Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Therapie: Ärzte wollen allergische Reaktionen mit kleinsten Mengen Allergie auslösender Nahrung stoppen

21.10.2010
Für eine Studie sucht das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Kinder und Jugendliche im Alter von 3- bis 18-Jahren, die unter einer Erdnussallergie leiden. Die Allergieexperten der Dresdner Uni-Kinderklinik beteiligen sich dabei an einem Forschungsvorhaben des Allergiezentrums der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Mit einer langsamen Gewöhnung des Körpers an Allergie auslösende Substanzen erprobt das Universitäts AllergieCentrum (UAC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus eine neue Behandlungsmethode für Patienten, die unter einer Nahrungsmittelallergie leiden.

Die ins UAC eingebundenen Allergieexperten der Uni-Kinderklinik beteiligen sich dabei an einer Studie des Allergiezentrums der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Für dieses wissenschaftliche Projekt werden noch Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren gesucht, die allergisch auf Erdnüsse reagieren.

„Erdnussallergiker haben es aufgrund der Verbreitung von Erdnussspuren in verarbeiteter Nahrung besonders schwer. Die Lebensmittel sind oft ungenügend deklariert. So passiert es häufig, dass Allergiker diese Spuren ungewollt aufnehmen“, sagt Dr. Katja Nemat, Fachärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Dresdner Uniklinikums.

Die einzige Behandlung, die es momentan für diese Form der Nahungsmittelallergie gibt, ist das strikte Meiden von Erdnüssen. Bereits geringe Mengen, die ungewollt gegessen werden, können zu schweren allergischen Reaktionen führen. Die sind unter anderem Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Nesselsucht oder Atembeschwerden. Manchmal reagiert der Körper so heftig, dass die Patienten das Bewusstsein verlieren – der so genannte anaphylaktische Schock.

Die jetzt unter anderem in Berlin und Dresden wissenschaftlich erprobte Behandlungsmethode ist die so genannte orale Immuntherapie, deren Wirksamkeit bereits in Pilotstudien nachgewiesen wurde. Bei dieser Therapie erhalten Kinder und Jugendliche mit Erdnussallergie täglich kleinste Erdnuss-Mengen. Jeweils nach zwei Wochen wird die Dosis gesteigert. Ziel ist es, dass Patienten die Menge einer Erdnuss vertragen. „Damit sind die betroffenen Kinder und Jungendlichen vor dem versehentlichen Verzehr von Erdnüssen geschützt“, berichtet Dr. Katja Nemat.

In Europa leiden zehn bis 25 Millionen Menschen unter Nahrungsmittelallergien. Allein ein bis zwei Prozent aller Kinder reagieren allergisch auf Erdnüsse in der Nahrung. Oft reichen schon Spuren davon – etwa in Schokolade – um bei den Patienten allergische Reaktionen auszulösen.

Kontakt für Patienten und Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Universitäts AllergieCentrum
Dr. Katja Nemat, Funktions-Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Tel. 0351/ 4 58 20 73
E-Mail: katja.nemat@uniklinikum-dresden.de
http://www.uniklinikum-dresden.de/uac
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Allergie-Centrum
Dr. Katharina Blümchen, Fachärztin an der Klinik für Pädiatrie
Tel. 030/ 450 566 037
E-Mail: erdnussallergie-studie@charite.de
http://www.charite-ppi.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/uac
http://www.charite-ppi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Nutzung digitaler Technologien in der industriellen Produktion führt zu Produktivitätsvorteilen
01.02.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung