Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen verursacht bei Nichtrauchern Lungenkrebs

22.03.2010
Aktivität von GPC5 bei Adenokarzinomen geringer

Ein Gen, das erklären könnte, warum manche Nichtraucher an Lungenkrebs erkranken, haben Wissenschaftler der Washington University School of Medicine entdeckt. Das Team um Ramaswamy Govindan hofft, dass weitere Forschungsprojekte nicht nur neue gezielte Behandlungsansätze, sondern auch eine Identifizierung jener Menschen ermöglichen wird, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind.

Kat Arney von Cancer Research UK betonte, dass der genaue Zusammenhang noch sehr viel besser erforscht werden müsse. Laut der in The Lancet Oncology http://www.thelancet.com/journals/lanonc/issue/current veröffentlichten Studie hat ein Viertel der Lungenkrebs-Patienten weltweit nie geraucht. Allein in Großbritannien sind laut BBC zehn Prozent der Betroffenen Nichtraucher.

Lungenkrebs bei Nichtrauchern nimmt zu

Die Wissenschaftler argumentierten, dass Lungenkrebs bei Nichtrauchern zu einem zunehmenden Problem werde. Die Ursachen dafür seien jedoch noch nicht ausreichend erforscht. DNA-Proben von 774 Personen, die in ihrem Leben weniger als 100 Zigaretten geraucht hatten, wurden gescannt, um die genetischen Unterschiede zu identifizieren, die das Lungenkrebs-Risiko am wahrscheinlichsten beeinflussen. Als chronische Atemwegserkrankungen, Passivrauchen und die Krankengeschichte der Familien berücksichtigt waren, blieben zwei entscheidende Bereiche des Genoms übrig.

In einem nächsten Schritt untersuchte das Team die 44 häufigsten genetischen Veränderungen, die im ersten Teil der Studie beobachtet worden waren, bei zwei weiteren Gruppen von Nichtrauchern. Bei der Hälfte dieser Teilnehmer war ein Lungenkrebs bereits diagnostiziert worden. Die beiden gleichen genetischen Marker blieben auch nach dieser weiteren Überprüfung übrig. Eine dritte Studie mit 530 Patienten bestätigte diese Ergebnisse ebenfalls.

Eine genauere Analyse ergab, dass diese beiden Teile des Genoms für die Aktivierung bzw. Deaktivierung des Gens GPC5 verantwortlich waren. Weitere Tests zeigten, dass die Aktivität dieses Gens bei Adenokarzinomen um 50 Prozent geringer war als bei normalem Lungengewebe. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese verringerte Aktivität zur Entstehung von Lungenkrebs bei Nichtrauchern beitragen kann. Govindan schreibt in einem begleitenden Kommentar, dass es absolut nicht geklärt sei, wie diese Studienergebnisse zu einer Prädisposition führen können. Weitere Forschungen seien erforderlich, um diese vorläufigen Ergebnisse zu bestätigen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://wuphysicians.wustl.edu
http://www.cancer.org.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften