Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronik mit verlängertem Leben

26.08.2004


Ab dem kommenden Jahr müssen Hersteller ihre elektronischen Altgeräte zurücknehmen und teilweise wieder verwerten. Und ab 2006 dürfen elektronische Geräte kein Blei mehr enthalten. Eine Fachtagung in Berlin beleuchtet, wie diese Vorgaben umgesetzt werden können.



Der Erfolg der Elektronik überschwemmt die Industrienationen mit Elektronikschrott. Allein im Jahr 2000 waren es mehr als sechs Millionen Tonnen. Und in der Europäischen Union steigt die Menge an Elektronikmüll dreimal so schnell wie die der kommunalen Abfälle. Die EU hat auf das Problem inzwischen mit gesetzlichen Vorgaben reagiert: Vom kommenden Jahr an müssen Hersteller ihre Altgeräte zurücknehmen und wieder verwerten. Doch niemand weiß, wie die Abläufe gestaltet werden sollen. Ein zweite Herausforderung an die Industrie: Ab 2006 dürfen elektronische Geräte kein Blei mehr enthalten. Erfahrungen mit dem Einsatz bleifreier Lote diskutieren Mitarbeiter führender Unternehmen auf der internationalen Fachtagung »Electronics goes Green 2004«. Dort sprechen sie auch über Strategien zum ökologisch und ökonomisch sinnvollen Umgang mit Elektronikschrott. Die weltweit größte Tagung zum Umweltschutz in der Elektronik findet vom 6. bis 8. September in Berlin statt.

... mehr zu:
»Altgerät »Blei »Elektronik »IZM


Forscher vom dort ansässigen Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM arbeiten derzeit intensiv daran, bleifreie Systeme zu entwickeln und deren Zuverlässigkeit und Umweltverhalten zu bewerten. Dies betrifft sowohl klassische Verbindungstechniken wie SMD (Surface Mounted Device) als auch moderne wie Wafer Level Bumping und Flip Chip.

Bei der Entsorgung von Altgeräten heißt der klassische Lösungsweg: Schreddern, Kupfer und Edelmetalle zurückzugewinnen sowie Kunststoffe energetisch zu verwerten, also meist zu verbrennen. Wirtschaftlich sinnvoller kann es sein, ganze Bauteile in neuen Produkten wieder zu verwenden, schon um den Ersatzteilbedarf zu decken. Die Forscher des IZM haben daher gemeinsam mit Kollegen der TU Berlin eine computergesteuerte Reparatur- und Demontagelinie entwickelt. Einsatz finden kann diese Anlage beispielsweise in der Autoelektronik: Automobile rollen durchschnittlich 12 Jahre über die Straßen; die zugehörigen Ersatzteile werden im Laufe der Zeit jedoch oft nicht mehr hergestellt. Daher dienen Schrottautos als Lieferanten der begehrten Komponenten. Um deren Qualität sicherzustellen, werden Datenschreiber und Ausfallindikatoren verwendet, die in das entsprechende Gerät integriert werden. Sie reagieren auf alle ungewöhnlichen Ereignisse wie drastische Beschleunigungen bei Unfällen, gefährlich überhöhte Temperaturen oder Drücke. Die im elektronischen Gedächtnis gespeicherten Daten verraten dem Kundigen später alle »Krisen« im Lebenslauf des Bauteils.

Dr. Johannes Ehrlenspiel | CORDIS Wire
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Altgerät Blei Elektronik IZM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor
23.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wenn Korallen Plastik fressen
23.05.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics