Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Forschungsprojekt - Warum essen manche Kinder zu viel?

08.06.2010
„Hmm, jetzt eine Currywurst oder Schokolade... “ Essen kann Belohnung sein, aber auch Zwang und extremer Nervenkrieg.

Viele Studien widmen sich dem Essverhalten, doch sie konzentrieren sich im Wesentlichen auf Erwachsene. Dabei bringt auch der Nachwuchs zu viele Pfunde auf die Waage. Wie wirken sich psychische Störungen und Stress auf das Körpergewicht von Jugendlichen aus? Dies wollen Wissenschaftler vom Uniklinikum der Universität Duisburg-Essen (UDE) herausfinden. Hierzu werden sie 500 14- bis 17-Jährige und ihre Eltern befragen.

Wer depressiv ist, wiegt oft mehr: Aktuelle Studien belegen den Zusammenhang zwischen Psyche und starkem Übergewicht (Adipositas). „Depressive Kindern nehmen überdurchschnittlich stark zu. Diäthalten wiederum geht mit einer Reihe von Verhaltensauffälligkeiten einher“, sagt Prof. Dr. med. Johannes Hebebrand, der das Forschungsvorhaben an der UDE leitet. Wer an Programmen zur Gewichtsreduzierung teilnimmt, leidet häufig unter affektiven Störungen und Ängsten, so der Mediziner. Im Jugendalter kommt es beispielsweise gehäuft zu Suizidversuchen, Ess- und Brechattacken und Suchtmittelgebrauch.

Die Untersuchung gehört zu einem neuen, multidisziplinären Forschungsprojekt, an dem 13 Forschergruppen aus sieben europäischen Ländern beteiligt sind. Sie wollen zeigen, welche neurobiologischen Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass Menschen – aus Angst oder Stress – zu viel essen und damit das Risiko einer Fettsucht erhöhen. Das Vorhaben NeuroFAST (The integrated Neurobiology of Food intake, Addiction and Stress) wird mit 6 Mio. Euro von der EU gefördert und ist auf fünf Jahre ausgelegt. Unter anderem arbeiten daran Psychologen, Genetiker und Ernährungsexperten mit.

Einfluss familiärer Faktoren auf gestörtes Essverhalten

Die Mediziner der UDE interessieren die Zusammenhänge zwischen Verhaltensweisen wie Diäten oder Essattacken und belastenden Faktoren wie psychischen Erkrankungen, Stress oder Hormonspiegel. Mit Interviews und Fragebögen sollen diese bei 500 stationär behandelten Jugendlichen erforscht werden. Dabei werden auch Genvarianten und der familiäre Einfluss einbezogen.

Eine zweite Untersuchung der Größe, des Gewichts sowie der Lebensweise ist ein Jahr nach der Entlassung geplant. So lässt sich herausfinden, welche Rolle das neurologische Belohnungssystem bei der Nahrung spielt. Es ist vergleichbar mit dem Belohnungssystem für Alkohol und kann ebenso abhängig machen.

„Wir wollen die Wirkung bestimmter Handlungen auf den Body Mass Index (BMI) und Bauchumfang analysieren – dabei berücksichtigen wir Psychopathologie, Stress, Hormonkonzentrationen und das Verhalten der Eltern “, fasst Professor Hebebrand den Forschungsansatz zusammen. Erste Ergebnisse werden in zwei Jahren erwartet.

Weitere Informationen: Prof. Dr. med. Johannes Hebebrand, LVR-Klinikum, Tel. 0201/7227-466, johannes.hebebrand@uni-due.de

Katrin Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics