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Viele Briten über 75 sterben unnötig an Krebs

26.06.2009
Diagnose und Behandlung lassen zu wünschen übrig

In Großbritannien dürften bis zu 15.000 Menschen über 75 Jahren jedes Jahr unnötigerweise an Krebs sterben. Laut einer Untersuchung des North West Cancer Intelligence Service könnte ihre Lebenserwartung erhöht werden, wenn die britischen Überlebenszahlen den besten in Europa und Nordamerika entsprächen.

Verzögerungen bei der Diagnose und die schlechtere Behandlung seien demnach dafür verantwortlich. Die Überlebensraten werden basierend auf den Patienten berechnet, die fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben sind. Die Anzahl der Todesfälle unter 75 Jahren ist laut den Wissenschaftlern vergleichsweise gering. Wenig Fortschritte seien jedoch bei Menschen über 75 Jahren gemacht worden.

Der Abstand zu anderen Ländern steige stetig an. Das Team um Tony Moran wird die Ergebnisse der Studie an das National Cancer Intelligence Network weitergeben.

Studien zur Überlebensrate bei Brustkrebs zeigen zum Beispiel, dass Frauen über 75 Jahren eine niedrigere Überlebensrate haben als alle anderen Altersgruppen. Ein Unterschied, der laut BBC nicht allein durch das Alter erklärt werden kann. Ältere Krebspatienten scheinen nicht von den Verbesserungen der Behandlungsmöglichkeiten der letzten zehn Jahre zu profitieren, konstatieren die Forscher. Würde Großbritannien in der Altersgruppe 75 bis 84 Jahre so gut abschneiden wie Westeuropa - oder so gut wie die USA bei den über 85-Jährigen - dann würde die Zahl der Todesfälle in Großbritannien jährlich um 15.000 sinken. Derzeit sterben 75.000 Menschen über 75 Jahren an Krebs.

Die Sterberate bei den über 85-Jährigen stieg innerhalb von acht Jahren jährlich um zwei Prozent an. In Westeuropa sank sie um 16 Prozent. Zu den möglichen Gründen gehört, dass die Briten anfälliger für bestimmte lebensstilbedingte Krebsarten sind. Experten halten das, aufgrund der Ähnlichkeit des westlichen Lebensstils und der westlichen Ernährung, jedoch für unwahrscheinlich. Laut den Wissenschaftlern ist am ehesten die späte Diagnose verantwortlich. Es gebe jedoch viele Gründe für eine Verzögerung. Dazu gehörten der Patient, der praktische Arzt und das Krankenhaus.

Einige Erhebungen zeigen jedoch einen Mangel an Bewusstsein dafür, dass das Risiko einer Krebserkrankung mit dem Alter ansteigen kann. Eine Mentalität, in der das Bewahren der Haltung wichtig ist, dürfte bei manchen verhindern, dass sie sich in Behandlung begeben. Es wurde auch für möglich gehalten, dass manche Ärzte und Patienten gemeinsam entscheiden, dass eine Intensivbehandlung aufgrund der Nebenwirkungen nicht die beste Option ist. Selbst den Wissenschaftlern ist derzeit unklar, warum dieses ganze Phänomen überhaupt auftritt. Die Überlebensraten bei den älteren Krebspatienten seien gröblich vernachlässigt worden. Weitere Forschungen zu diesem Thema seien dringend erforderlich.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nwph.net/NWCIS/default.aspx

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