Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studien zur Überlegenheit gezielter MRT Biopsie bei Prostatakrebs

08.11.2011
Die Urologie und die Radiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf untersuchen in zwei wissenschaftlichen Studien die Aussagefähigkeit verschiedener Prostatabiopsieverfahren.

Biopsien, d.h. Gewebeentnahmen, sind zur Diagnose des Prostatakrebses notwendig. Prostatakrebs steht in Deutschland an der Spitze der Krebsneuerkrankungen beim Mann. Im Fokus der Studien steht ein MRT-gestütztes Verfahren, das eine weit größere Zielgenauigkeit der Biopsien als im aktuellen Standardverfahren verspricht.

In den letzten Jahren mehren sich in der wissenschaftlichen Literatur die Hinweise, dass die so genannte Multiparameter-MRT Untersuchung aggressive Prostatatumoren besonders zuverlässig entdeckt. Weltweit besteht nur an wenigen Kliniken die technische Möglichkeit, direkt im MRT auffällige Prostataareale gezielt zu biopsieren. Ziel des ersten Studienprojektes ist der Vergleich der Biopsie unter Ultraschallsteuerung mit der gezielten Biopsie in der MRT bei Patienten mit erhöhtem PSA-Wert.

Diese Studie wird durch die Charlotte und Alfred Pierburg-Stiftung finanziert. Das zweite Studienprojekt untersucht die Genauigkeit der MRT-gesteuerten Prostatabiopsie im Vergleich zu einer ultraschall-unterstützten Biopsie nach einer Zusammenführung der Bilder von Ultraschall- und MRT. Patienten mit erhöhtem PSA-Wert, aber negativer erster Ultraschallbiopsie, werden an dieser Studie teilnehmen. Diese Studie wird durch die Karlheinz-Wolfgang-Stiftung für Bildung und Gesundheit aus Düsseldorf finanziert.

Anders als der Ultraschall, der bislang zur räumlichen Orientierung während der Gewebeentnahme eingesetzt wird, kann die MRT-gestützte Variante Tumoren exakt lokalisieren. Das derzeitige ultraschallbasierte Verfahren, Standard der Prostatakrebsdiagnostik gemäß der deutschen Leitlinie zum Prostatakarzinom, ist mit vielen Nachteilen behaftet: Zum einen besteht die Gefahr der Überdiagnose von Tumoren, die keine Gefährdung darstellen, zum anderen verfehlt die Biopsienadel aufgrund der fehlenden Zielgenauigkeit durch Ultraschallkontrolle manchmal Tumorgewebe. Folge sind wiederholte Biopsien, wenn der Marker „PSA-Wert“ erhöht bleibt. Im schlimmsten Fall bleibt ein Tumor unentdeckt.

Warum wird das möglicherweise überlegene Verfahren bislang nicht eingesetzt? Eine Untersuchung oder Therapie kann sich in der klinischen Praxis erst durchsetzen und Eingang in Behandlungsleitlinien finden, wenn es fundierte Studien gibt, die im direkten Vergleich eine Überlegenheit zum bisherigen Vorgehen zeigen. Diese Studien in aussagefähiger Größenordnung fehlen zurzeit. Die nun im Universitätsklinikum Düsseldorf geplanten wissenschaftlichen Untersuchungen werden das herkömmliche Verfahren, ein Kombinationsverfahren und das MRT-gestützte Verfahren vergleichen. Sie wären, so die Verantwortlichen, in Deutschland die ersten Studien mit diesem Ansatz. Insgesamt sollten rund 680 Probanden an den auf zwei Jahre angelegten Studien teilnehmen.

Kontakt: Prof. Dr. Peter Albers, Direktor der Klinik für Urologie, Tel.: 0211 / 81-18110, Prof. Dr. Gerald Antoch, Direktor des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie, Tel.: 0211 / 81-17752

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise