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Leishmaniose: Parasiten überlisten Immunsystem

26.08.2009
Gel bringt Fresszellen dazu, die Erreger zu nähren anstatt zu zerstören

Wissenschaftler des Imperial College London haben erforscht, wie die für die Tropenkrankheit Leishmaniose verantwortlichen fleischfressenden Parasiten das Immunsystem überlisten.

Die Parasiten produzieren ein Gel, das spezialisierte Immunzellen dazu bringen kann, sie zu nähren, anstatt sie zu zerstören. Diese neuen Erkenntnisse sollen dazu beitragen können, einen Impfstoff gegen eine Krankheit zu entwickeln, an der zwölf Mio. Menschen jährlich erkranken, hoffen Experten. Details der Studie wurden im Fachmagazin PLoS Pathogens veröffentlicht.

Leishmaniose ist vor allem in tropischen und subtropischen Ländern ein ernstes Problem. Derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen die Krankheit. Es gibt zwar Behandlungsmöglichkeiten, sie sind aber vielfach nicht sehr effektiv und der Zugang ist in vielen Regionen eingeschränkt. Die Leishmanien werden im Darm der Schmetterlingsmücken transportiert. Sie stellen ein Gel her, das sich in einen Pfropfen verwandelt, der das Verdauungssystem der Mücken sehr effektiv blockiert. Sticht eine infizierte Mücke einen Menschen, wird dieser Gelpfropfen hochgewürgt, er gelangt gemeinsam mit dem Parasiten in die Haut.

Die jetzt an Mäusen durchgeführte Studie wies nach, dass dieser Pfropfen die Makrophagen dazu verleitet die Parasiten einzuhüllen und zu nähren anstatt sie zu zerstören. Das geschieht in den ersten Tagen nach der Infektion. Damit wird den Parasiten ermöglicht, sich zu etablieren und die Haut zu infizieren. Der leitende Wissenschaftler Matthew Rogers erklärte, dass frühere Studien keine richtigen Erklärungen für die Infektion gefunden hätten, da die Parasiten direkt in das Gewebe injiziert wurden.

Der Gelpfropfen wurde dabei nicht berücksichtigt. Eine synthetische Version des Gels könnte laut Rogers Schutz gegen eine Infektion bieten. Das Gel brachte 108 Mal mehr Makrophagen zur Einstichstelle als eine Kochsalzlösung. War das Gel vorhanden, überlebten acht Mal mehr Parasiten die ersten 48 Stunden nach der Infektion und acht Mal mehr Wirtszellen waren infiziert.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk

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