Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Ökobilanz zur Stahlproduktion

18.06.2009
Siemens hat die erste Ökobilanz zur Herstellung von Roheisen – einer Vorstufe von Stahl – vorgelegt. Auf dem Prüfstand standen die konventionelle Produktion im Hochofen sowie die umweltfreundlicheren Verfahren Corex und Finex.

Die Studie von Siemens Corporate Technology betrachtet erstmals detailliert einzelne Umweltbelastungen wie Ressourcenverbrauch oder Treibhausgasemissionen. Das Ergebnis: Die Einzelbilanzen hängen vom Standort ab.


In Schwellenländern reduzieren Corex und Finex die Schadstoffemissionen besonders stark, wie die aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins Pictures of the Future berichtet.

Die traditionelle Stahlproduktion mit Hochofen, Kokerei und Sinteranlage verbraucht viel Energie und belastet die Umwelt. Siemens VAI hat deshalb die Verfahren Corex und Finex entwickelt, die ohne Koks und Sinter auskommen und erheblich weniger Schadstoffe emittieren. Bisher fehlte aber ein detaillierter Vergleich der Prozesse hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf einzelne Umweltaspekte. Die Ökobilanz nimmt nun jeden einzelnen Produktionsschritt unter die Lupe, angefangen bei Abbau und Transport von Eisenerz und Kohle bis hin zur Weiterverwendung der Nebenprodukte. Die Umweltbelastung ergibt sich aus der Menge der freigesetzten Schadstoffe. Sie wird für fünf Bereiche getrennt betrachtet: Versauerung, Erderwärmung, Ressourcenverbrauch, Ozonbelastung (Sommersmog) und Überdüngung.

Einen starken Einfluss auf die Bilanz hat die Herkunft des Stroms für die Produktion. Wird er – wie in China – mit schwefelhaltiger Kohle erzeugt, trägt das zur Versauerung bei. In diesem Fall fällt die Ökobilanz des Corex-Verfahrens sehr positiv aus, weil das im Prozess anfallende Gas zur Stromerzeugung weiterverwendet wird und daher weniger Strom zusätzlich benötigt wird. Im Finex-Verfahren wird das Gas noch innerhalb der Produktion wiederverwertet. Wegen ihrer effizienten Nutzung von Gas reduzieren Corex und Finex an Produktionsstandorten wie China die negative Auswirkung auf das Klima. An allen Standorten reduzieren Corex und Finex durch den Wegfall von Kokerei und Sinteranlage die Ozonbelastung deutlich.

An der Studie waren die Technische Universität Berlin, die Technische Universität Dänemark und die Montanuniversität Leoben in Österreich beteiligt. Für Siemens sind die Daten wertvolle Grundlagen, um seine Anlagen standortspezifisch zu optimieren. Corex und Finex sind Bestandteile des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen 2008 einen Umsatz von 19 Milliarden Euro erzielte. (IN 2009.06.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics