Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neurodermitis kann Kinder-Psyche angreifen

11.02.2010
Zusammenhang von Hautkrankheit und psychischen Problemen entdeckt

Ein Deutsches Forschungsteam hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass Neurodermitis in der frühen Kindheit die psychische Verfassung im späteren Leben beeinflussen kann.

Die Forscher haben in einer umfassenden Geburtenkohortenstudie rund 6.000 Kinder, die zwischen 1995 und 1998 geboren sind, untersucht. Die Forscher haben entdeckt, dass Kinder, die während der ersten beiden Lebensjahre an einer Neurodermitis litten, im Alter von zehn Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten zeigen als Gleichaltrige.

"Dies deutet darauf hin, dass die Neurodermitis einer unausgeglichenen psychischen Konstitution von Kindern vorausgehen und sie fördern kann", so Studien-Autor Joachim Heinrich vom Institut für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München http://www.helmholtz-muenchen.de im pressetext-Interview. An der Untersuchung waren auch Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) http://www.uni-muenchen.de , der Technischen Universität München (TUM) http://portal.mytum.de und dem Marienhospital in Wesel beteiligt.

Folgebeschwerden wirken sich auf Psyche aus

"Kinder, deren Neurodermitis über das Säuglingsalter hinaus bestand, waren zudem von psychischen Auffälligkeiten noch häufiger betroffen als Kinder, die ausschließlich eine Neurodermitis im Säuglingsalter hatten", so Heinrich. Doch selbst bei jenen Kindern, bei denen die Hautsymptome zurückgingen, bestand später ein höheres Risiko von psychischen Störungen.

"Wir vermuten, dass sich vor allem andauernde Hauterkrankungen, denen möglicherweise auch ein höherer Schweregrad der Symptome in der frühen Kindheit vorausgeht, langfristig auf das Gefühlsleben der betroffenen Kinder auswirken", meint Heinrich. Die Studienautoren empfehlen deshalb, das Auftreten einer Neurodermitis in der Krankheitshistorie von Kindern als Hinweis auf mögliche spätere psychische Probleme zu werten, selbst wenn die eigentliche Erkrankung im Verlauf der Kindheit abklingt.

Zusammenhang deutlich bewiesen

"Mit der Studie ist es uns gelungen, einen eindeutigen Zusammenhang und eine zeitlich Abfolge dieser Situation herzustellen und zu beweisen", erklärt Heinrich. Neurodermitis - die häufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern und Jugendlichen - ist eine nicht-infektiöse Hauterkrankung, die durch schuppige und juckende Hautausschläge charakterisiert ist.

"Seit längerem ist bekannt, dass Kinder, die unter einer Neurodermitis leiden, auch eine erhöhte Veranlagung für Heuschnupfen und allergisches Asthma haben", so Heinrich. "Symptome eines Ekzems ziehen ein breites Spektrum an Folgebeschwerden nach sich." Dazu gehören etwa Schlafstörungen.

Die Daten wurden im Rahmen der GINIplus-Studie erhoben. Ziel dieser Untersuchung ist die Erforschung der Einflüsse von Ernährung, Umwelt und genetischer Prädisposition auf die Gesundheit von Kindern zu untersuchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie