Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Hilfe bei Essanfällen

14.10.2011
Immer mehr Menschen leiden an Essanfällen und versuchen damit, ihr seelisches Gleichgewicht wieder zu finden.

Die Behandlung solcher Essattacken steht im Zentrum der INTERBED-Studie, die eine Arbeitsgruppe zur Verhaltensmedizin unter der Leitung von Professorin Anja Hilbert am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig durchführt.

Studienteilnehmende werden gesucht

Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter der "Binge-Eating"-Störung (BES) - einer Essstörung, bei der häufig Essanfälle auftreten. Während dieser Anfälle verzehren die Betroffenen große Mengen an Lebensmitteln und haben dabei das Gefühl, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Im Gegensatz zu anderen Essstörungen wie der Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht) ergreifen die Betroffenen mit BES jedoch kaum übertriebene Maßnahmen zur Gewichtskontrolle wie selbstherbeigeführtes Erbrechen. Die BES geht häufig mit Übergewicht und Fettleibigkeit einher. Außerdem führt die BES zu psychischem Leid, Lebensqualität und Gesundheit sind vielfach beeinträchtigt. Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen von der BES betroffen.

Vielversprechendes Behandlungsangebot

Im Zentrum der INTERBED-Studie steht die Behandlung der Essanfälle. Wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass die Kognitive Verhaltenstherapie die BES wirksam behandeln kann. Neuere Befunde sprechen jedoch auch für das heilende Potential von Selbsthilfeprogrammen. Die INTERBED-Studie vergleicht nun die Wirkungen von Kognitiver Verhaltenstherapie und einem Selbsthilfeprogramm im Internet, welches von einem Online-Coach unterstützt wird. Männer und Frauen, die an der INTERBED-Studie teilnehmen möchten, werden nach einer ausführlichen Diagnostik einer der beiden Therapieformen per Zufall zugeteilt und kostenlos vier Monate lang individuell am IFB AdipositasErkrankungen oder per E-Mail über das Internet betreut.

Beide Therapien sollen ihnen helfen, ihr Essverhalten zu normalisieren sowie ihre psychische und körperliche Lebensqualität zu verbessern. Es handelt sich bei beiden Therapieformen um hoch wirksame und zeitgemäße Behandlungsangebote für Männer und Frauen, die an Essanfällen leiden.

Datenschutz gewährleistet

Neueste Technologien verschlüsseln Informationen, die während der Arbeit mit dem Online-Coach von den Teilnehmenden übermittelt werden. Alle Informationen, die sie im Verlauf der Programmbearbeitung senden, können nur von ihnen und ihrem Coach eingesehen werden. Dieser wird auch die Programmfortschritte der Teilnehmenden verfolgen. "Jegliche Informationen von den Teilnehmenden, die im Rahmen der Studie erhoben werden, unterliegen selbstverständlich der medizinischen Schweigepflicht und werden anonymisiert", betont Anja Hilbert.

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung der Adipositas interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung adipöser Patienten integriert werden können. Am IFB AdipositasErkrankungen gibt es derzeit über 40 Forschungsprojekte. Das IFB wird das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Doris Gabel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IFB
Telefon: +49 341 97-13361
presse@ifb-adipositas.de

Dr. Manuela Rutsatz | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.ednet-essstoerungen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften