Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Venture-Capital-Geber investiert in Regenwald

31.03.2008
Guayana als neue Destination für Abenteuer-Urlauber

Es ist entweder ein visionäres Projekt oder eine reine Geldverschwendung - so schreibt das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe über den Investor Hylton Murray-Philipson vom britischen Finanzunternehmen Canopy Capital. Der Unternehmer hat nämlich sein Geld in den Iwokrama Wald in der südamerikanischen Republik Guayana investiert - und zwar zum Erhalt des tropischen Regenwaldes, der seiner Meinung nach, einmal sehr wertvoll sein wird.

Insgesamt misst das Iwokrama Reserve etwa soviel wie die Fläche der Baleareninsel Mallorca. Die Biodiversität in diesem Regenwaldgebiet ist jenem im Amazonas ziemlich ähnlich. Mit einer Ausnahme: Nach Angaben der FAO ist es in den Jahren 2000 bis 2005 in dem Gebiet zu keinem Holzeinschlag gekommen, während im Amazonas immer wieder legal und illegal Holz geschlagen wird. Selbst in jenen Gebieten, in denen in Guayana Holz geschlagen wird, geschieht dies sehr selektiv. Nur 35 von 1.000 Bäumen fallen Sägen zum Opfer. Im Iwokrama Reserve gibt es zwar ein Holzunternehmen, dort wird rund ein Baum pro Hektar geschlagen. Bisher hatten die Regenwälder in Guayana keinen finanziellen Wert, allerdings wissen Forscher, dass dieser Regenwald für Niederschläge in der Kornkammer der USA sorgt. Zudem weisen Klimaforscher auch daraufhin, dass der Wald ein CO2-Speicher ist und zudem tausende bisher unbekannte Pflanzen und seltene Tiere beherbergt.

Im November 2007 hatte Guayanas Präsident seine Wälder zur "Adoption" frei gegeben - im Tausch gegen Entwicklungshilfe für sein Land. "Was hat Guayana sonst noch der Weltwirtschaft zu bieten?", fragt Murray-Philipson. Nach den Berechnungen des Finanziers ist ein Hektar Regenwald etwa 20 Dollar wert. Obwohl er davon ausgehe, niemals einen einzigen Cent seiner Investition wieder zu sehen, sei der Wert für den Wald niedriger berechnet als das, was Unternehmen zum Beispiel für eine Tonne CO2-Endlagerung am Meeresgrund kalkuliere. Der Petro-Gigant BP rechnet mit 50 bis 60 Dollar Kosten pro Tonne CO2 in Lagerfeldern in der Nordsee. Für Murray-Philipson sei der Erhalt des Waldes der einzige wirkliche Beitrag einer CO2-Reduktion.

... mehr zu:
»Regenwald

"Eines hat Guayana allerdings schon zu bieten", wie der Reiseunternehmer Berhard Grdseloff http://www.karibikreisen.com gegenüber pressetext betont. "Das ist eines der letzten verbliebenen Regenwaldparadiese und kann nun auch sehr einfach bereist werden." Sylvia Marek von Sunny Islands in Wien http://www.karibik.at , Österreich-Partnerin von Karibikreisen: "Als Ergänzung und als Kombinationsmöglichkeit zu unseren Karibik-Inseln haben wir einen der letzten weißen Flecken auf der touristischen Landkarte entdeckt. Guyana ist die Fortsetzung der karibischen Inselkette auf dem südamerikanischen Kontinent." Highlights sind auch für Touristen die unberührten Urwälder mit Jaguaren, Tapiren, Riesenschlangen und Kaimanen. "Die Landessprache ist englisch, im Radio ertönt Reggae und die Hauptstadt Georgetown mit ihren viktorianischen Holzpalästen und -kirchen gilt als Gartenstadt der Karibik."

Guayana ist mit einer Fläche von 214.000 Quadratkilometer etwa so groß wie England, Schottland und Wales zusammen. Allerdings leben nur knapp 860.000 Menschen - zumeist indischer, afrikanischer und europäischer Herkunft - auf dem schmalen Küstenstreifen im Norden. "Dieses Land ist nur für überaus sanften Tourismus geeignet. Badestrände und touristische Infrastruktur in bekannter Form findet man hier nicht, dafür wird man allerdings reich belohnt, wenn man sich für Natur, Land und Leute interessiert", meint Marek.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://canopycapital.co.uk

Weitere Berichte zu: Regenwald

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie