Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sommersmog: Spitzenkonzentrationen gehen zurück

21.11.2000


Bericht "Ozonsituation 2000 in der Bundesrepublik Deutschland" im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de

Zwar gab es im Jahr 2000 in Deutschland im Vergleich zu 1999 wieder häufiger hohe Ozonwerte über 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Doch der Trend der vergangenen zehn Jahre bleibt ungebrochen: Die Spitzenkonzentrationen des gesundheitsschädlichen Sommersmogs gehen zurück. Das zeigt auf 20 Seiten der Bericht "Ozonsituation 2000 in der Bundesrepublik Deutschland" des Umweltbundesamtes. Er dokumentiert die Ozondaten der Monate April bis August des laufenden Jahres und kann im Internet unter http://www.umweltbundesamt.deals pdf-Datei heruntergeladen werden. Ausgewertet wurde nach der gültigen Ozon-Richtlinie der Europäischen Union (EU) von 1992 und erstmals gemäß dem Gemeinsamen Standpunkt des EU-Umweltministerrates zu einer neuen, schärferen EU-Ozon-Richtlinie. Sie wird die geltende Ozon-Richtlinie ablösen. Im Bericht findet sich auch eine Auswertung nach den Kriterien des ehemaligen "Ozongesetzes", das bis zum 31.12.1999 gültig war.

Entsprechend der gültigen EU-Ozon-Richtlinie wurden die Überschreitungen der Schwellenwerte von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) sowie 360 µg/m³ als Stundenwerte ausgewertet. Ergebnis: Der Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ wurde an 233 der 370 Messstellen in Deutschland überschritten. Im Verlauf der Ozonsaison gab es 600 Überschreitungsfälle der 180 µg/m³ mit insgesamt 1.588 Stunden Dauer, verteilt auf 24 Tage, während der Wert zur Auslösung des Warnsystems wie in den vorangegangenen Jahren nicht erreicht wurde.
Die Daten des Sommers wurden auch gemäß dem Gemeinsamen Standpunkt des Umweltministerrates der Europäischen Union zu einer neuen Ozon-Richtlinie analysiert. Die neue Richtlinie sieht - wie die bereits geltende - die Information und Alarmierung der Bevölkerung vor, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Darüber hinaus werden Zielwerte, deren Einhaltung ab dem Jahr 2010 geprüft wird, sowie Langfristziele definiert. Bei Zielwerten und Langfristzielen wird zwischen Werten zum Schutz der menschlichen Gesundheit und zum Schutz der Vegetation unterschieden.

Der künftige Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ (Stundenwert) stimmt mit dem bisherigen überein. Er wurde 2000 in Deutschland an rund zwei Drittel der Messstellen überschritten.
Der Alarmschwellenwert wird in der künftigen EU-Richtlinie von 360 µg/m³ auf 240 µg/m³ herabgesetzt, wobei ab einer Dauer von drei Stunden kurzfristige Maßnahmen dann zu ergreifen sind, wenn damit nach Prüfung durch die Mitgliedstaaten ein signifikantes Potenzial zur Minderung der Überschreitung des Schwellenwertes verbunden ist. Im Sommer 2000 gab es in Deutschland nur in einem Fall eine solche, über drei Stunden dauernde Überschreitung des Schwellenwertes.


Zum Schutz der menschlichen Gesundheit soll langfristig das Tagesmaximum der über acht Stunden gemittelten Ozonkonzentration den Wert von 120 µg/m³ nicht überschreiten. Der Zielwert lässt eine Ausnahme an 25 Tagen pro Jahr zu. An etwa drei Viertel aller Messstellen in Deutschland ist dieser Zielwert eingehalten worden.
Die Beurteilungsschwellen zum Schutz der Vegetation basieren auf dem so genannten AOT-Konzept (accumulation over threshold). Dabei werden die Konzentrationen oberhalb einer festgelegten Schwelle während eines definierten Jahres- und Tageszeitraumes - der Haupt-Wachstumsphase - zusammengezählt. Damit wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass eine länger dauernde Belastung oberhalb einer bestimmten Schadstoffkonzentration die Pflanzen maßgeblich schädigen kann. An 81 % der deutschen Messstellen wurde der definierte Summen-Zielwert eingehalten.
Um einen Vergleich zu den Vorjahren zu ermöglichen, wurde schließlich auch nach den Kriterien des ehemaligen "Ozongesetzes" ausgewertet. Obwohl der Auslösewert von 240 µg/m³ an acht Messstellen, verteilt auf vier Tage, erreicht wurde, wären die weiteren Bedingungen zur Auslösung von Ozon-Alarm und somit für Fahrverbote im Jahr 2000 an keinem Tag erfüllt gewesen. Das "Ozongesetz" war bis zum 31.12.1999 gültig.

Berlin, den 21.11.2000

Den Kurzbericht "Ozonsituation 2000 in der Bundesrepublik Deutschland" gibt es im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de.In Papierform (20 Seiten) kann er bestellt werden beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/8903-2912.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Karsten Klenner | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee
15.12.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik