Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste bundesweite Studie zum Gründungsverhalten von Frauen im Handwerk

10.12.2008
FHM Bielefeld stellt Befragungsergebnisse in Köln vor

Im Rahmen eines vom BMBF und vom ESF geförderten Forschungsprojekts zur "Analyse, Entwicklung und Erprobung von genderorientierten Qualifizierungs- und Transfermaßnahmen für MultiplikatorInnen im Handwerk" kann die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) erstmals bundesweite Zahlen zum Gründungsverhalten von Frauen im Handwerk vorlegen.

Es handelt sich dabei um die Ergebnisse einer quantitativen Befragung von Existenzgründerinnen in handwerklichen Berufen, die bei einer Netzwerktagung in Köln vorgestellt wurden. Ein zentrales Ergebnis ist, dass das Potential von Gründerinnen im Handwerk noch nicht ausgeschöpft ist.

Seit Ende des Jahres 2007 beschäftigt sich die staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem Gründungsverhalten von Frauen in Handwerksberufen sowie mit Beratungs- und Qualifizierungsangeboten, die von potenziellen weiblichen Unternehmensgründerinnen im Handwerk genutzt werden. Ziel des Projekts ist es, Frauen den Zugang zur Existenzgründung im Handwerk zu erleichtern und das Gründungsverhalten von Frauen im Handwerk nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Bei einer Netzwerktagung in Köln stellte die wissenschaftliche Projektleiterin Prof. Dr. Astrid Kruse von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) die Ergebnisse der ersten bundesweiten, schriftlichen und auf Repräsentativität zielenden Befragung zu Existenzgründungen von Frauen im Handwerk vor. "Mit dieser wissenschaftlichen Studie erhalten wir erstmals Daten über das Gründungsgeschehen von Frauen im Handwerk. Obwohl jede vierte Gründung im Handwerk von Frauen durchgeführt wird, bleiben die Frauen in den Gewerken dennoch fast unter sich: Die beliebtesten Gewerke für die Selbstständigkeit sind Friseurin oder Kosmetikerin", so Prof. Dr. Kruse.

Die Studie zeigt, dass das Potential der Gründerinnen im Handwerk noch nicht ausgeschöpft ist. Bei der Selbstständigkeit von Handwerkerinnen dominieren frauentypische Berufe. Als größte Herausforderungen beurteilen die Befragten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Kreditbewilligung. Und: Die Gründerinnen haben einen umfassenden Beratungsbedarf: Die überwiegende Mehrheit wünscht sich eine Beratung, die bereits in der Orientierungsphase beginnt und auch nach der Gründung fortgesetzt wird.

Die Grundgesamtheit der Befragung stellen Frauen, die in den Jahren 2005 bis 2007 einen Handwerksbetrieb in Deutschland gegründet haben (circa 47.000), dar. Per Zufallsstichprobe wurden 3.500 Betriebe identifiziert, an die ein vierseitiger Fragebogen durch die Handwerkskammern versendet wurde.

Neben der Vorstellung und Diskussion der Projektergebnisse mit den Projektpartnern und neuen bundesweiten Partnern des Projekts diente die Netzwerktagung dem Erfahrungsaustausch von Experten aus Wissenschaft und Praxis, welcher durch Impulsvorträge eingeleitet wurde. Dipl.-Kfm. Kai Hambüchen, Referent der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V., sprach über die Herausforderungen, die der demographische Wandel für das Handwerk mit sich bringen wird. Prof. Dr. Wolfgang Krüger, Professor an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), referierte über Unternehmensnachfolge im Handwerk.

Das Projekt der FHM wird im Rahmen der Initiative "Power für Gründerinnen - Maßnahmen zur Mobilisierung des Gründungspotenzials von Frauen" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Europäischen Sozialfonds (EFS) gefördert. Im nächsten Schritt wird ein Workshop zur zielgruppenspezifischen Gründungsförderung und -beratung erarbeitet, der im Weiterbildungskatalog des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) angeboten wird. Weitere Informationen sind online unter www.gruenderinnen-im-handwerk.de verfügbar.

Über die Fachhochschule des Mittelstands (FHM):
Die staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) wurde im Jahr 2000 vom Mittelstand für den Mittelstand gegründet. Ziel ist die praxisnahe Qualifizierung von Fach- und Führungskräften mit betriebswirtschaftlichem Know-how für die mittelständische Wirtschaft. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen entwickelt und realisiert die FHM in diesem Sinne wissenschaftlich fundierte Studien- und Weiterbildungsangebote sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Das Studienangebot umfasst staatlich und international anerkannte Bachelor- und Master-Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Medien, Kommunikation und Gesundheit. Das Studienkonzept der FHM beinhaltet eine hohe Berufsorientierung, eine individuelle Betreuung und kleine Studiengruppen. Weitere Schwerpunkte setzt die FHM mit ihren Instituten in der wissenschaftlichen Weiterbildung sowie in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Existenzgründung und Unternehmensnachfolge im In- und Ausland.
Pressekontakt:
Vanessa K. Kristahn
Fon: 05 21. 9 66 55-222
Mail: kristahn@fhm-mittelstand.de

Vanessa K. Kristahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.gruenderinnen-im-handwerk.de
http://www.fhm-mittelstand.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte