Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgsfaktoren für QM-Systeme in Hochschulen

21.09.2007
Auf einem CHE-Forum wurde gestern die erste umfassende Studie zu institutionellen Qualitätsmanagement-Systemen in Universitäten und Fachhochschulen vorgestellt. Die Diskussion der Teilnehmer bestätigte ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung: Das Standardmodell für Hochschulen gibt es nicht. Je nach Hochschultyp und fachlicher Schwerpunktsetzung werden unterschiedliche Zugänge gewählt.

Das Thema "Institutionelles Qualitätsmanagement in Hochschulen" genießt derzeit aus zwei Gründen hohe Aufmerksamkeit. Zum einen ist durch die Diskussion um die Einführung der "Systemakkreditierung" die Frage entstanden, nach welchen Kriterien ein hochschuladäquates QM-System funktionieren sollte.

Aber auch unabhängig davon wollen etliche Hochschulen die in den letzten Jahren entstandene Flut an QM-Instrumenten und -Verfahren mit Hilfe von systematischeren Ansätzen verschlanken und dadurch "Qualitätsbürokratie" abbauen. Die CHE-Studie " Institutionelle QM-Systeme in Universitäten und Fachhochschulen" zeigt dazu Umsetzungsbeispiele. Zusätzlich enthält die Untersuchung Ergebnisse einer Befragung von 2400 Professor/innen aus 15 Fachrichtungen zur Nützlichkeit von QM-Instrumenten.

Derzeit zeichnet sich kein Standardmodell für QM-Systeme in Deutschland ab. Vielmehr gibt es je nach Hochschultyp und fachlicher Schwerpunksetzung unterschiedliche Zugänge. So stellen die untersuchten Universitäten bei ihren QM-Systemen eher Evaluationsverfahren in den Mittelpunkt, vor allem Peer Reviews, während die Fachhochschulen eher auf prozessorientierte Ansätze wie Total Quality Management (TQM, EFQM) oder der Norm ISO 9000ff. setzen. Alle in die Studie einbezogenen Hochschulen befinden sich trotz mehrjähriger Praxis immer noch in der Aufbau- oder Entwicklungsphase. Eine schnelle Implementierung nach bewährten Mustern ist also nicht möglich. Dennoch lässt sich aus den vorhandenen Fallbeispielen viel lernen, so dass Hochschulen, die jetzt mit QM-Systemen beginnen wollen, auf dem in der Studie bereit gestellten Erfahrungswissen aufbauen können.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für QM-Systeme ist deren enge Kopplung an die Hochschulstrategie. Zudem müssen die Leitungskräfte in Rektoraten/Präsidien sowie Dekanaten die Verantwortung für den Ablauf und die Ergebnisse von QM-Systemen übernehmen. Aus Sicht der Tagungsteilnehmer/innen war vor allem die Partizipation der Hochschulangehörigen ein wesentlicher Erfolgsfaktor für QM-Systeme. Ohne eine aktive Beteiligung der Akteur/innen in allen Teilen der Hochschulorganisation sei ein QM-System nicht funktionsfähig, so das Credo in Kassel.

Aus diesem Grund beleuchtet die CHE-Studie nicht nur die "Systemperspektive", sondern auch den individuellen Blickwinkel der von QM-Maßnahmen betroffenen Professor/innen. Dabei zeigt sich, dass die Akzeptanz für QM generell sehr hoch ist. Die Hochschullehrer/innen sind besonders an Qualitätsdaten über ihre Studierenden z.B. in Form von Absolventen- und Abbrecheranalysen interessiert. Aber auch finanzielle Anreize betrachten sie als gutes Instrument zur Qualitätsverbesserung. Aus den Daten ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen den Fächerkulturen, insbesondere die Sprach- und Kulturwissenschaftler/innen benötigen offenbar ein QM-Instrumentarium, welches stärker auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Die Studie umfasst 233 Seiten und ist unter dem Titel "Institutionelle QM-Systeme in Universitäten und Fachhochschulen. Konzepte - Instrumente - Umsetzung" als Arbeitspapier Nr. 94 des CHE erschienen und kann dort heruntergeladen werden.

Nähere Informationen: Dr. Sigrun Nickel, Tel. 05241/ 2117923, Email: sigrun.nickel@che-consult.de.

Britta Hoffmann-Kobert | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de

Weitere Berichte zu: CHE-Studie Erfolgsfaktor Institutionelle QM-System

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE