Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die traditionelle Bankfiliale verliert an Boden

14.05.2002


KPMG-Studie zum integrierten Vertrieb in Retail-Banken

Die Hälfte der Kreditinstitute im deutschsprachigen Raum erwartet, dass die Bedeutung der traditionellen Bankfiliale als Vertriebsweg zugunsten von Online-Vertriebskanälen zurückgeht. Allerdings sind sich die befragten Institute auch einig, dass die Filiale auch in Zukunft das Rückrat des Bankvertriebs sein wird. Retail-Banken nutzen den technologischen Fortschritt vorwiegend, um sich vom "Monokanalvertrieb" (Filiale) zum "Multikanalvertrieb" zu entwickeln. Der Investitionsschwerpunkt bei den befragten Banken liegt eindeutig im Ausbau elektronischer Vertriebskanäle, die Digitalisierung der gesamten Produktpalette ("Clickability") schreitet weiter voran. Nur 14 Prozent der befragten Institute sagen, dass sie das Automatisierungspotenzial, auch in der Verknüpfung von Vertriebs- und Bearbeitungsprozessen, bereits voll ausgeschöpft haben.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie von KPMG Consulting zu aktuellen Entwicklungen im Retail Banking. 100 Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie Verbände in Deutschland, der Schweiz und Österreich wurden von November 2001 bis Februar 2002 befragt (Rücklaufquote 34%).

Dabei halten die Institute für den stationären Vertrieb an der Filiale fest. Bankvertrieb an anderen Standorten, etwa in Kaufhäusern, wie es in vielen europäischen Ländern üblich ist, wird von deutschen Kreditinstituten ausgeschlossen, offener sind hier die antwortenden Schweizer Unternehmen.

Viele Banken wollen, dass die bisher meist kostenlos erbrachte Beratung aus ihrer Sicht wirtschaftlicher werden soll. Knapp die Hälfte der befragten Institute streben an, ihren Kunden Beratungsleistungen künftig separat in Rechnung zu stellen. Die Maßnahmen zur Kostenreduktion im Filialvertrieb gehen durchaus auch ungewöhnliche Wege: So wird neben Prozessoptimierung und Standardisierung auch an den Einsatz von "Ein-Mann-Filialen" und sogar an eine Teilung von Filialen mit einem Wettbewerber gedacht.

Erheblicher Nachholbedarf besteht im Bereich des Customer Relationship Management (CRM), noch nicht einmal ein Viertel der Befragten setzt dafür eine unternehmensweite technische Lösung ein. Die Hälfte der befragten Banken verfügt auch nicht über eine systematische Erfassung der Kundenhistorie. Ein segmentspezifisches Produktangebot, wie es in anderen Branchen üblich ist, ist weitgehend noch nicht umgesetzt. Die Mehrheit der Retail Banken in Deutschland und der Schweiz offeriert allen Kunden nach wie vor alle Produkte über alle Kanäle. Außerdem erfolgt die Kundensegmentierung nach tradierten Kriterien, für drei Viertel der Banken ist Vermögen immer noch das wichtigste Kriterium. Moderne Segmentierungskriterien oder Ansätze wie Customer Lifetime Value halten nur langsam Einzug.

Zwar verfügt nach eigener Auskunft der Großteil der befragten Häuser über eine klare Vertriebsstrategie. Jedoch sind mangels strukturierter Auswertungsmechanismen oftmals Erfolg und Konkurrenzfähigkeit dieser Vertriebsstrategien unzureichend bekannt, Vertriebs- und Marketingcontrolling erscheinen deutlich ausbaufähig.

Marita Reuter | Pressemitteilung

Weitere Berichte zu: Bankfiliale Bankvertrieb Customer Filiale Retail

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops