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Mehr junge Ältere arbeiten länger

01.07.2010
Die Zahl der älteren Erwerbstätigen in Deutschland wächst. Seit 2007 ist über die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen noch im Job; zehn Jahre zuvor waren es weniger als 40 Prozent. Das zeigt der Altersübergangs-Monitor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Er untersucht für die Hans-Böckler-Stiftung und das Forschungsnetzwerk Alterssicherung den Übergang zwischen Erwerbsleben und Ruhestand.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine besondere demografische Konstellation: Geburtenstarke Jahrgänge beginnen, in die Gruppe der „Älteren im erwerbsfähigen Alter“ (55 bis 64 Jahre) hineinzuwachsen. Hauptgrund für die steigende Zahl älterer Erwerbstätiger ist, dass sie länger am Stück beschäftigt sind und auch erst später aufhören zu arbeiten.

„Der Anstieg der Alterserwerbstätigenquote ist aber nicht gleichzusetzen mit besseren Jobchancen für Ältere“, stellt der IAQ-Arbeitsmarktforscher Dr. Martin Brussig klar. Zwar seien auch das Erwerbsaustritts- und das Renteneintrittsalter in der Tendenz gestiegen, liegen aber nach wie vor unterhalb der aktuellen Regelaltersgrenze von 65 Jahren.

Zugenommen hat vor allem die Frauenerwerbsquote – auch in der Gruppe der Älteren ab 55 Jahre. „Das liegt auch daran, dass es mehr Teilzeit- und geringfügige Beschäftigung bei Frauen gibt“, sagt Brussig.

Was die Forscher außerdem herausfanden: In allen untersuchten Gruppen (Männer und Frauen aus Ost- und Westdeutschland) stieg die Erwerbsbeteiligung zwischen 57 und 63 Jahren deutlich; dies war in den 1990er Jahren das Alter der Frühverrentung. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in Ostdeutschland.

Weitere Informationen: Dr. Martin Brussig, Tel. 0203/379-3931, E-Mail: martin.brussig@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/
http://www.uni-due.de

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