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Paris Air Show Erwartungen: Bestellungen des A320neo und der Austausch der B737

21.06.2011
Eine Analysteneinschätzung von Principal Consultant Diogenis Papiomytis, Frost & Sullivan

Nach der kürzlich erfolgten Bekanntgabe der beiden Großbestellungen von Cebu Pacific und GoAir hat der Wettbewer von Airbus –Boeing um die Bestellungen auf der Paris Air Show begonnen.

Nach den letzten Bestellungen für den neuen A320neo liegt die Anzahl der Festbestellungen für den Typ bei 434 Stück und die Anzahl der Operateure, die eine Einführung planen bei 7. Dies ist eine wichtige Meldung für Airbus, angesichts der Paris Air Show, stellt aber durchaus weder eine Überraschung dar noch einen entscheidenden Durchbruch für den A320 mit verbessertem Antrieb.

Vier der sieben Operateure sind Low-Cost-Fluglinien mit aggressiven Wachstumsplänen und einer bereits bestehenden nur aus Airbusmodellen bestehenden Flotte. Ihre Entscheidungen sind diktiert von Geschäftsmodellen, bei denen Skaleneffekte durch Flottenkommunalität es unmöglich gemacht hätten, irgendeine neue B737-Variante zu bestellen. Außerdem ist die ILFC, die 100 der A320neo bestellt hat, eine der wichtigsten Leasinggesellschaften, deren klares Ziel es ist, alle Flugzeugtypen auf Lager zu halten, die ihre Kunden verlangen. Ihre Entscheidung, den Neo zu bestellen, ist nicht das Ergebnis einer umfangreicheren Flottenbewertung. Sie werden auch die neue B737-Variante bestellen, sobald diese angekündigt wird.

Die einzigen Luftlinien mit Neo-Bestellungen, die über eine relativ diversifizierte Flotte verfügen, sind die traditionellen Fluggesellschaften Lufthansa und die brasilianische TAM. Dennoch haben beide in der Vergangenheit Schmalrumpfflugzeugen von Airbus den Vorrang gegeben. Bei der Lufthansa kommen hauptsächlich Flugzeuge vom Typ A320 und einige B737 Classic zum Einsatz, wohingegen TAM nur Schmalrumpfflugzeuge vom Typ A320 verwendet.

Diese neuesten Bestellungen kommen also weder überraschend noch bedeuten sie einen großen Gewinn für Airbus. Durch den Einzug des Neos werden ältere Varianten des Typs A320 auslaufen, und dadurch werden Fluglinien, die Flotten aus Schmalrumpfflugzeugen von Airbus besitzen und ambitionierte Wachstumspläne hegen, keine Alternativen geboten. Sollten hingegen Fluglinien, die noch Bekanntgaben machen müssen, wie Scandinavian Airlines, China Southern oder BA-Iberia, Festbestellungen für diesen Typ abgeben, so wäre dies tatsächlich ein harter Schlag für Boeing.

Sollte Boeing seine Ankündigungen in Bezug auf eine vollständig nachgerüstete B737 oder ein gänzlich neues Flugzeugmodell weiterhin hinauszögern, so werden erst dann die ersten Fluglinien zu Airbus überwechseln, um ihren mittelfristigen Wachstumsplänen gerecht zu werden. Die Zeitleiste für eine Ankündigung von Boeing ist jedoch weniger eng als sie scheint. Eine Entscheidung wird bis Ende des Jahres erwartet, und sie wird wohl eher eine Bestätigung der Berichte über eine vollständige Ersetzung der B737 bringen als ein nachgerüstetes Modell. Ein guter Anfang ist mit Sicherheit wichtiger als überstürzte Entscheidungen, bei denen später die Flugzeugspezifikationen geändert werden müssen, wie sich aus der Erfahrung durch die Kehrtwende beim A350-1000 zeigt.

Erwartete Anzahl der Bestellungen und Fluglinien, die Schlagzeilen machen könnten

Der Marktstimmung zufolge dürfte die Paris Air Show die Zeichen der auf der Farnborough 2010 (237 Bestellungen von Airbus/Boeing) erkennbaren ersten Erholung bestätigen, auch wenn die Anzahl der Bestellungen aller Voraussicht nach leicht hinter der Farnborough 2008 (480) zurückbleiben dürfte. Erwartungsgemäß wird Airbus, wie bereits in den vergangenen Jahren, die Auseinandersetzung gewinnen, mit geschätzten 200 Bestellungen, bei einer Gesamtmenge von 300-350 Bestellungen für beide Hersteller. Airbus dürfte bei den Schmalrumpfflugzeugen dominieren, während Boeing seine Anstrengungen darauf setzt, sich weiter auf dem Markt für Großraumflugzeuge zu etablieren.

Entscheidenden Einfluss könnten dieses Jahr die chinesischen Fluglinien haben, allen voran China Southern, sowie Air France-KLM, BA-Iberia (Großraumflugzeuge), Scandinavian Airlines, Monarch, Qatar Airways und Air Canada. Im Unterschied zu vergangenen Veranstaltungen erwarten wir eine aktivere Rolle seitens der europäischen Fluglinien, die in letzter Zeit mit Konsolidierungsphasen und Umstrukturierungen des Netzwerks beschäftigt waren. Ihre Bestellungen werden dann sowohl der Ersetzung älterer Flotten als auch der weiteren Flottenexpansion dienen.

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