Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Papua Neuguinea: Hälfte des Regenwaldes könnte bis 2021 verschwinden

09.06.2008
Drittgrößter Regenwald wird schneller abgeholzt als angenommen

Die Abholzung des Regenwaldes in Papua Neuguinea geht erheblich schneller vonstatten als bisher angenommen, berichten Forscher der University of Papua New Guinea.

Mittels Satellitenaufnahmen hatten sie den Fortschritt der Rodungen zwischen 1972 und 2002 analysiert. Sollte sich die Abholzung mit der gleichen Geschwindigkeit fortsetzen, könnte rund die Hälfte des heute bestehenden Regenwaldes bis zum Jahr 2021 komplett zerstört oder schwer beschädigt sein.

"Bisher wurde angenommen, dass die Entwaldungsrate in Papua Neuguinea sehr gering ist", sagt Projektleiter Phil Shearman. "Unsere Studie macht aber klar, dass dies nicht der Fall ist. Papua Neuguinea verliert seinen Regenwald tatsächlich in Raten, die mit dem Kongo oder dem Amazonas vergleichbar sind."

... mehr zu:
»Abholzung »Regenwald

Der Regenwald in Papua Neuguinea gilt als der drittgrößte der Welt. Im Jahr 1972 hatte die Waldfläche den Satellitenaufnahmen zufolge noch rund 82 Prozent der Landesfläche ausgemacht. 30 Jahre später waren nur noch 71 Prozent des Landes bewaldet. Wenn die Entwaldung mit gleichem Tempo weiter voranschreitet, werden 53 Prozent der gesamten Waldfläche innerhalb der kommenden zwölf Jahre vernichtet sein, fürchten die Forscher.

"Der Zeitrahmen ist also viel kürzer als irgendjemand zuvor realisiert hat", sagt Julian Ash, Co-Autor des Reports von der Australian National University. Die Satellitenbilder hätten darüber hinaus gezeigt, dass sogar in Naturschutzzonen unvermindert Bäume von Farmern gefällt werden, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Vor allem für das Klima könnte die rasante Abholzung Folgen haben, denn die tropischen Regenwälder gelten gemeinhin als "Schluckloch immens großer Mengen an Kohlenstoff", so Shearman. "Die Vernichtung von Regenwald entlässt den Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre." Dies wiederum habe klaren Einfluss auf die globale Erwärmung. "Die Regenwälder in Papua Neuguinea sind aufgrund ihrer Fähigkeit Kohlenstoff zu speichern von nationaler und regionaler Bedeutung. Sie sind überaus wichtig für die regionale Klimastabilität", ergänzt Shearman.

Rund 20 Mio. Tonnen Kohlenstoffdioxid werden schätzungsweise in diesem Jahr als Folge der industriellen Abholzung im Land freigesetzt. Das entspräche dem jährlichen Ausstoß aller Autos in Australien, so die Forscher. Dennoch sei es nicht zu spät, um die Abholzung zu stoppen und die entwaldeten Gebiete zu regenerieren, meint Shearman. Allerdings sei dies nur möglich, wenn auch die Politik mitziehe und der unkontrollierte "Nutzholz-Abbau" gestoppt würde.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upng.ac.pg
http://www.anu.edu.au

Weitere Berichte zu: Abholzung Regenwald

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie