitungsgebiete verschieben. Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind kaum vorhersagbar. Es scheint aber absehbar, dass neue Arten mit noch unbekannten Eigenschaften einwandern und klimabedingte Artenverluste heimischer Arten zunehmen werden. Diese können in den nächsten Jahrzehnten sogar weitaus höher sein als es andere menschliche Gefährdungs-faktoren bisher jemals waren. "In Deutschland könnten zwischen 5 und 30 % der Arten ausster-ben. Wenn eine Reduktion der Klimaerwärmung nicht gelingt", so der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz Prof. Hartmut Vogtmann, "können nur größere, vernetzte Schutzgebiete genügend Ausweich- bzw. Wanderungsmöglichkeiten bieten."

Andere menschliche Einflüsse wie Nährstoffanreicherung und Luftverschmutzung wirken dabei mit dem Klimawandel zusammen. Deshalb ist es oft schwierig zu sagen, welchen Anteil Klimaverän-derungen an der Ausbreitung z.B. des Rankenden Lerchensporns (Ceratocapnos claviculata) haben. Bei Vogelarten dagegen existieren oft jahrhundertelange Aufzeichnungen. So ist bekannt, dass sich der Bienenfresser (Merops apiaster) in wärmeren Zeiten ausbreitet. Sein Vorkommen ist für das Jahr 1638 im Saaletal in Sachsen-Anhalt belegt, in der folgenden sogenannten "kleinen Kaltzeit" verschwand er wieder. Seit 1990 ist er dort wieder mit inzwischen ca. 100 Brutpaaren anzutreffen. Dem gegenüber rückt der kühlebedürftige Wasserpieper (Anthus spinoletta) im Schwarzwald in immer höhere, kühlere Regionen auf. Der Kuckuck ist ein Beispiel für die komplexe Auswirkung des Klimawandels: Seine "Opfer" kehren inzwischen früher heim, aber er hat seinen Ankunftszeitpunkt nicht angepasst, so dass er bereits belegte Nester vorfindet. Als "Kompensation" weicht er auf höhere, kühlere Lagen aus. "Wie lange es aber Arten wie dem Kuckuck bei uns nicht "zu heiß" wird, ist fraglich" so Prof. Vogtmann. "Um unsere Tier- und Pflanzenwelt nicht einem Experiment mit ungewissem Ausgang zu unterziehen, ist es erforderlich, den Klimaschutz weiter voranzutreiben. Dazu gehört auch die naturverträgliche Nutzung erneuerbarer Energien".

Die 40seitige Studie kann bezogen werden beim: Bundesamt für Naturschutz - FG I I.2, Konstan-tinstr. 110, 53179 Bonn, E-Mail: neobiota@bfn.de

Hinweis: Naturathlon 2004 - Natur bewegt - 16.9. bis 3.10.2004

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturathlon.de

Weitere Berichte zu: Auswirkung Klimawandel Kuckuck

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie