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Wettbewerbsfähig durch Vernetzung

14.04.2010
Forschung und Innovation sind weltweit einem starken Wandel unterworfen, der auch Unternehmen zu einer Neuausrichtung ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zwingt. Durch das knüpfen flexibler Netzwerke bleiben sie erfolgreich.

Innovation ist nicht bloß ein technischer Vorgang, sondern ein sozialer Prozess – ein Austausch über die Grenzen der eigenen Kompetenz hinweg. Heute steht der Standort Deutschland vor einem Paradigmenwechsel – hin zu flexiblen unternehmens- und organisationsübergreifenden Netzwerken.

Wer schneller zu Innovationen kommen will, muss sich über Firmen- und Organisationsgrenzen hinweg mit all denen zusammentun, die etwas Substantielles dazu beitragen können. Die Bildung von Netzwerken ist ein entscheidendes Merkmal zukunftsfähiger Unternehmen. Ein Erfolgskonzept, dass durch die verschiedenen Fraunhofer-Verbünde und -Allianzen schon seit langem intern praktiziert wird.

Im »Pakt für Forschung und Innovation« hat Fraunhofer neue Konzepte einer engeren Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft etabliert. Um Synergien zu nutzen, hat die Fraunhofer-Gesellschaft sowohl die Zusammenarbeit mit der Grundlagenforschung als auch mit der industriellen Forschung intensiviert. Inzwischen sind alle Fraunhofer-Institute durch Kooperationsverträge eng mit Hochschulen verbunden, in der Regel ist der Institutsleiter in Personalunion Lehrstuhlinhaber an einer Universität, oft sind weitere Führungskräfte in die Hochschullandschaft eingebunden.

Die Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft hat sich als fruchtbarer Ansatz erwiesen, den Transfer von Grundlagenforschung in die Anwendung zu beschleunigen. Auf ausgewählten Feldern werden zielgerichtete Kooperationen zwischen mehreren Instituten beider Forschungsorganisationen gefördert. Bisher bewilligten die Vorstände von Max-Planck und Fraunhofer 14 Kooperationsprojekte.

Die Untersuchung von 1600 kleinen und mittleren Unternehmen in der Studie IMP³rove zeigte: Enge Vernetzung führt zu höheren Wachstumsraten. Mehr als 70 Prozent der Wachstumschampions – die am schnellsten und profitabelsten wachsenden Unternehmen – binden Partner über den gesamten Innovationsprozess hinweg ein. Flexible Innovationsnetzwerke, die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen eng miteinander verknüpfen, sind die Modelle der Zukunft. Solche neue Formen der Zusammenarbeit erprobt die Fraunhofer-Gesellschaft in inzwischen 16 regionalen Innovationsclustern. Sie zielen auf eine Stärkung der Regionen und die aktive Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Instituten und Industrie. Die Cluster haben sich als eine hervorragende Plattform für Austausch und Zusammenarbeit erwiesen.

Der Vernetzung mit der Wirtschaft dienten auch die Gründung und der Ausbau der Fraunhofer Academy. Sie bietet der Wirtschaft eine bedarfsgerechte Weiterbildung von Führungskräften an. »Fraunhofer ist prädestiniert, die Vernetzung Wissenschaft-Wirtschaft voranzutreiben und mit neuen Konzepten zu verstärken. Kräfte zu bündeln und ausgewählte Themen zu fokussieren, ist der richtige Weg neue Innovationskraft zu erzeugen. In mehreren Untersuchungen haben wir nachgewiesen: Der wichtigste Hebel, das Innovationstempos zu erhöhen, liegt in der Vernetzung mit Partnern und Kunden«, sagt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Fraunhofer international

Nicht nur national, auch international ist Fraunhofer Teil einer vernetzten Forschungslandschaft und ein wichtiger Akteur im weltweiten Innovationsgeschehen. In den vergangenen Jahren hat sich Fraunhofer als die führende europäische Organisation für angewandte Forschung etabliert.

Der US-amerikanische Markt zählt als wichtige internationale Benchmark. Im Vorjahr konnte Fraunhofer USA das 15-jährige Bestehen feiern. Aktuell bearbeiten unter dem Dach von Fraunhofer USA sieben »Fraunhofer Centers« in enger Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Instituten in Deutschland Entwicklungsprojekte für Industrieunternehmen, öffentliche Auftraggeber und akademische Einrichtungen. Das Fraunhofer Center for Molecular Biotechnology (CMB) in Delaware konnte seinen starken Expansionskurs fortsetzen und steigerte seine Erträge um 68 Prozent auf 24,8 Millionen US-Dollar. Für hervorragende Forschung bei der Entwicklung von Impfstoffen zur Malariabekämpfung durch leistungsfähige und wirtschaftliche Verfahren erhielt das CMB 10 Millionen US-Dollar aus der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien arbeitet Fraunhofer zudem eng mit dem Massachusetts Institute of Technology MIT zusammen.

In Europa hat Fraunhofer sein Engagement weiter ausgebaut. 2009 wurden im Wien die Fraunhofer Austria Research GmbH und in Bozen zusammen mit dem Unternehmerverband Südtirol die Fraunhofer Italia Research Konsortial-GmbH gegründet. Die erfolgreiche Kooperation der Fraunhofer-Gesellschaft mit der französischen Association des Instituts Carnot konnte im Geschäftsjahr 2009 weiter ausgebaut werden. Die portugiesische Niederlassung der Fraunhofer-Gesellschaft, das Fraunhofer-Center for Assistive Information and Communication Solutions AICOS in Porto, hat sich gut etabliert.

Zu den strategischen Schwerpunktregionen – Europa, USA und Asien – erweisen sich Länder wie Brasilien, Chile, Indien oder die des Nahen Ostens als Märkte mit Potenzial für die Fraunhofer-Institute. Das chilenische Wirtschaftsministerium hat im März 2009 ein Programm zur Förderung internationaler Exzellenzzentren vorgestellt. Die Fraunhofer-Gesellschaft wurde dabei als erstes ausländisches Exzellenzzentrum in Chile anerkannt.

Im Nahen Osten hat sich Fraunhofer mittlerweile als leistungsstarker Partner von Masdar City etabliert. Dieses zukunftsweisende und breit angelegte Projekt in Abu Dhabi hat die Gründung einer CO2-neutralen Wissenschafts- und High-Tech-Stadt zum Ziel, die Lebens- und Arbeitsraum für 50 000 Menschen bietet und ihre Energieversorgung zu 100 Prozent durch Erneuerbare Energien sicherstellt. Dadurch soll ein Cluster und Drehkreuz für Innovation, Forschung und Entwicklung ökologischer Spitzentechnologien unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit entstehen.

Franz Miller | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/04/forschung-entwicklung-netzwerk.jsp

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