Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausbau der erneuerbaren Energien bringt Vorteile für Klima, Umwelt und Volkswirtschaft

19.03.2004


Leitstudie berechnet langfristige Abschätzungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2050



Bis 2050 können in Deutschland 65 Prozent des Stromverbrauchs und 50 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Das spart im Jahr 2050 mindestens 75 Prozent der Treibhausgasemissionen (gegenüber 2000) ein. Diese ambitionierten Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien sind unter Beachtung aller Umwelt- und Naturschutzanliegen realisierbar und zugleich ökonomisch vorteilhaft. Voraussetzung für eine zukunftsfähige Energieversorgung ist auch eine deutliche Effizienzsteigerung bei der Nutzung fossiler Energien. Dies sind Ergebnisse einer vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie.



Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Langfristig gesehen ist der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur unter umweltpolitischen Gesichtspunkten vorteilhaft, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht einer Strategie vorzuziehen, die überwiegend auf fossile Energien setzt. Die Studie belegt, dass weder Umweltschutz noch Wirtschaftlichkeit gegen die erneuerbaren Energien ausgespielt werden können. Wer immer noch künstlich einen Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie konstruiert, denkt rueckwärtsgewandt."

Die Bundesregierung will den Anteil der erneuerbaren Energien im Strombereich bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis 2020 auf mindestens 20 Prozent erhöhen. Dieser Anteil liegt heute bei fast 8 Prozent im Strom- und bei 4,2 Prozent im Wärmebereich.

Der Studie "Ökologisch optimierter Ausbau der erneuerbaren Energien" wurde im Auftrag des Bundesumweltministeriums vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Stuttgart), dem Institut fuer Energie- und Umweltforschung (ifeu, Heidelberg) und dem Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt (WI) in dreijähriger Arbeit erstellt. Der Studie liegt ein langer Betrachtungszeitraum zugrunde; bewusst wird eine mittelfristige Abschätzung bis 2020 und eine langfristige Abschätzung bis 2050 vorgenommen. Eingeflossen sind auch Ergebnisse wichtiger anderer Studien, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes und des Bundesamtes für Naturschutz gefertigt wurden. Damit sind die aktuell verfügbaren ökologischen, ökonomischen und technischen Daten und Fakten über die erneuerbaren Energien umfassend analysiert und bewertet worden. Bundesumweltminister Trittin und der Leiter des Projektteams, Joachim Nitsch vom DLR, präsentierten heute die Ergebnisse einer 45-seitigen Kurzfassung. Die Langfassung der Studie, die noch in Arbeit ist, soll am 12. Mai 2004 im Rahmen einer Fachtagung in Berlin vorgestellt werden.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Nutzungspotenziale der erneuerbaren Energien selbst unter Anlegung strenger Kriterien an Umwelt- und Naturschutz beträchtlich sind. Einschränkungen im Hinblick darauf, z. B. begrenzte verfügbare Flächen, werden beachtet. Es wird erstmals die Methode der dynamischen Ökobilanzierungen verwendet. Dabei werden Änderungen des Energieträgermixes und der technischen Entwicklung auf der Zeitachse, u. a. ein wachsender Anteil der erneuerbaren Energien und daraus resultierende, sinkende Belastungen für die Umwelt einbezogen.

Bis 2020 ist der entscheidende Zeitraum für Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien, um die notwendige Kosteneffizienz zu erreichen. Dafür wird ein klarer Rahmen gebraucht. In etwa 20 Jahren werden die Kosten pro kWh unter die für konventionelle Energien sinken.

Bundesumweltminister Trittin: "Die Studie bestätigt, dass die Dynamik beim Ausbau der erneuerbaren Energien erhalten bleiben und fortgesetzt werden muss. Dafür schaffen wir mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) den optimalen Rahmen. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien werden zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen, wirtschaftliche Impulse gegeben und die internationale Wettbewerbsposition gestärkt."

| SolarInfo.de
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de
http://www.erneuerbare-energien.de

Weitere Berichte zu: Abschätzung DLR Luft- und Raumfahrt Volkswirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index
21.08.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie