Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nordostatlantik und Ostsee bedroht durch Schifffahrt und Fischerei

23.06.2003


WWF stellt Studie über Gefahren für die Meeresumwelt durch Schifffahrt und Fischerei vor


Die Meeresumwelt im Nordostatlantik und in der Ostsee ist durch Fischerei, wachsenden Schiffsverkehr und hohe Schadstoffeinträge stark geschädigt: Eine Vielzahl der Meeresvögel und -säugerbestände haben stark abgenommen, viele Fischbestände sind überfischt und wertvolle Lebensräume sind zu weiten Teilen gestört oder bereits zerstört. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute anlässlich der am Mittwoch startenden internationalen Ministerkonferenz zum Schutz von Nordostatlantik und Ostsee in Bremen vorgestellt hat. Der WWF appelliert an die Umweltminister, endlich die dringenden Maßnahmen zu ergreifen, um diese empfindlichen Lebensräume langfristig zu schützen.

"Die Umweltminister müssen dringend ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten ausweisen", so Stephan Lutter vom WWF. "Für diese Gebiete müssen wirksame Maßnahmen zum Schutz empfindlicher Tiere und Pflanzen vor Schädigung durch Fischerei oder Schifffahrt festgelegt werden."


Viele der bis zu 4.500 Jahre alten Kaltwasserkorallenriffe wurden durch die Bodenfischerei zertrümmert. Jährlich fallen allein in der südlichen und zentralen Nordsee über 7.500 Schweinswale als Beifang der Stellnetzfischerei zum Opfer. Darüber hinaus werden in der Nordsee jährlich etwa 150.000 Tonnen nicht marktfähiger Fische und 85.000 Tonnen wirbellose Tiere als Beifang tot oder sterbend wieder zurück ins Meer geworfen. Der Kabeljaubestand in der Nordsee ist bereits zusammengebrochen, Scholle und Schellfisch sind stark überfischt. Nach Ansicht des WWF müssen sich die Umweltminister dafür einsetzen, dass die Fischereiflotten verringert und umweltschonende Fischereimethoden sowie Wiederaufbaupläne für zusammengebrochene Bestände umgesetzt werden.

Zu der Bedrohung durch die Fischerei kommt die Verschmutzung durch gefährliche Stoffe, die von Chemikalien über radioaktive Substanzen bis hin zu Öl reichen. Durch den zunehmenden Schiffsverkehr in Nordostatlantik und Ostsee steigt die Gefahr einer Ölkatastrophe ständig. Bereits jetzt ist durch die Vielzahl von Ölunfällen die Zahl der Eisenten im Nordostatlantik stark zurückgegangen, durch den Tankerunfall der Prestige ist vor der Küste Spaniens der Mittelmeer- Sturmtaucher verschwunden.

"Bei einem großen Tankerunfall wäre das Leben in Nord- und Ostsee innerhalb von Tagen für Jahrzehnte zerstört", warnte Stephan Lutter. Der WWF fordert die Umweltminister auf, sich auf die Ausweisung der Ostsee sowie die Fahrwasser des Nordostatlantik von Schottland bis Gibraltar als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA Particularly Sensitive Sea Area) zu einigen. Lotsenpflicht, Satelliten gestützte Verkehrsmelde- und -Lenksysteme wie in der Luftfahrt üblich sowie Pflichtrouten und Fahrverbote für gefährliche Öl- und Chemikalientanker müssen hier eingeführt werden.

Stephan Lutter | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Fischerei Nordostatlantik Ostsee Schifffahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise