Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa testet erstmals embryonale Stammzellen

23.09.2011
Einsatz von Retinazellen gegen Morbus Stargardt

Wissenschaftler des Moorfields Eye Hospital haben die Genehmigung für die erste klinischen Studie mit embryonalen Stammzellen in Europa erhalten. Das Team um James Bainbridge wird Retinazellen in die Augen von zwölf Patienten injizieren, die an einer unheilbaren Krankheit leiden. Morbus Stargardt führt Schritt für Schritt zum Verlust der Sehkraft. Diese Krankheit entsteht in der Kindheit. Davon betroffen ist rund einer von 10.000 Menschen. Das zentrale Sehen wird immer schwächer, nur das periphere Sehen bleibt erhalten.

Potenzial versus Ethik

Die Studie soll die Sicherheit des Einsatzes von retinalen Pigmentepithelzellen testen, die aus embryonalen Stammzellen gewonnen wurden. Diese Studie wird in Kooperation mit dem amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT) http://www.advancedcell.com durchgeführt, das bereits in Kalifornien mit der Behandlung von Patienten begonnen hat. Firmenchef Gary Rabin beschreibt die aktuelle Studie als weiteren Meilenstein im Bereich der regenerativen Medizin.

Die eingesetzte Linie der Stammzellen wurde vor einigen Jahren in Amerika aus einem Embryo im Frühstadium geschaffen. Befürworter der Therapie mit embryonalen Stammzellen betonen laut BBC, dass dieser Behandlungsansatz über das Potenzial verfügt, nicht nur Blindheit, sondern auch eine ganze Reihe anderer Krankheiten zu behandeln. Dazu gehören Herzerkrankungen und auch Krebs. Gegner lehnen das Verfahren vehement ab, da es auf der Zerstörung eines Embryos beruht.

Sicherheit und Wirkung noch unklar

Mit Geron http://www.geron.com hat bereits ein zweites amerikanisches Unternehmen embryonale Stammzellen für die Behandlung von Verletzungen der Wirbelsäule eingesetzt. Die Studie am Moorfields Eye Hospital und die Tests, die in Amerika durch ACT und Geron durchgeführt werden, untersuchen die Sicherheit des Verfahrens. Sind die Ergebnisse positiv, werden größere Mengen von Stammzellen eingesetzt, um die Wirksamkeit zu überprüfen. Bainbridge betonte, dass es eine realistische Chance gebe, dass Menschen mit Erkrankungen der Retina, die zum Erblinden führen, in Zukunft von der Transplanation von Retinazellen profitieren.

Das National Institute of Health Research (NIHR) http://www.nihr.ac.uk hat dem Moorfields Eye Hospital und dem UCL Institute of Ophthalmology in diesem Jahr bereits 26 Millionen Pfund zur Verfügung gestellt. Bestimmt ist dieses Geld für die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Behandlungsansätze für Patienten mit Erkrankungen, bei denen der Verlust des Augenlichts droht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.moorfields.nhs.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik