Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Studie zum Vorhofflimmern: Verschluss-System kann Schlaganfall verhindern

30.08.2011
Vom 27. – 31. August 2011 findet in Paris der Kongress der European Society of Cardiology (ESC) statt

Patienten mit der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern, für die eine die orale medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung (Antikoalugation) nicht in Frage kommt, steht mit einem Verschlusssystem (Okkluder) ein auch langfristig wirksames Instrument zur Verhinderung von Schlaganfällen zur Verfügung.

Studien konnten zeigen, dass sich Thromben (Blutgerinnsel) bei Patienten mit Vorhofflimmern in mehr als 90 Prozent der Fälle im linken Vorhofohr bilden. Durch mechanischen Verschluss des linken Vorhofohres kann die Bildung von Thromben bei Patienten mit Vorhofflimmern verhindert werden. Bei diesem Katheter-interventionellen Verfahren wird über die Femoralvene, eine der größten Venen im Bereich des Oberschenkels, unter lokaler Betäubung ein Verschluss-System im linken Vorhofohr platziert.

Eine Studie aus Leipzig verglich diesen Vorhofohrverschluss mit oraler Antikoagulation (Medikamente zum Einnehmen). „Wir konnte die Nicht-Unterlegenheit des perkutanen Verschlusses mit dem Okkluder in Bezug auf den kombinierten klinischen Endpunkt bestehend aus Tod (kardiovaskulär oder ungeklärt), Schlaganfall und systemische Embolisation beweisen“, so Dr. Nicolas Majunke (Leipzig). „Komplikationen wurden ausschließlich während und nach der Operation und in der frühen postinterventionellen Phase beobachtet. Genau wie die orale Antikoagulation kann der Verschluss des linken Vohrhofohres die Inzidenz von Schlaganfällen vermindern, jedoch nicht komplett vermeiden.“

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und betrifft drei bis fünf Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre und bis zu 13 Prozent der über 80-Jährigen. Gleichzeitig ist Vorhofflimmern einer der wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle: So sind in Deutschland etwa 26 Prozent der Schlaganfälle kardioembolischen Ursprungs. Die orale Antikoagulation ist der therapeutische Goldstandard zur Verhinderung von Thromboembolien bei Patienten mit Vorhofflimmern. Trotzdem können bis zu 40 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern aufgrund von Kontraindikation (z. B. bei erhöhtem Blutungsrisiko, Medikamenteninteraktionen, Nebenwirkungen) nicht antikoaguliert werden, nur 15 bis 66 Prozent der Patienten mit hohem Thromboembolie-Risiko und fehlenden Kontraindikationen sind in der klinischen Praxis antikoaguliert.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7800 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

Kontakt:
Pressestelle der DGK
Achenbachstraße 43
40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600692 - 51
Fax: 0211 / 600692 - 10
Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher, Berlin)
E-Mail: fleck@dhzb.de
Christiane Limberg (Pressereferentin, Düsseldorf)
E-Mail: limberg@dgk.org
Während des Kongresses:
B & K Medien- und Kommunikationsberatung: mobil +43-676-6356775; Tel.: +43-1-3194378-22; bettschart@bkkommunikation.com

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie