Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz der biologischen Vielfalt - ökonomisch betrachtet

18.04.2002


In einer jetzt zusammen mit der Gerling Versicherung (Köln) herausgegebenen Studie "Biodiversität richtig managen", hat sich Dr. Frank Figge, Experte für Umweltmanagement an der Universität Lüneburg, das Thema Management von biologischer Vielfalt aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive vorgenommen. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Untersuchung zählt er, dass "zur Bewertung und zum Management von Biodiversität heute Theorien und Methoden eingesetzt werden, die mehr als 50 Jahre hinter dem Stand der Erkenntnisse liegen, die heute etwa für das Management von Aktienanlagen eingesetzt werden.

Aktien werden heute professioneller gemanagt als Natur und Umwelt

Man schätzt, dass in vorgeschichtlicher Zeit alle paar tausend Jahre eine Art verschwand. In den letzten 300 Jahren verschwand alle 10 Jahre eine Art, gegenwärtig geht allein in Deutschland durchschnittlich jedes Jahr eine Pflanzen- und Tierart verloren. Wenn die Entwicklung des Artenschwundes anhält, ist zu befürchten, dass binnen kurzer Zeit die Vielfalt von Flora und Fauna drastisch schrumpfen wird.
Zu den Hauptursachen für das Artensterben zählt die Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Um das Artensterben aufzuhalten, wurde beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro im Jahre 1992 eine Übereinkunft zum Erhalt der biologischen Vielfalt verabschiedet, die inzwischen von mehr als 180 Regierungen auf der Welt unterzeichnet wurde. Vielfalt des Lebens oder auch Biodiversität ist so seit einigen Jahren zu einem zentralen Thema für Umweltwissenschaft und Umweltpolitik geworden.

In einer jetzt zusammen mit der Gerling Versicherung (Köln) herausgegebenen Studie "Biodiversität richtig managen", hat sich Dr. Frank Figge, Experte für Umweltmanagement an der Universität Lüneburg, das Thema Management von biologischer Vielfalt aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive vorgenommen. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Untersuchung zählt er, dass "zur Bewertung und zum Management von Biodiversität heute Theorien und Methoden eingesetzt werden, die mehr als 50 Jahre hinter dem Stand der Erkenntnisse liegen, die heute etwa für das Management von Aktienanlagen eingesetzt werden." Modernes Anlagemanagement basiert auf der Portfoliobetrachtung - einer wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtungsweise, die zeigt, wie das Risiko bei gleichem Ertrag gesenkt werden kann, indem in viele verschiedene Aktien investiert wird.
Ein solcher Ansatz ließe sich nach Meinung des Autors sehr gut auf den Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen übertragen, denn auch auf diesem Feld geht es darum, "das weltweit größte Vermögen" - die natürlichen Lebensgrundlagen, zu schützen und zu entwickeln. Frank Figge nennt als Beispiel für eine Fehlsteuerung beim Management der biologischen Vielfalt die Landwirtschaft: "Das einseitige Interesse am Ertrag von Nutzpflanzen hat zu einem unausgewogenen Nutzpflanzenportfolio geführt. Kein professioneller Anlageberater würde seinem Kunden zu einem ähnlich unausgewogenen Aktienmix raten."

Der Autor hofft, mit seiner Studie vor allem Forschern und Politikern Ansatzpunkte für ein Umdenken zu liefern. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist - so sein Argument - eben nicht nur aus ethischen Gründen geboten, sondern auch aus ganz nüchternen ökonomischen Überlegungen interessant.

Die Studie ist kostenlos beim Autor erhältlich: Dr. Frank Figge, Universität Lüneburg, Tel. 04131/78 2185, E-Mail: figge@uni-lueneburg.de.

Biodiversität richtig managen Effizientes Portfoliomanagement als effektiver Artenschutz.
Neue Studie des Center for Sustainability Management (CSM) e.V. - herausgegeben von der Gerling Versicherung. 

Henning Zuehlsdorff | idw
Weitere Informationen:
http://www.bio-folio.com

Weitere Berichte zu: Aktienanlage Biodiversität Lebensgrundlage Umweltmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena

24.02.2017 | Bildung Wissenschaft

Stachellose Bienen lassen Nester von Soldatinnen verteidigen

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee

24.02.2017 | Maschinenbau